Dorothy Hodgkin-Crowfoot war Nobel-Preisträgerin für Chemie.
Der Nobelpreis für Chemie ist ein ganz besonderer Preis.
Diesen Nobel-Preis bekommen Chemiker und Chemikerinnen nur,
wenn sie ganz wichtige Dinge herausfinden.
Chemiker und Chemikerinnen sind Forscher.
Sie machen Versuche und wollen wissen,
woraus etwas besteht und warum es so ist wie es ist.
Zum Beispiel darüber, woraus Vitamine oder Luft bestehen
oder wie man das herausfinden kann.
Bis heute haben nur acht Frauen
einen Nobel-Preis für Chemie bekommen.
Eine von ihnen war Dorothy.
Dorothy wurde 1910 in Ägypten geboren.
Kurz vor dem ersten Welt-Krieg zogen ihre Eltern mit ihr
und ihren 3 Schwestern nach England.
Dorothy interessierte sich schon als Mädchen für Chemie.![]()
In der Schule durften damals nur Jungen
am Chemie-Unterricht teilnehmen.
Doch Dorothy war so gut,
dass sie zusammen mit einer Mitschülerin
am Chemie-Unterricht teilnehmen durfte.
Sogar zu Hause auf dem Dach-Boden
richtete sich Dorothy ein eigenes Labor ein.
Das ist ein Raum, in dem Versuche gemacht werden,
durch die etwas entdeckt werden kann.
Später studierte Dorothy Chemie.
Damals studierten nur ganz wenige Frauen dieses Fach.
Nachdem sie das Studium abgeschlossen hatte,
forschte sie sehr viel.
Schon mit 27 Jahren bekam Dorothy
für ihre Arbeit einen Doktor-Titel.
Dann heiratete sie.
Ein Jahr später, nach der Geburt ihres ersten Sohnes Luke,
erkrankte sie an Rheuma.
Rheuma ist eine sehr schmerzhafte Krankheit.
Gelenke, Muskeln und die Sehnen
verändern sich durch Rheuma.
So kommt es, dass Menschen mit Rheuma
steife Gelenke bekommen
und ihnen auch leichte Hand-Griffe schwer-fallen.
Auch bei Dorothy war das so.
Sie konnte bald den Schalter eines wichtigen Gerätes
nicht mehr selbst herunter-drücken.
Dorothy war aber eine praktische Frau.
Sie ließ einfach einen langen Hebel anbringen
und konnte so selbständig weiter-arbeiten.
Nach ihrem Sohn Luke brachte sie noch eine Tochter
und einen weiteren Sohn auf die Welt.
Sie und ihr Mann hatten viel Geld.
So konnten sie ein Kinder-Mädchen, einen Koch
und eine Reinigungs-Frau anstellen und bezahlen.
Dorothy hatte dadurch genug Zeit für ihre Arbeit
und auch für ihre Kinder.
Dorothy war eine sehr erfolgreiche Frau.
Sie entdeckte wie ein wichtiges Medikament, das Penicillin.
Sie unterrichtete Studentinnen.
Sie wurde Mitglied in einer wichtigen Vereinigung für Forscher.
Und sie bekam von der Königin von England einen Orden.
Es war der höchste englische Orden überhaupt.
Die letzten Jahre arbeitete sie als Professorin
an einer Universität in England.
Aber Dorothy war auch an vielen anderen Dingen interessiert,
die das Zusammen-Leben in einem Land regeln.
Zum Beispiel kämpfte sie für den Frieden
und arbeitete mit vielen anderen Menschen
gegen die Forschung für neue Waffen zusammen.
1977 hörte sie auf, zu arbeiten
und am 29. Juli 1994 starb sie mit 84 Jahren.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz.
Bildnachweis:
Foto: Jessica Augarde, lizensiert durch Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic
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Leichte-Sprache-Zeichnungen: Reinhild Kassing
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Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 03, 2004, S. 10-11