Weibernetz e.V. - Politische Interessenvertretung behinderte Frauen Logo: Frauen-Beauftragte in Einrichtungen und Link dorthin

Aktuelles

 

Nein heißt Nein!
Stellungnahme zur Sexualstrafrechtsreform

Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. fordert anlässlich einer Reform des Sexualstrafrechts die Aufhebung von Schutzlücken im § 177 StGB und eine Verschärfung des § 179 StGB.

Schutzlücken im § 177 StGB bestehen, weil es nach deutscher Rechtspraxis nicht ausreicht, wenn eine Frau im Fall sexueller Übergriffe deutlich „Nein“ sagt. Sie muss ihre sexuelle Selbstbestimmung aktiv verteidigen, während das Eigentumsrecht beispielsweise per se garantiert wird.
§ 179 StGB greift bei Widerstandsunfähigkeit, also zum Beispiel Wachkoma oder nach einem epileptischen Anfall. Werden widerstandsunfähige Personen, die keinen eigenen Willen bilden können, sexuell missbraucht, ist das Strafmaß für den Täter mit 6 Monaten nur halb so hoch. Auch vor dem Hintergrund der UN-BRK fordert Weibernetz eine Strafrahmenanpassung.

Weibernetz unterstützt die Positionen und Forderungen des Bundesverbands Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff), des Deutschen Instituts für Menschenrechte, des Deutschen Juristinnenbunds sowie von Terre des Femmes.

Stellungnahme des Weibernetz e.V.

Kampagne des bff e.V. „Vergewaltigung verurteilen! – Für eine Reformierung des §177 StGB“


Fotomontage Feuerwerk zu 5 Jahre BRK, copyright: Weibernetz e.V.Ohne Bundesteilhabegesetz keine Inklusion

Anlässlich des Europäischen Protesttags für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen fand am 5. Mai 2014 die zentrale Protestveranstaltung für ein Bundesteilhabegesetz mit einkommens- und vermögensunabhängigen Leistungen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben statt. Der Berliner Behindertenverband, der Sozialverband Deutschland Berlin-Brandenburg und die Bundesinitiative „Daheim statt Heim“ riefen zum Protest auf.
Weibernetz unterstützte den Aufruf neben vielen weiteren Vereinen, Verbänden und Einzelpersonen.

Es war wieder ein kraftvoller Protesttag für die Gleichstellung behinderter Menschen! Vielen Dank hierfür!
Herzlichen Glückwunsch! 5 Jahre Behindertenrechtskonvention
- Zeit zum Handeln!

Fotomontage Feuerwerk zu 5 Jahre BRK, copyright: Weibernetz e.V.Am 26. März 2014 können wir den 5. Geburtstag der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) in Deutschland feiern!
Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. feiert mit und hält fest: Die BRK ist nach wie vor das Beste, was behindertenpolitisch je geschrieben wurde! Lasst uns entsprechend handeln!

Wie waren wir froh, glücklich und stolz, als wir vor 5 Jahren endlich die BRK bei uns in Deutschland willkommen heißen konnten! Gerade auch bei den behinderten Frauen war der Jubel groß: Das lange Zeit Unfassbare war gelungen dank viel inhaltlicher sowie unermüdlicher Überzeugungsarbeit vieler Frauen weltweit: Sowohl einen eigenständigen Artikel für Frauen und Mädchen mit Behinderung unterzubringen, als auch die Berücksichtigung ihrer Belange in weiteren Artikeln zu bestimmten Schutzrechten zu verankern!

Und die BRK zeigt Wirkung. Ein Beispiel aus dem Kontext der Frauenpolitik: Nie zuvor haben sich so viele Verbände wie der Deutsche Frauenrat, aber auch Frauenberatungsstellen, Frauennotrufe und Frauenhäuser vor Ort für die Rechte von Frauen mit Behinderung eingesetzt. Jetzt kennen die meisten von ihnen die Grundsätze der BRK und argumentieren mit ihr.

Einige der Frauenorganisationen und –verbände haben auch an Positionspapieren und Aktionsplänen vor Ort mit gearbeitet. Das ist wunderbar! Somit vertreten inzwischen Viele die Positionen von Frauen mit Behinderung!

Grundsätzlich muss jedoch festgehalten werden: Es wurde in den letzten 5 Jahren viel geredet; es wurden viele Veranstaltungen durchgeführt und viel Papier produziert. Einiges war sicherlich nötig; doch der erste große Elan behinderter Menschen und ihrer Verbände wurde auch gehörig ausgebremst.

Jetzt muss endlich gehandelt werden! Die soeben begonnene neue Legislaturperiode ist ein guter Zeitpunkt. Und zwar mit echter inhaltlicher Beteiligung (Partizipation), vor dem Hintergrund von Artikel 6 und weiterer, gerade auch mit der Selbstvertretung behinderter Frauen. Die Handlungsaufträge sind alle formuliert. Sie müssen nicht ständig wiederholt und neu erfunden werden. Wir empfehlen die Forderungen des Parallelberichts, der Positionspapiere des Inklusionsbeirats sowie des Deutschen Behindertenrats.

Wir vom Weibernetz freuen uns auf die nächsten 5 Jahre voller Taten zur Umsetzung der BRK!


Warum werden Sexualstraftäter bei sexuellem Missbrauch widerstandsunfähiger Personen geringer bestraft?
Weibernetz fordert Untersuchung in Sachen Sexualstrafrecht

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. die Überprüfung der unterschiedlichen Mindeststrafen bei sexueller Nötigung einerseits und sexuellem Missbrauch widerstandsunfähiger Personen andererseits im Strafgesetzbuch.

„Die unterschiedlich hohen Strafen verstehen Frauen mit Behinderung nicht“, empört sich Martina Puschke, Projektleiterin im Weibernetz. „Warum Täter geringer bestraft werden, gerade wenn sie eine besonders schutzlose Lage ausnutzen und sexualisierte Gewalt ausüben, ist nicht zu kommunizieren und ist vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention, die Menschen mit Behinderung die gleichen Rechte zusichert, zu hinterfragen.“

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1 Milliarde tanzten weltweit für Gerechtigkeit und gegen Gewalt gegen Frauen

Logo der Kampagne 1 Billion RisingFoto: Weibernetz-Team bei One Billion Rising  Kassel,  copyright: Weibernetz e.V.Am 14. Februar 2014 war nicht nur Valentinstag. Zum zweiten Mal fand der weltweite Kampagnentag „One Billion Rising“ statt, der Menschen rund um den Erdball aufrief, gegen Gewalt an Frauen und Mädchen Flagge zu zeigen, sich zu erheben, zu tanzen, zu singen. In Deutschland rief ein breites Bündnis dazu auf, sich zu beteiligen – mit Erfolg! Tausende trafen sich auf Deutschlands Plätzen und tanzten gemeinsam zum einheitlichen Kampagnensong „Break the Chain“ (Spreng die Ketten). Die zahlenmäßig größte Veranstaltung fand in Berlin vor dem Brandenburger Tor statt. Aber auch in zahlreichen weiteren Städten von Nord bis Süd und West bis Ost wurde getanzt und gesungen.

