Virginia Woolf war eine berühmte und bekannte Schriftstellerin aus England.
Sie lebte von 1882 bis 1941.
Sie hat Bücher und Erzählungen geschrieben,
aber auch viele Briefe und Tage-Bücher.
Oft ging es dabei um ihr Leben, ihre Familie und ihre Gefühle.
Virginia wurde am 25. Januar 1882 geboren.
Ihre Mutter war eine sehr schöne Frau
und kümmerte sich viel um andere Menschen.
Ihr Vater war ein kluger Mann, der aber schnell wütend wurde.
Im Alter wurde er schwer krank und immer schwieriger.
Virginia hatte viele Geschwister und Halb-Geschwister:
Ihren Bruder Thoby und ihre Schwester Vanessa mochte sie sehr gern.
Zu ihren älteren Halb-Geschwistern hatte sie keine gute Beziehung.
Von den beiden großen Halb-Brüdern
wurde Virginia als Mädchen sexuell missbraucht.
Darüber schrieb sie später auch in ihren Büchern.
Virginia hatte auch eine Halb-Schwester mit Lern-Schwierigkeiten,
die sie aber nicht besonders mochte.
In der Kindheit und Jugend gab es aber auch viele schöne Erlebnisse:
Im Sommer waren die Kinder viel draußen auf dem Land.
Wenn die Familie in London war, kamen viele berühmte Gäste.
Als Virginia 13 Jahre alt war, starb ihre Mutter.
Virginia und ihre Schwester Vanessa
mussten sich um ihren kranken Vater kümmern.
Nach seinem Tod konnten die beiden Mädchen
dann in ein neues Haus in London umziehen und Reisen machen.
Aber in dieser Zeit wurde Virginia das erste Mal krank.
Sie hörte Stimmen, die nicht da waren und wollte nicht mehr essen.
Sie stürzte sich sogar aus einem Fenster.
Erst nach einem halben Jahr ging es ihr besser.
Mit 20 Jahren schrieb Virginia Texte für Zeitungen und hielt Vorträge.
In dem neuen Haus von Virginia und ihrer Schwester trafen sich viele junge Leute: Maler, Schrift-Steller und Wissenschaftler.
Dieses Leben gefiel den beiden jungen Frauen.
Aber im Jahr 1906 starb ihr Bruder Thoby
und die Schwester Vanessa hat geheiratet.
Virginia und ihr Bruder Adrian zogen um in ein kleineres Haus.
Im Jahr 1912 heiratete Virginia Leonard Woolf.
Kurz danach ging es Virginia wieder schlechter
und sie musste in eine Klinik für geistes-kranke Frauen.
So nannte man früher Frauen, die psychische oder seelische Probleme hatten.
Auch dort ging es ihr nicht besser.
Als ihr Mann sie wieder nach Hause geholt hatte,
wollte sie sich mit Tabletten umbringen.
4 Kranken-Schwestern blieben Tag und Nacht bei Virginia,
um auf sie aufzupassen.
Erst nach 2 Jahren ging es Virginia langsam besser.
Leonard achtete genau darauf,
dass Virginia einen geregelten Tages-Ablauf hatte:
Am Vormittag schrieb sie ihre Bücher und Texte.
Am Nachmittag druckte sie zusammen mit ihrem Mann Bücher.
Am Abend hatten die beiden oft Gäste.
Virginia Woolf wurde als Schriftstellerin immer erfolgreicher.
Das Schreiben half ihr auch gegen ihre Traurigkeit.
Virginia lernte in dieser Zeit viele Menschen kennen.
Für eine kurze Zeit verliebte sie sich auch
in die Schriftstellerin Vita Sackville-West.
Aber immer wieder ging es Virginia auch schlecht:
Sie hatte schlimme Kopf-Schmerzen,
konnte nicht schlafen und war traurig.
Als im Krieg in London viele Bomben fielen,
zog sie mit ihrem Mann in ihr Sommer-Haus auf dem Land.
Der Krieg machte den beiden große Angst.
Denn Leonard war Jude
und die Deutschen wollten die Juden vernichten.
Auch ihr Leben wurde immer schwieriger:
Es gab nicht mehr genug zu Essen und es kamen kaum noch Besucher.
In dieser Zeit ging es Virginia wieder sehr schlecht.
Am 28. März 1941 schrieb sie einen Abschieds-Brief
und hat sich in einem Fluss in der Nähe ihres Hauses umgebracht.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Ricarda Kluge.
Anita Kühnel hat den Text geprüft.
Bildnachweis:
Foto: George Charles Beresford, aus der National Portrait Gallery, Restauriert von Adam Cuerden - public domain, gemeinfrei
wikimedia commons
Leichte-Sprache-Zeichnungen: Reinhild Kassing
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Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 32, 2017, S. 12-14