Foto: In karger Landschaft ein Oldtimer. Sie sitzt mit baumelnden Beinen auf dem Dach, hält auf dem Schoß eine große Tasche mit Ausrüstung. Hose, Bluse und Turnschuhe, den Pullover über der Schulter, auf dem Kopf eine Kappe. Blick in die Kamera.

Dorothea Lange (1895-1965)
Eine Fotografin

 

„Keiner, der nicht als halber Krüppel
durchs Leben gegangen ist, weiß, was das bedeutet...“

Dieser Satz ist von Dorothea Lange.
Dorothea Lange ist eine geh-behinderte Frau
und hat in ihrem Leben viele besonders gute Fotos
von Menschen gemacht.

Dorothea Lange wurde vor fast 110 Jahren
in einem Ort in der Nähe von New York in Amerika geboren.
Mit 7 Jahren bekam Dorothea Kinder-Lähmung.
Seitdem war ihr rechtes Bein vom Knie ab gelähmt
und sie hinkte.
Die anderen Kinder nannten sie „Hinke-Bein“.
Doch Dorothea ließ sich nicht unterkriegen.
Sie sagte, dass das Hinken kein Grund ist,
Nachteile im Leben zu haben.

Schon als Mädchen interessierte sie sich sehr
für Menschen und wie sie leben.
Mit 18 Jahren will sie Fotografin werden.
Ihre Familie ist dagegen,
und sie macht erst eine Ausbildung als Lehrerin.
Ihre freie Zeit verbringt sie damit, Fotos zu machen.
Bald bekommt sie bei einem Fotografen
eine Stelle angeboten.
Und bekommt damit die Möglichkeit,
alles über das Fotografieren zu lernen.

1917 ist sie mit ihrer Ausbildung fertig
und macht ein eigenes Foto-Studio auf.
Dort fotografiert sie reiche Männer und Frauen
und ihre Familien.
Sie verdient damit viel Geld.

Dann wurde es in Amerika schwierig
als Fotografin Geld zu verdienen.
Es war für fast alle Menschen in Amerika eine schwere Zeit.
Viele wurden arbeitslos und arm.
Sie hatten kein Geld mehr,
um sich fotografieren zu lassen.

Dorothea Lange hat damals angefangen
auf den Straßen Fotos von Menschen zu machen.
Von Menschen, die traurig waren
und von Menschen, die hungrig waren.
Oder von Menschen, die arbeitslos waren
und keine Wohnung mehr hatten.


Ihre Fotos wurden ausgestellt
und viele Leute lernten ihre Bilder kennen.
Sie war bald für ihre guten Fotos sehr bekannt.

Auch heute noch werden ihre Fotos
von vielen Menschen angeschaut.
Ein sehr bekanntes Foto heißt Migrant Mother.
Das heißt so viel wie Mutter ohne Heimat.
Dieses Foto kann man sich auch im Internet anschauen:
https://zeithistorische-forschungen.de/1-2-2007/4520

Dorothea Lange hat sehr viel gearbeitet.
Sie hat nur für ihren Beruf gelebt.
Ihre 2 Söhne aus ihrer ersten Ehe und die 3 Kinder,
die ihr zweiter Mann mit in die Ehe gebracht hat,
mussten fast immer in Pflege-Familien leben.

Die letzten 20 Jahre ihres Lebens
ist Dorothea Lange oft schwer krank.
Am Anfang arbeitet sie trotzdem weiter,
doch dann muss sie immer länger Pausen machen.
Am 11. Oktober 1965 stirbt Dorothea Lange an Krebs.

Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz.

 

Bildnachweis:

Foto: ©Rondal-Teilband, Gemeinfrei unter Wikimedia Commons
wikimedia commons

Leichte-Sprache-Zeichnungen: Reinhild Kassing
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Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 05, 2004, S. 8-9