Foto One Billion Rising in Kassel, copyright: Weibernetz e.V.Weibernetz hatte Frauen mit Beeinträchtigung aufgerufen, sich zu beteiligen, um in der Kampagne sichtbar zu werden. In Kassel tanzten die Weibernetz-Frauen gemeinsam mit den ca. 150 Aktiven auf dem Königsplatz. Sie beteiligten sich mit der Rollstuhltanzfassung, die viel Beachtung fand. „Das war erneut eine großartige Aktion! Es ist ein erhebendes Gefühl, Teil einer weltweiten Kampagne für mehr Gerechtigkeit und gegen Gewalt gegen Frauen zu sein. Wir waren einige der 1 Milliarde!“ waren sich die Weibernetz-Frauen einig.

Link zur Webseite One Billion Rising

Link zur Tanzchoreographie im Sitzen (auf der Seite ganz unten links)

 


Neue Behindertenbeauftragte ist Verena Bentele

Foto Verena Bentele, www.biathlon-bentele.deMit Verena Bentele wurde erstmals eine Frau mit Beeinträchtigung als Behindertenbeauftragte des Bundes bestellt.
Weibernetz gratuliert ihr herzlich und wünscht ihr einen langen Atem und Durchsetzungskraft bei ihrer neuen Herausforderung im Politikgeschäft. Wir freuen uns, dass künftig eine Frau mit Beeinträchtigung das Amt der Behindertenbeauftragten im Bund ausführen wird. Das hat eine wichtige Signalwirkung für die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention im Sinne des Slogans „Nichts über uns ohne uns“!

Bekannt ist Verena Bentele als erfolgreiche Spitzensportlerin im Skilanglauf und Biathlon. Die blinde Sportlerin sagt über sich selber, dass sie es mag, die eigenen Grenzen zu überwinden. Eine ihrer letzten Herausforderungen war die Besteigung des Kilimanjaro.


Winter-WeiberZEIT im Zeichen der Geschlechtergerechtigkeit

Foto der WeiberZEITSeit 10 Jahren geben wir nun die WeiberZEIT heraus!
Die aktuelle Ausgabe der WeiberZEIT widmet sich dieses Mal verstärkt der Frage: Ist Gendern in der Behindertenpolitik nicht mehr nötig?
Denn sowohl bei der Evaluierung des BGG, als auch im Teilhabebericht der Bundesregierung und dem neuen Koalitionsvertrag scheint es so, als sei die durchgängige geschlechtsdifferenzierte Betrachtung Schnee von gestern. Wir beleuchten Diskussionen und Hintergründe aus Sicht behinderter Frauen.

Außerdem lesen Sie in der neuen WeiberZEIT:
• Koalitionsvertrag unter der Lupe behinderter Frauen
• Gerechte Teilhabe mit Recht auf Sparen
• Erhöhte körperliche Gewalt bei Männern mit Behinderung
• Europa soll geschlechtergerechter werden
• Berühmte behinderte Frau: Nicoleta Craita Ten´o
• Sonstiges

Zur WeiberZEIT Nr. 25


Frauen mit Lernschwierigkeiten arbeiten als Frauenbeauftragte. Eine Idee, die Schule machen soll!

Logo: Frauenbeauftragte in  Einrichtungen, copyright: Weibernetz e.V.Anlässlich des Internationalen Tags „Gewalt gegen Frauen“ informiert Weibernetz e.V. über den Start des Projekts „Frauenbeauftragte in Einrichtungen: Eine Idee macht Schule“, welches in Kooperation mit Mensch zuerst e.V. durchgeführt wird. Multiplikatorinnen aus 10 verschiedenen Bundesländern sollen ausgebildet werden, die Idee der Frauenbeauftragten in Einrichtung zukünftig weiterzutragen und zu stärken. Bereits von 2008 bis 2011 förderte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Vorgängerprojekt, in dem Frauen mit Lernschwierigkeiten geschult und unterstützt wurden, um in ihren Werkstätten oder Wohnheimen die Aufgabe der Frauenbeauftragten wahrnehmen zu können.

Zur Pressemitteilung
Zur Webseite des Projekts


Weibernetz möchte Schutz vor Gewalt gegen Frauen mit Behinderung
im Koalitionsvertrag verortet wissen

Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. erachtet es vor dem Hintergrund der hohen Gewaltbetroffenheit von Frauen mit Behinderung und Beeinträchtigung als erforderlich, den Schutz vor Gewalt gegen Frauen mit Behinderung im Koalitionsvertrag zu verorten und hat hierzu den verhandelnden Koalitionspartner_innen drei Kernpunkte zugesandt:

1.) Frauenbeauftragte in Einrichtungen gesetzlich verankern
2.) Abbau der Gewalt durch Strukturen in der Behindertenhilfe
3.) Zugang zu Frauenhäusern und Beratungsstellen verbessern

Zum ausführlichen Positionspapier für die Koalitionsverhandlungen


Wir sind umgezogen!

Zeichnung: Umzugsanhänger an VW Käfer,  ClipartDas Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) in Kassel ist umgezogen und Weibernetz mit.
Der Kasseler Verein fab hat ein neues barrierefreies Haus gebaut, in dem das ZsL ein neues Zuhause findet.

Unsere neue Adresse seit 26. August:
Samuel-Beckett-Anlage 6, 34119 Kassel
Auch die Telefon- und Faxverbindung ändert sich!
Tel.: 0561 72885-310, Fax: 0561 72885-2310


Wahlprüfsteine des Weibernetz e.V.

