Foto: sie sitzt rittlings auf Metallstuhl, einen Arm auf Lehne. Hohe, freie Stirn, lockige, schulterlange toupierte Haare, helle Augen, Ohrstecker. Dunkle Sportjacke mit Nationalflagge von Israel und weißes T-Shirt. Gewinnendes Lächeln in die Kamera

Pascale Noa Bercovitch (geboren 1967)
Eine Buch-Schreiberin

 

Vor vier Jahren schrieb Pascale Noa Bercovitch
ihr erstes Buch.
Es heißt „Das Lächeln des Delphins“.

Es ist die wahre Geschichte einer Freundschaft
zwischen einem tauben Jungen und einem Delphin.
Beim Spiel mit dem freundlichen Tier
findet der Junge seine Sprache, dann sein Gehör wieder.
Viele Menschen haben dieses Buch schon gelesen.
Es ist ein sehr bekanntes Buch.

Pascale Noa Bercovitch, so heißt die Frau auf dem Foto,
hat als Kind in Frankreich gelebt.
Mit siebzehn Jahren hat sie beide Beine
bei einem Zugunglück verloren.
Damals war sie auf dem Weg zur Schule
und hatte es sehr eilig:
Der Zug, der Pascale zur Schule bringen sollte,
fuhr gerade los.

Pascale wollte ihn nicht verpassen.
Sie rutschte aber auf einer gefrorenen Pfütze aus.
Die immer schneller werdende Bahn
zog Pascale unter den vorletzten Wagen.
Erst nach 50 Metern kam der Zug zum Stehen.
Sie lag zwischen den Gleisen und hatte keine Beine mehr.

Ein halbes Jahr nach dem Unfall
machte sie im Krankenhaus ihren Schul-Abschluss.

Schon lange vor dem Unfall hatte sie den Wunsch,
nach Israel zu ziehen.
Und nichts konnte sie von diesem Wunsch abbringen.
Auch nicht der Verlust beider Beine.
Sie benutzte Prothesen.
Das ist ein künstlicher Ersatz für ihre Beine.
So zog sie nach Israel
und machte eine Ausbildung als Soldatin.
Später arbeitete sie mit verwundeten Soldaten,
um ihnen neuen Lebensmut zu geben.

Pascale Noa Bercovitch ist eine Frau,
die weiß, was sie will:
Sie hat an einer Universität in Israel studiert
und macht Filme und Berichte für das Fernsehen.

Sie ist Mitglied in der Partei der Grünen in Israel.
Mittlerweile benutzt sie einen Roll-Stuhl.
Sie hat einen Freund und eine kleine Tochter.

 

Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz

 

Bildnachweis:

Foto: By Pascale Bercovitch, lizensiert durch Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, CC BY-SA 3.0
wikimedia commons

Leichte-Sprache-Zeichnungen: Reinhild Kassing
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Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 2, 2004, S. 11-12