Im Sommer 2012 waren die Paralympischen Spiele in London.
Bei den Paralympischen Spielen machen behinderte Sportlerinnen
und Sportler aus der ganzen Welt mit.
In diesem Jahr waren diese Wettkämpfe besonders gut:
Viele Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt haben zugeschaut,
wie behinderte Sportlerinnen und Sportler um den Sieg gekämpft haben.
Genau wie die Sportlerinnen und Sportler ohne Behinderungen.
Aber schon vor mehr als 50 Jahren gab es eine Frau mit Behinderung,
die eine erfolgreiche Sportlerin war.
Das war Wilma Rudolph.
Wilma Rudolph wurde am 23. Juni 1940
in einer kleinen Stadt in den USA geboren.
Sie hatte noch 21 Brüder und Schwestern.
Die Familie hatte nicht viel Geld.
Die kleine Wilma kam als Früh-Geburt auf die Welt
und war als Kind immer wieder krank.
Als kleines Mädchen hatte Wilma Kinder-Lähmung.
Die Ärzte glaubten, dass Wilma nie wieder ohne Krücken laufen kann.
In dieser Zeit gab es in den USA noch die Rassen-Trennung.
Das heißt:
Damals wurden Menschen mit schwarzer Haut-Farbe
sehr ungerecht behandelt.
Sie hatten weniger Rechte als Menschen mit weißer Haut-Farbe.
Sie duften nicht die gleichen Sachen benutzen,
wie Menschen mit weißer Haut-Farbe.
Zum Beispiel:
Die Kinder mussten in andere Schulen gehen.
Schwarze Menschen dürften in vielen Läden nicht einkaufen.
Deshalb gab es auch keinen guten Arzt für Wilma in ihrer Stadt.
Die Mutter ist deshalb mit Wilma 2 mal in der Woche
weit weg in eine größere Stadt gefahren.
Dort wurden auch schwarze Kinder mit Kinder-Lähmung behandelt.
Auch die Familie hat viele Übungen mit dem Mädchen gemacht.
Die Mühe hatte Erfolg.
Mit 9 Jahren brauchte Wilma keine Krücken mehr.
2 Jahre später konnte Wilma schon wieder Basket-Ball spielen.
Wilmas war eine sehr gute Basket-Ball-Spielerin.
Sie spielte in der Schul-Mannschaft mit.
Als Wilma 15 Jahre alt war,
hat ein Trainer für Leicht-Athletik das Mädchen spielen sehen.
Er wollte mit Wilma trainieren und sie wurde eine tolle Läuferin.
Schon nach einem Jahr machte Wilma Rudolph
bei den Olympischen Spielen in Australien mit.
Dann machte Wilma erstmal 2 Jahre Pause mit dem Sport,
weil sie ein Baby bekommen hat.
Aber schon bald hat sie wieder trainiert
und wird immer besser und erfolgreicher.
Sie hat bei vielen Wettkämpfen mitgemacht.
1960 war Wilma Rudolph wieder bei den Olympischen Spielen dabei.
Dort hat sie 3 mal Gold gewonnen.
Ihre Fans haben Wilma „die schwarze Gazelle“ genannt.
Weil sie so schnell rennen konnte wie dieses Tier.
Und weil sie eine schwarze Haut-Farbe hatte.
Wilma Rudolph war eine berühmte Sportlerin.
Aber sie hat sich auch für andere Menschen eingesetzt.
Ein Beispiel:
Nach den Olympischen Spielen
wollte der Regierungs-Chef von Wilmas Heimat
eine Feier für sie machen.
Wilma Rudolph hat gesagt:
Sie kommt nur zu der Feier,
wenn Menschen mit allen Haut-Farben dabei sein können.
Dann haben schwarze und weiße Menschen zusammen gefeiert.
So hat sich Wilma für die Gleich-Berechtigung eingesetzt.
Wilma hatte danach noch viele Erfolge im Sport.
Aber 1962 hörte sie mit dem Leistungs-Sport auf.
Weil sie operiert werden musste
und weil sie mit ihrem 2. Baby schwanger war.
Später bekam sie noch mehr Kinder.
Nach ihrer Zeit als Sportlerin wurde Wilma Lehrerin.
Sie war außerdem Trainerin für Basket-Ball und Leicht-Athletik.
Und sie hat im Fernsehen Sport-Sendungen und Werbung gemacht.
Sie hat 2 Bücher geschrieben und viele Vorträge gehalten.
Und Wilma Rudolph hat einen Verein gegründet.
In diesem Verein wollte sie schwarze Kinder
aus armen Familien für den Sport begeistern.
Eins von diesen Kindern war Florence Griffith Joyner.
Sie wurde später selbst eine erfolgreiche und berühmte Sportlerin.
1977 hat Wilma ein Buch über ihr Leben geschrieben.
Aus dem Buch wurde auch ein Film für das Fernsehen gemacht.
1994 starb Wilma Rudolph.
Sie war die erste berühmte Sportlerin in den USA
mit schwarzer Haut-Farbe.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Ricarda Kluge.
Geprüft wurde der Text von Anita Kühnel.
Bildnachweis:
Foto (Ausschnitt): Henk Lindeboom, Anefo - Nationaal Archief, lizensiert durch Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Netherlands
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Leichte-Sprache-Zeichnungen: Reinhild Kassing
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Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 22, 2012, S. 6-7