Montage: Frauenzeichen mit Schriftzug Wahl 2013, Copyright: Brigitte Faber, Weibernetz e.V.Anlässlich der Bundestagswahl 2013 fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V.:

• Verbesserter Schutz vor Gewalt gegen Frauen mit Beeinträchtigung
• Verbesserte Gesundheitsversorgung
• Diskriminierungsschutz von Menschen mit Behinderung durch Einschränkung vorgeburtlicher Untersuchungen
• Partizipation der Selbsthilfe und Interessenvertretung von Frauen mit Behinderung

Zu den Wahprüfsteinen und den Antworten der Parteien

 


Überarbeiteter Entwurf für Gesetz zur sozialen Teilhabe

Das Forum behinderter Juristinnen und Juristen stellte am 4. Mai 2013 einen überarbeiteten Entwurf für ein Gesetz zur sozialen Teilhabe vor. Ziel ist es, im SGB IX unter anderem Persönliche Assistenz, begleitete Elternschaft und Elternassistenz bedarfsgerecht und einkommensunabhängig zu verankern.
Die Kernforderungen sollen in den nächsten Wochen offen diskutiert werden, um Menschen mit Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Zum Gesetzentwurf


BRK-Allianz legt Parallelbericht vor

Foto: Copyright: H-Günter Heiden BRK-Allianz Übergabe an MinisterinDie Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen werden in Deutschland vielfach verletzt. Dies belegt ein 80-seitiger Bericht mit dem Titel "Für Selbstbestimmung, gleiche Rechte, Barrierefreiheit, Inklusion!" der von einer Allianz von fast 80 Organisationen der Zivilgesellschaft – darunter auch Weibernetz e.V. - gemeinsam erstellt wurde. Anläßlich des vierten Jahrestages des In-Kraft-Tretens der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) in Deutschland am 26. März 2013 wurde er am 21. März an Tom Koenigs, den Vorsitzenden des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestages und am 22. März an die Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen übergeben. (Nebenstehendes Foto: Von links nach rechts: Dr. Annette Niederfranke (Staatssekretärin im BMAS), Dr. Sigrid Arnade (BRK-Allianz), Dr. Ursula von der Leyen (Ministerin-BMAS), Dr. Detlef Eckert (BRK-Allianz))

"Wenn einer unbekannten Zahl von Menschen mit Behinderungen pauschal das Wahlrecht verweigert wird, wenn Menschen gegen ihren Willen zwangsbehandelt und zwangseingewiesen werden, wenn Frauen und Mädchen mit Behinderungen zwei- bis dreimal häufiger als nichtbehinderte Frauen von sexueller Gewalt betroffen sind, und mehr als 140.000 pflegebedürftige Menschen ans Bett fixiert werden, so sind das gravierende Menschenrechtsverletzungen", stellt Dr. Sigrid Arnade, eine der SprecherInnen der Allianz fest.

Zur Pressemitteilung der BRK-Allianz

Zum Parallelbericht


Weibernetz fordert: Konsequente Barrierefreiheit beim neuen Hilfetelefon gegen Gewalt gegen Frauen bis hin zu den örtlichen Strukturen

Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. begrüßt den Start des neuen bundesweiten Hilfetelefons gegen Gewalt gegen Frauen und wünscht dem Angebot ein gutes Gelingen.

„Das Hilfetelefon ist eine erste unbürokratische und kostenlose Anlaufstelle und wir hoffen, dass hierdurch vielen Frauen geholfen wird, die bislang den Weg zu einer Beratungsstelle gescheut haben. Wenn jedoch weitere Unterstützung durch Beratungsstellen vor Ort oder Schutz im Frauenhaus notwendig ist, müssen auch diese Schutzeinrichtungen barrierefrei sein. Sonst bleiben Frauen mit Behinderung außen vor“, führt Brigitte Faber, Projektleiterin im Weibernetz aus.

Zur Pressemitteilung


Logo HilfetelefonHilfetelefon gegen Gewalt gegen Frauen gestartet

Seit 6. März 2013 ist es am Start: Das lang geplante Hilfetelefon gegen Gewalt gegen Frauen. Es ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr unter der Rufnummer 08000 116 016 erreichbar. Das Motto des Hilfetelefons: „Gemeinsam finden wir Antworten. Kostenlos, vertraulich, rund um die Uhr“.
Das Angebot richtet sich an Frauen, die Gewalt erfahren haben genauso wie an Bekannte, Verwandte und Fachkräfte, die mit dem Thema Gewalt konfrontiert sind.

Gehörlose Frauen können über Tess-Relay-Dienste mit den Beraterinnen telefonieren.
Infos in Gebärdensprache zum Hilfe-Telefon

Hier gibt es Infos in Leichter Sprache zum Hilfe-Telefon

Zur Webseite des Hilfetelefons


Fehlende Genderperspektive im Entwurf des 4. Armuts- und Reichtumsberichts

Weibernetz kritisiert die fehlende Genderperspektive im vorgelegten Entwurf der Bundesregierung für den 4. Armuts- und Reichtumsbericht und verdeutlicht in ihrer Stellungnahme:
Bei der Durchsicht des Berichts fällt auf, dass zwar insgesamt ein differenziertes Bild für die Situation von Frauen, Männern und Menschen mit Migrationshintergrund gezeigt wird, bei der Situationsbeschreibung von Menschen mit Behinderung jedoch häufig die geschlechtsdifferenzierte Sicht fehlt.

Hinsichtlich der Berücksichtigung des Gender-Aspekts bei Menschen mit Behinderung ist entsprechend ein Rückschritt seit dem Jahr 2008 zu verzeichnen. Denn der 3. Armuts- und Reichtumsbericht traf geschlechtsdifferenzierte Aussagen zur schulischen Bildung, Erwerbstätigen- und Arbeitslosenquote sowie zur Höhe des Haushaltseinkommen behinderter Menschen, die in diesem Bericht fehlen.

Zur Stellungnahme


Weibernetz fordert verbindlichen Schutz vor Gewalt in Einrichtungen und legt Checkliste zum Erstellen von Handlungsleitfäden vor

Bild: roter HakenAnlässlich des Internationalen Tags Nein zu Gewalt an Frauen am 25. November fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. verbindliche Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe. Als Arbeitshilfe für die Einrichtungen legt die Interessenvertretung eine Checkliste zum Erstellen eines Leitfadens zum Umgang mit (sexualisierter) Gewalt vor.

„Von Seiten der Kostenträger war es ist nie ein Problem, Mindeststandards beim Bau von Einrichtungen einzuführen. Aber Einrichtungen zu verpflichten, alles zu tun, um das Menschenrecht zum Schutz vor Gewalt zu garantieren, ist noch kein Standard. Die bauliche Gestaltung zählt offenbar mehr als Menschenrechte. Dabei kann inzwischen niemand mehr sagen, nichts von Gewalt gegen Menschen mit Behinderung zu wissen“, stellt Martina Puschke, Projektleiterin im Weibernetz e.V. fest.

