Helene Schjerfbeck war eine Malerin.
Sie ist am 10. Juli 1862 geboren.
Ihre Familie lebte in Helsinki.
Das ist die Haupt-Stadt von Finnland.
Helene hatte 4 Geschwister.
Aber nur Helene und ihr Bruder Magnus überlebten.
Helene sagte später:
Die Stimmung im Eltern-Haus war ernst.
Und die Stimmung war traurig.
Mit 4 Jahren hatte Helene einen Unfall:
Sie stürzte eine steile Treppe hinunter.
Sie verletzte sich die Hüfte.
Aber die Familie hatte kein Geld für einen Arzt.
Also konnte Helene nicht behandelt werden.
Aber die Mutter holte eine Frau ins Haus.
Diese pflegte Helene.
Für viele Monate.
Helene sollte ruhig im Bett liegen.
Ihre Hüfte sollte richtig zusammen-wachsen.
Aber es klappte nicht.
Deshalb hinkte Helene später.
Dann kam die Schul-Zeit.
Magnus durfte in die Schule.
Helene durfte nicht in die Schule.
Sie bekam Privat-Unterricht.
Helenes Lehrerin merkte:
Helene kann besonders gut zeichnen.
Deshalb durfte Helene schon mit 11 Jahren in eine Zeichen-Schule.
Dort lernte sie Helena Westermarck kennen.
Die beiden wurden enge Freundinnen.
Helena Westermarck sagte über Helene:
Sie ist still.
Aber sie will viel lernen.
Und sie kann sehr gut zeichnen.
Als Helene 13 Jahre alt war starb ihr Vater.
Helene und ihr Vater waren sich sehr nah.
Er verstand Helene.
Jetzt war Helene mit der Mutter und dem Bruder allein.
Die Mutter unterstützte Helene nicht.
Die Mutter dachte:
Trotzdem konnte Helene weiter lernen:
Ein Freund vom Vater bezahlte ihre private Zeichen-Schule.
Dort lernte sie noch besser Zeichnen.
Und Helene traf Ada Thilén.
Ada war auch Malerin.
Die beiden wurden sehr gute Freundinnen.
Sie wurden Mal-Schwestern.
Diese Zeichen-Schule war wichtig für Helene.
Sie malte sehr gute Bilder.
Sie durfte ihre Bilder in einer Ausstellung zeigen.
Und sie bekam einen Preis.
Da war Helene erst 17 Jahre alt.
Mit 18 Jahren malte sie dieses Bild: Verwundete Krieger im Schnee.
Auf dem Bild sieht man einsame und verletzte Soldaten.
Dieses Bild war damals etwas Besonderes:
Ein Kunstverein kaufte das Bild.
Und Helene bekam noch extra Geld dazu.
Endlich konnte sie sich ihren Traum erfüllen:
Mit 18 Jahren ging sie nach Paris.
Für Helene Schjerfbeck begann die glücklichste Zeit ihres Lebens:
Finnland unterstützte Helene weiter mit Geld.
Also konnte sie reisen.
Man merkte: Helene Schjerfbeck war eine besondere Malerin.
Das war damals für eine Frau ungewöhnlich.
Die nächsten Lebens-Jahre von Helene waren bewegt:
Mit 21 Jahren verlobte sich Helene mit einem Maler.
Später löste der Mann die Verlobung wieder.
Wegen ihrer Krankheit: dem Hinken.
Das war für Helene schlimm.
Sie war sehr enttäuscht.
Und sie ging nach Süd-England.
Zu ihre Maler-Freundin Marianne Preindlsberger.
Dort malte Helene ihr Bild Die Genesende.
Man sieht ein kleines Mädchen.
Das Mädchen war krank.
Aber die Krankheit wird langsam besser.
Vielleicht hat Helene ihre eigene Kindheit gemalt.
Das weiß man nicht genau.
Als Helene Schjerfbeck über 30 war, reiste sie weniger.
Die Mutter wollte Helene bei sich haben.
Also lebte Helene wieder in Helsinki.
Trotzdem malte sie weiter.
Und sie arbeitete als Zeichen-Lehrerin.
Mit 40 Jahre wurde Helene wieder krank.
Sie merkte:
In Helsinki war zu viel los.Die Mutter zog mit um.
Es gab viele Spannungen.
Die Mutter herrschte über Helene.
Helene sollte vor allem Haus-Arbeiten machen.
Trotzdem malte Helene Schjerfbeck weiter.
Als sie ungefähr 50 Jahre alt war, kam ein Kunst-Händler zu ihr.
Er zeigte ihr wie man ihre Kunst gut verkaufen konnte.
Ab da musste sich Helene keine Sorgen mehr machen.
Sie verdiente mit ihrer Kunst genug Geld.
Helene war 55 Jahre, als die Mutter starb.
Helene blieb auf dem Land.
Und malte weiter.
Im Zweiten Welt-Krieg zog Helene Schjerfbeck nach Schweden.
Sie kehrte nicht mehr nach Finnland zurück.
Sie starb am 24. Januar 1946.
Helene Schjerfbeck hat uns besondere Bilder hinterlassen.
Zum Beispiel hat sie sich 36 Mal selbst gemalt.
Auf diesen Bilder sieht man sehr gut:
Helene hatte viele Seiten.
Sie war eine selbstbewusste Frau.
Und sie war eine nachdenkliche Frau.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Susanne Göbel.
Geprüft wurde der Text von Anita Kühnel.
Bildnachweis:
Foto (Ausschnitt): unbekannt, public domain, gemeinfrei
wikimedia commons
Leichte-Sprache-Zeichnungen: Reinhild Kassing
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Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 36, 2019, S. 12-16