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Download der Checkliste


Logo der Kampagne: Deutschland wird inklusivInklusionsbeirat legt Positionspapier zum Schutz vor Gewalt für Frauen und Mädchen mit Behinderung vor

Die staatliche Koordinierungsstelle nach Artikel 33 UN-BRK positioniert sich klar gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung und fordert Maßnahmen zur Stärkung von Frauen und Mädchen mit Behinderung, einen verbesserten Schutz vor Gewalt in der Familie, in Einrichtungen und in der Pflege und eine bessere Unterstützung in der Beratung, in Therapien und im Strafverfahren.

Positionspapier als Download

Link zum Inklusionsbeirat


Verbände fordern Änderung des Wahlrechts

Maßgebliche Verbände behinderter Menschen fordern gemeinsam die Beendigung der völkerrechtswidrigen Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung bei Wahlen. Auch Weibernetz gehört zu dem großen Kreis der fordernden Verbände.
Nach dem derzeit gültigen Wahlrecht sind zwei Gruppen von Menschen mit Beeinträchtigungen von Wahlen ausgeschlossen: Menschen, die Betreuung in allen Angelegenheiten brauchen und solche, die nach einer Straftat im Zustand der Schuldunfähigkeit in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht sind. Die Verbände fordern eine ersatzlose Streichung der entsprechenden Paragrafen.

Zum Positionspapier


(v.l.n.r.) Deimante Šeporaityte, Brigitte Faber, Swantje Köbsell, Martina PuschkeBesuch aus Litauen bei Weibernetz

Eine Lektorin des Zentrums für Gender Studies der Universität Vilnius besucht vom 23.-27. Juli die Geschäftsstelle des Weibernetz in Kassel. Nach ihrer Dissertation über geschlechtliche Identität und Behinderung forscht sie nun in einem Austauschprojekt über Frauen mit Behinderung in Deutschland.

Auch für die Weibernetz-Frauen ist der Austausch sehr interessant. In Litauen gibt es lediglich einen Zusammenschluss von Frauen mit Behinderung, der von blinden Frauen geleitet wird, auch wenn Frauen häufig die Gründerinnen von Behindertenorganisationen waren. Litauen hat 2010 die BRK ratifiziert, allerdings mit Vorbehalt im Bereich Gesundheitsversorgung zu Artikel 25 a).
Neben dem politischen Austausch steht natürlich auch das kulturelle Highlight der dOCUMENTA 13 in Kassel auf dem Programm (siehe Foto).



Titelbild Ratgeber Gut beraten„Gut beraten“

Ab sofort ist der neue Ratgeber „Gut beraten“ zur Beratung von Frauen und Mädchen mit Behinderung im Weibernetz erhältlich.
Er wendet sich insbesondere an Frauenberatungsstellen, Frauennotrufe und Frauenhäuser.
„Weil behinderte Frauen und Mädchen noch häufiger von Gewalt betroffen sind und verstärkt Rat und Schutz bei Frauenhilfeorganisationen suchen, wollen wir diesen Stellen helfen, mehr Licht in den Dschungel der Rechte behinderter Frauen zu bringen“ erläutern die Weibernetz-Mitarbeiterinnen.

Erstellt wurde der Ratgeber von der Politischen Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V.
Dank der Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist der Ratgeber kostenlos erhältlich.

Zum Ratgeber


Gleichstellungs- und Frauenministerinnen beschließen besseren Schutz vor Gewalt für Frauen mit Behinderung

Logo GFMKDie Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen, -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK) hat auf ihrer 22. Sitzung vom 14.-15. Juni 2012 drei Beschlüsse zur Verbesserung der Situation von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen getroffen. Die GFMK setzt sich dafür ein, den Schutz von Frauen mit Behinderung vor Gewalt deutlich zu verbessern. Konkret sollen barrierefreie Zugänge zu Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen ermöglicht und in Einrichtungen der Behindertenhilfe und Schulen verstärkt Sexualpräventionskonzepte entwickelt werden.

"Weibernetz begrüßt die Initiative der GFMK. Denn der Handlungsdruck infolge der vorgelegten repräsentativen Studie, die das hohe Gewaltvorkommen gegen Frauen mit Behinderung belegt, ist hoch" erklärt Martina Puschke, Projektleiterin der Politischen Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz.

Beschlüsse der GFMK als pdf


Erklärung des Weibernetz e.V. und des AKF e.V. zur Studie "Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Deutschland"

Der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF e. V.) und die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. werden vor dem Hintergrund der alarmierenden Ergebnisse der Studie gemeinsame Aktivitäten zur Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens ergreifen. Die beiden Frauenorganisationen planen, gemeinsam mit Fachfrauen des AKF, wie z.B. Gynäkologinnen, Psychotherapeutinnen und Geburtsbegleiterinnen, Sensibilisierungsschritte und Konzepte für die Praxis zum Umgang mit behinderten Frauen zu erarbeiten.

Zur Erklärung


Titelblatt LeitfadenFrauenverbände stellen Leitfaden für den Erstkontakt mit gewaltbetroffenen Frauen mit Behinderung vor

Der bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe – Frauen gegen Gewalt e.V., die Frauenhauskoordinierung e.V. und Weibernetz e.V. – Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung stellen Beratungsstellen und Frauenhäusern ab heute einen Leitfaden für den Erstkontakt mit gewaltbetroffenen Frauen mit Behinderung zur Verfügung.

Die Herausgeberinen betonen: „Wir möchten Anregungen geben, welche Aspekte bei welcher Beeinträchtigung dringend zu beachten sind. Neben konkreten Fragen für den Erstkontakt gehören dazu z.B. die Voraussetzungen, die in einem Frauenhaus oder einer Fachberatungsstelle gegeben sein müssen, um eine blinde Frau, eine Frau im Rollstuhl, eine Frau mit Lernschwierigkeiten etc. zu unterstützten und zu beraten.“

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Zum Leitfaden


Weibernetz fordert anlässlich des Internationalen Frauentags:
Aktive Gleichstellungspolitik

Das Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung – Weibernetz e.V. fordert anlässlich des Internationalen Frauentags eine konsequente Gleichstellungspolitik der Bundesregierung, um Nachteilen zwischen den Geschlechtern entgegen zu wirken.

„Es ist beschämend, dass Deutschland seit Jahren immer wieder vor Augen geführt wird, im internationalen Vergleich in Sachen Chancengleichheit weit hinten zu liegen“, so Jutta Harbusch vom Vorstand des Weibernetz e.V.
Jüngstes Beispiel hierfür ist die aktuelle Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit Belegen, dass vollbeschäftigte Frauen in Deutschland ca. 22 Prozent weniger verdienen als Männer. Nach Aussage der OECD sei damit das Lohngefälle in Deutschland so hoch wie in keiner anderen europäischen Industrienation.

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Raus aus der Opferrolle!

Kommentar zur ersten repräsentativen Studie „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Behinderungen in Deutschland“ von Martina Puschke, Weibernetz e.V.

„Report Mainz“ hat es vorgemacht und viele Tageszeitungen tuten ins gleiche Horn: Frauen mit Lernschwierigkeiten, die üblicherweise geistig behindert genannt werden, werden in Behinderteneinrichtungen missbraucht; sie werden als wehrlose Opfer dargestellt. So wird das Ergebnis der ersten repräsentativen Untersuchung, die das Vorkommen von Gewalt gegen Frauen mit Behinderung in Deutschland belegt, medial dargestellt. Skandalisiert und die Opferrolle manifestierend.

Die Ergebnisse der Studie dürfen in der Öffentlichkeit nicht dazu führen, dass die Opferrolle von Frauen mit Behinderung manifestiert wird. Vielmehr muss mit unterschiedlichen Programmen gegengesteuert werden, dass sie selbstbestimmt und selbstbewusst ihre Grenzen erkennen und wahren können.

Zur Langfassung des Kommentars



Aktuelle Studie: Fast die Hälfte der Frauen mit Behinderung von sexueller Gewalt betroffen

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen am 25. November fordern die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V., Mensch zuerst e.V. und bff Frauen gegen Gewalt e.V. wirksame Gegenmaßnahmen.
Die repräsentative Untersuchung über die Lebenssituation von behinderten Frauen in Deutschland belegt, was viele Expert/innen erwartet hatten: Frauen mit Behinderung sind zu einem weit höheren Anteil in ihrem Leben von Gewalt, Übergriffen und Diskriminierung betroffen als der Durchschnitt der weiblichen Bevölkerung.
Ein beispielhaftes Projekt als Prävention und zum Schutz vor Gewalt war das Pilotprojekt `Frauenbeauftragte in Einrichtungen der Behindertenhilfe‘ von Weibernetz e.V. in Kooperation mit Mensch Zuerst – Netzwerk People First Deutschland e.V. „Es sollte in allen Wohnheimen und Werkstätten Frauenbeauftragte geben! Dazu bedarf es einheitlicher Regelungen im Gesetz oder in Verordnungen wie der Werkstättenmitwirkungsverordnung“, fordert Magdalene Ossege vom Vorstand des Weibernetz e.V..
Zugleich muss das spezialisierte Hilfesystem, bestehend aus Frauenberatungsstellen, Frauennotrufen, Interventionsstellen und Frauenhäusern, sich noch mehr gegenüber Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen öffnen. Dafür setzt sich der bff mit dem Projekt Zugang für alle! ein. Viele Fachstellen gehen bereits verstärkt auf behinderte Frauen zu und unterstützen sie. „Häufig fehlt den Stellen dafür aber das nötige Geld. Wir erhoffen uns von den Studienergebnissen, dass viele Geldgeber/innen nun auch den Handlungsbedarf erkennen“, sagt Katharina Göpner, die das Projekt Zugang für alle! im bff bearbeitet.

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Link zur Studie


Nein zu Gewalt gegen Frauen mit Behinderung in Einrichtungen!


Staatssekretär Dr. Kues mit Veranstalterinnen Foto: Weibernetz e.V.Der Titel des Fachtags der Politischen Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. und Mensch zuerst e.V. war Programm. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung zu dieser Tagung am 22. November 2011 nach Berlin gefolgt. Alle waren sich einig: Es muss etwas getan werden gegen die massive Gewalt gegen Frauen mit Behinderung!
Eröffnet wurde der Fachtag vom Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Hermann Kues, aus dessen Haus der Fachtag auch gefördert wurde.
Auf dem Fachtag wurden die ersten Ergebnisse der repräsentativen Studie zur Lebenssituation von Frauen mit Behinderung vorgestellt, die von einem Forscherinnenteam der Universität Bielefeld im Auftrag des Bundesfrauenministeriums durchgeführt wurde.
Außerdem wurde die Arbeit der ersten 14 Frauenbeauftragten aus Werkstätten oder Wohnheimen für behinderte Menschen vorgestellt, die von Weibernetz und Mensch zuerst im Projekt „Frauenbeauftragte in Einrichtungen“ ausgebildet wurden.
Zur Abrundung stellte der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe bff e.V. sein Projekt „Zugang für alle!“ vor, in dem es um die Zugänglichkeit von Beratungsstellen geht.

In Kürze werden die Vorträge des Fachtags eingestellt


PID in Ausnahmefällen zulässig

Foto Frau mit Pipette, Quelle: ClipartAm 7. Juli 2011 entschied eine Mehrheit der Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die Präimplantationsdiagnostik (PID) in Deutschland in Ausnahmefällen zuzulassen. Dies gilt für Paare, die eine Veranlagung für eine schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen oder bei denen mit einer Tot- oder Fehlgeburt zu rechnen ist.

Weibernetz e.V. bedauert diese Entscheidung, weil nun die Unterscheidung von lebens- und lebensunwerten Leben getroffen werden kann. In einem Positionspapier vom April 2011 sprach sich Weibernetz e.V. für ein Verbot der PID ohne Ausnahmeregelungen aus und betonte, aus dem internationalen Vergleich zu wissen, dass die Ausweitung von Kriterien für die Nutzung der PID immer weiter voran schreiten wird. Zudem befürchtet Weibernetz e.V. durch eine (zunächst begrenzte) Zulassung der PID die Erhöhung des gesellschaftlichen Drucks auf Paare, ein „gesundes“ Kind zur Welt bringen zu müssen.

Zur PID-Position des Weibernetz e.V.


Weibernetz verweigert Stellungnahme zum Entwurf des Staatenberichts

Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. kommt bei der Bewertung zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention (BRK) zu anderen Ergebnissen als die Bundesregierung in ihrem Entwurf für den 1. Staatenbericht gemäß der Behindertenrechtskonvention, wird jedoch keine Stellungnahme zu diesem Entwurf abgeben.

In einem Brief an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales begründet Weibernetz e.V. diese Handlung mit den negativen Erfahrungen mit dem Umgang mit inhaltlichen Eingaben sowie zahlreichen kritischen Stellungnahmen von Seiten der Zivilgesellschaft im Rahmen der Gestaltung des Nationalen Aktionsplans. Zudem war die Frist zur Abgabe einer Stellungnahme erneut zu kurz.

Stattdessen kündigt Weibernetz e.V. an, ihre Erfahrungen zur Umsetzung der BRK in die Parallelberichtserstattung einfließen zu lassen und verweist auf die Stellungnahme zum Nationalen Aktionsplan und den Maßnahmenkatalog zur Umsetzung der BRK des Deutschen Behindertenrates.


Kritik am Entwurf für Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention

Auch wenn viele Maßnahmen für Frauen mit Behinderung im vorgelegten Entwurf der Bundesregierung für einen Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention sehr gut sind, bleibt der Aktionsplan doch hinter den Erwartungen des Weibernetz e.V. zurück.
Aus Sicht des Weibernetz e.V. fehlen gesetzgeberische Komponenten, Regelungen zu Elternassistenz, persönlicher Assistenz, Frauenpflege, konkrete Maßnahmen zur Unterstützung des Rechts auf Sexualität und Partnerschaft etc.

Zur Stellungnahme zum Nationalen Aktionsplan


Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ geplant

Foto Frau mit Telefon, Quelle: ClipartDie Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz begrüßt den Gesetzentwurf für ein bundesweites Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Das Hilfetelefon soll ab 2012 eine kostenfreie Erstberatung insbesondere für gewaltbetroffene Frauen und Angehörige bieten.

Weibernetz e.V. macht in der Stellungnahme zum Gesetzentwurf deutlich, dass der Ausbau barrierefreier Hilfeeinrichtungen vor Ort eine wichtige Voraussetzung für die Weitervermittlung des Hilfetelefons sei. „Ansonsten wird das gute Angebot für Frauen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen nicht über den telefonischen Erstkontakt hinaus gehen können“ befürchtet Martina Puschke, Projektkoordinatorin im Weibernetz e.V.

Zur Stellungnahme zum Hilfetelefongesetz


Bundeskinderschutzgesetz muss behinderte Kinder und behinderte Eltern in den Blick nehmen

Mutter mit Kindern auf dem SpielplatzAm 21. Februar 2011 wurde in einer ersten Verbände-Anhörung im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend der Referentenentwurf für ein Bundeskinderschutzgesetz beraten.
Weibernetz e.V. kritisiert, dass Eltern mit Behinderung und behinderte Kinder und Jugendliche noch nicht ausreichend berücksichtigt sind.

„Es wäre nicht nur eine verpasste Chance, wenn behinderte Kinder und behinderte Eltern im geplanten Bundeskinderschutzgesetz nicht ausreichend sichtbar würden. Vielmehr hat sich die Bundesregierung mit der Unterzeichnung der Behindertenrechtskonvention verpflichtet, zu gewährleisten, dass Menschen mit Behinderung ihre Rechte im gleichen Umfang wahrnehmen können wie alle anderen auch“, resümiert Martina Puschke vom Weibernetz e.V.

Zur Stellungnahme des Weibernetz e.V.


"Von Anfang an dabei! Frauenrechte in Aktionsplänen zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention"

Foto Aktion:FrauenrechteAm 6. September 2010 fand der Weibernetz-Fachtag "Von Anfang an dabei!" in Kassel statt.
Gemäß Artikel 6 der Behindertenrechtskonvention (BRK) und weiterer Artikel müssen konkrete Maßnahmen zur Beseitigung der mehrfachen Diskriminierung behinderter Frauen getroffen werden. Diese werden jedoch nicht „vom Himmel fallen“. Sie müssen eingefordert werden und ihren Platz z.B. in Aktionsplänen zur Umsetzung der Konvention finden – sowohl auf Bundesebene, als auch in landesweiten, kommunalen oder verbandsinternen Aktionsplänen.
Die Dokumentation des Fachtags erfolgt demnächst hier.

Auf dem Fachtag wurde eine neue Arbeitshilfe für Interessenvertreterinnen in den Ländern und Kommunen vorgestellt: Die Checkliste für frauenspezifische Aspekte in landesweiten oder kommunalen Aktionsplänen zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention. Wir wünschen allen Aktiven viel Erfolg beim Erstellen von Aktionsplänen – mit Berücksichtigung der Frauenrechte!
Download der Checkliste

Weitere (Frauen-)Forderungen für Aktionspläne im Bund und den Ländern


Foto Theresia Degener, copyright: UNOTheresia Degener in UN-Ausschuss gewählt

Theresia Degener wurde am 1. September 2010 in New York in den Ausschuss der Vereinten Nationen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen gewählt.

Weibernetz gratuliert Theresia Degener von ganzem Herzen und freut sich mit ihr über den Erfolg! „Wow! Sie hat es geschafft!“ war die erste Äußerung von Brigitte Faber im Weibernetz-Büro nach der Wahl. „Wir sind stolz, dass eine von uns nun für die Überwachung der Umsetzung der Konvention mit zuständig ist! Und wir wünschen Ihr alles Gute für die neue Aufgabe!“
Die Rechtsprofessorin aus Bochum gehört zu den Frauen der ersten Stunde vom Weibernetz.

Der Ausschuss hat nach § 34 der Behindertenrechtskonvention eine Überwachungsaufgabe zur Umsetzung der Konvention und umfasst 18 Mitglieder.


Foto Martina PuschkeMartina Puschke erneut im Beirat der Antidiskriminierungsstelle

Martina Puschke, Projektleiterin in der Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. ist wie in 2007 erneut in den Beirat der Antidiskriminierungsstelle berufen worden. Sie vertritt dort den Deutschen Behindertenrat (DBR). Dem Beirat gehören 16 Vertreterinnen und Vertreter gesellschaftlicher Gruppen und Organisationen sowie Expertinnen und Experten an. Am 17. Juni 2010 trifft sich der neue Beirat zu seiner ersten Sitzung.

Mehr zur Antidiskriminierungsstelle des Bundes und den Beirat


Delegation aus Südkorea besucht Weibernetz

Foto: südkoreanische Delegation mit B.Faber und M.Puschke, copyright Weibernetz e.V.Acht Frauen aus Südkorea besuchten am 14. Juni das Weibernetz-Büro in Kassel. Ihre Organisation „Women with Disabilities Empathy“ setzt sich für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen mit Behinderung an der Gesellschaft ein. In einem regen Austausch besprachen die Frauen Erfolge und Schwierigkeiten ihrer alltäglichen Arbeit.
Brigitte Faber und Martina Puschke vom Weibernetz stellten mal wieder fest: Frauen mit Behinderung machen auf der ganzen Welt ähnliche Erfahrungen. Sie entwickeln jedoch unterschiedliche Strategien, damit umzugehen. So hat Women with Disabilities Empathy im Jahr 2001 das erste eigene Frauenhaus für Frauen mit Behinderung eröffnet. Inzwischen gibt es landesweit 10 entsprechende Häuser.
Die Koreanerinnen besuchen nun noch weitere Organisationen, um insbesondere Stimmungen zum Thema Sexualbegleitung und Sexualassistenz einzufangen – ein Thema, dass in Südkorea noch recht jung ist und genau wie in Deutschland von Frauen kontrovers diskutiert wird.


Behindertenbericht muss zukünftig geschlechtergerecht sein

Foto: Ausrufezeichen; copyright Weibernetz e.V.Dies forderte Martina Puschke von der Politischen Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. im Rahmen der Anhörung zum Behindertenbericht der letzten Legislaturperiode am 3. Mai 2010.

Im vorgelegten Behindertenbericht wurden zwar einige Erfolge hinsichtlich der Gleichberechtigung von Frauen und Männern mit Behinderung dargestellt. Insbesondere die Herausforderungen oder Negativtrends fehlen jedoch im Bericht. Um der Diskriminierung von Frauen und Mädchen mit Behinderungen entgegenzuwirken, muss ein Staat jedoch genau hinschauen, um zu sehen, an welchen Stellen noch nachgebessert werden muss.

Zur Stellungnahme des Weibernetz


Pressemitteilung vom 21. Januar 2010:
Verbände schließen sich erneut gegen Diskriminierung zusammen

Am 20. Januar 2010 sind mehrere Verbände zusammengekommen, um das Bündnis gegen Diskriminierung zu reaktivieren. Ziel des Bündnisses ist die Stärkung der Antidiskriminierungskultur in Deutschland.
In ihrer gestrigen Sitzung waren sich die teilnehmenden Verbände einig: die von Diskriminierung betroffenen Menschen benötigen in Deutschland eine starke Lobby. Darüber hinaus ist der Prävention mehr Aufmerksamkeit als bisher beizumessen.
Die letzten Jahre Antidiskriminierungspolitik haben gezeigt, dass trotz Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) und der damit verbundenen Einrichtung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), die Perspektive der von Diskriminierung betroffenen Menschen sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft zu kurz kam.
Die teilnehmenden Verbände werden sich gemeinsam für eine Verbesserung des aktuellen Diskriminierungsschutzes, für die Umsetzung der neuen EG-Richtlinie und für eine effektive und ganzheitliche Antidiskriminierungspolitik einsetzen.

Zu den Mitgliedern des Bündnisses zählen sowohl Gewerkschaften, Antidiskriminierungs- als auch Interessensverbände (in alphabetischer Reihenfolge):
• Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd)
• Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)
• Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung (BUG)
• Deutscher Frauenrat (DF)
• Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
• Deutscher Juristinnenbund (djb)
• Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL)
• Lesben und Schwulenverband in Deutschland e.V. (LSVD)
• Migrationsrat Berlin-Brandenburg (MRBB)
• NETZWERK ARTIKEL 3 - Verein für Menschenrechte und Gleichstellung Behinderter e.V.
• Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD)
• verd.i
• Weibernetz e.V. – Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung

V.i.S.d.P. und Kontakt:
Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) Tempelhofer Ufer 21, 10963 Berlin, Tel.: 030-61305328


Von Quotenfrauen, der Generation Praktikum und dem Prinzip Hoffnung

Foto: Teilnehmerinnen, Weibernetz e.V.„Ohne die Frauenquote wären wir heute nicht da, wo wir sind“. Darin waren sich die Teilnehmerinnen des Weibernetz-Fachtags „Von Quotenfrauen, der Generation Praktikum und dem Prinzip Hoffnung“ am 7. Dezember 2009 in Kassel einig.
Statt jedoch eine weitere spezielle Quote für Frauen mit Behinderung in der Schwerbehindertenquote zu fordern, einigten sich die Expertinnen vielmehr auf die Festlegung einer kontinuierlichen geschlechtergerechten Vergabe aller Mittel (Gender-Budgeting).

Alle Forderungen des Fachtags:
• Erhöhung der Schwerbehindertenquote von 5 auf 6%
• Erhebung geschlechtsspezifischer Arbeitsmarktstatistiken
• Geschlechtergerechte Vergabe der Mittel aus der Ausgleichsabgabe
• Geschlechtergerechte Vergabe der Mittel der aktiven Arbeitsmarktförderung durch die Bundesagentur für Arbeit
• Geschlechtersensible Beratung für Frauen und Männer mit Behinderung in den Job-Centern, den ARGEn und der Bundesagentur für Arbeit
• Stärkung von Mädchen mit Behinderung in Familie, Schule und Einrichtungen der Behindertenhilfe, um ihnen eine selbstbewusste Berufswahl zu ermöglichen
• Disability Mainstreaming für alle frauenpolitischen Maßnahmen, z.B. Girls Day
• Gender-Mainstreaming für alle behindertenpolitischen Maßnahmen

Zur Dokumentation des Fachtags


Postkarte: Sektgläser, Rollstuhl, Blindenstock für 11 Jahre Weibernetz e.V.Weibernetz-Geburtstags-Aktion „1.111 x 11“

2009 feiert der Verein Weibernetz e.V. den 11. Geburtstag.

Während der Rheinschifffahrt in Köln am 10. Mai 2009 startete Weibernetz e.V. anlässlich des Jubiläums die Geburtstagsaktion „1.111 x 11“.
Wir wünschen uns zum 11. Geburtstag 1.111 Spenden über jeweils 11 Euro (oder über 111 Euro oder jeden anderen Betrag)!

Vor 11 Jahren – also 1998 – gründeten Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen aus ganz Deutschland das Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigungen. Und weil der Titel so lang ist, entschieden sie sich selbstbewusst für den Kurznamen Weibernetz. Viele politische Erfolge konnten seit der Gründung gefeiert werden. Darunter die Berücksichtigung behinderter Frauen im SGB IX, im Behindertengleichstellungsgesetz und in der UN-Behindertenrechtskonvention.

Es gibt noch viele weitere gute Ideen im Weibernetz zum Beispiel für öffentlichkeitswirksame Aktionen und für die Unterstützung und Stärkung von Frauen und Mädchen mit Behinderungen. Solche Aktivitäten kosten Geld! Deshalb bitten wir um Unterstützung unserer Aktion „1.111 x 11“: Wenn gewünscht, veröffentlichen wir die Unterstützerinnen an dieser Stelle auch gern mit Namen.
Die abgebildete Postkarte kann auch gerne bestellt werden! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Zum Spendenkonto


Neu auf unserer Webseite: Gebärdensprachfilme

Ab sofort gibt es Informationen über den Verein Weibernetz e.V. auch in Deutscher Gebärdensprache (DGS). In 6 verschiedenen Videos werden die Arbeiten von Weibernetz erklärt. Dazu wurden die wichtigsten Texte des Links „Über uns“ übersetzt. Um zu den Filmen zu gelangen, folgen Sie bitte einfach dem Logo der DGS.

Begrüßung auf der Webseite von Weibernetz in Gebärdensprache    Infos zum Verein Weibernetz in DGS


Bo(o)tschaften zur Umsetzung der UN-Konvention

Foto: Papierboote, Copyright: Weibernetz e.V.Am 10. Mai 2009 hieß es auf der Weibernetz-Schifffahrt auf dem Rhein in Köln „Volle fahrt voraus! Frauen nehmen Kurs auf die Umsetzung der UN-Konvention“. Frauen mit und ohne Behinderungen aus dem ganzen Bundesgebiet formulierten auf der barrierefreien „MS Loreley“ politische Bo(o)tschaften anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.

Die Weibernetz-Frauen fordern eine zügige Umsetzung der Konvention und Anpassung der deutschen Gesetzgebung. Auch sollen Gerichte die Konvention bei ihrer Rechtsprechung berücksichtigen.
Speziell für Frauen formulierten die Teilnehmerinnen zum Beispiel das Recht auf Assistenz für Mütter mit Behinderungen, eine Beschäftigungsquote für behinderte Frauen, barrierefreie Frauenprojekte und Frauenhäuser und die (finanzielle) Förderung spezieller Beratungsstellen für FrauenLesben mit Behinderungen.
Die Bo(o)tschaften beinhalten jedoch auch Forderungen nach vermögensunabhängiger Assistenz, inklusiver Bildung, freier Wahl notwendiger Hilfsmittel, neuen Wegen außerhalb der WfBM´s, barrierefreiem Zugang zum Gesundheitssystem, gleichen Chancen für alle unabhängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe etc.
"Wir rufen alle Politierinnen und Politiker im Bund und den Ländern auf, die Bo(o)tschaften bei der Umsetzung der Konvention zu berücksichtigen" fasst Jutta Harbusch, Vorstand des Weibernetz e.V. die Aktion zusammen.

Foto-Impressionen der Schifffahrt


Foto: Drachen, Copyright: Weibernetz e.V.Mit Kraft und Energie Herausforderungen begegnen

So lautete der Titel der diesjährigen Fachtagung der Politischen Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V.. Frauen mit Behinderung/chronischer Erkrankung aus dem ganzen Bundesgebiet fühlten sich angesprochen und kamen am 10. und 11. Mai 2009 nach Bonn, um sich zu vernetzen und auszutauschen.
Gestärkt durch inhaltliche Inputs der Ressourcennutzung, der Energiearbeit, des Vorbeugens von Burn-Out sowie Überlegungen konkreter erster Schritte zur Umsetzung der UN-Konvention fuhren die Teilnehmerinnen wieder nach Hause.
Die Organisatorinnen zeigten sich mit dem Verlauf der Tagung mit Förderung durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sehr zufrieden.

Reden und Fotos der Tagung


Veranstalterinnen der Fachtagung, Foto: Weibernetz e.V.Frauen müssen bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sichtbar bleiben!

10. März 2009: Einen Tag nach der Fachkonferenz „alle inklusive! Die neue UN- Konvention und Politik für Frauen mit Behinderungen“ zeigt sich Weibernetz e.V. sehr zufrieden mit dem Verlauf und den Ergebnissen der Konferenz.
„Wir haben mit den 120 TeilnehmerInnen erarbeitet, wie die Konvention Frauen mit Behinderung in den Bereichen frauengerechte Gesundheitsversorgung, Begegnung von Gewalt, Aufnahme einer Erwerbsarbeit sowie Unterstützung bei der Erziehungsarbeit helfen kann“ resümiert Magdalene Ossege vom Vorstand des Vereins.
Im Büro des Weibernetz freuen sich die Mitarbeiterinnen auf die Phase der Umsetzung der Konvention. „Wir werden den notwendigen Aktionsplan der Bundesregierung mit den Menschenrechten von Frauen mit Behinderungen „füttern“. Die Frauenbelange müssen bei der Umsetzung sichtbar bleiben!“ kündigte Martina Puschke auf dem Abschlusspodium an.

Eindrücke und Reden der Konferenz


Frauenallianz erstellt CEDAW-Alternativbericht

Titelbild AlternativberichtEine Allianz aus 28 Frauenverbänden (darunter auch Weibernetz e.V.) veröffentlichte am 15. Dezember 2008 ihren Alternativbericht zum Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung (CEDAW).

Zuvor hatte die Bundesregierung in ihrem Bericht die deutsche Gleichstellungspolitik seit 2002 dargelegt. Die Autorinnen des Alternativberichts kritisieren hingegen die Gleichstellungspolitik der Bundesregierung, weil sie sich unter anderem zu sehr auf Familienpolitik konzentriert und Gender-Mainstreaming nicht mehr pro-aktiv verfolgt.

Alternativbericht zum Download


Gendiagnostik-Gestz schärfen

Aus Sicht von Frauen mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung muss der Entwurf für ein Gendiagnostikgesetz geschärft werden, fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V.. Als äußerst problematisch bewertet Weibernetz beim vorgelegten Gesetzentwurf vom 30. Juni 2008 fehlende Regelungen zur Forschung sowie genetische Untersuchungen bei nichteinwilligungsfähigen Personen. Auch pränataldiagnostische Untersuchungen von genetisch bedingten Krankheiten, die evt. im Laufe des Lebens auftreten können, sieht Weibernetz problematisch und fordert den Gesetzgeber zu entsprechenden Änderungen auf.

Stellungnahme zum Entwurf des Gendiagnostikgesetzes


Weibernetz fordert: Arbeitsmarktpolitische Instrumente für behinderte Frauen stärken!

Im Referentenentwurf eines Gesetzes zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom 26. Mai 2008 sind diverse Neuerungen im SGB III, SGB II, SGB IX und weiteren Sozialgesetzbüchern vorgesehen.
Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. fordert in ihrer Stellungnahme eine sensiblere geschlechtsdifferenzierte Ausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente und nimmt Stellung zu einigen Änderungen im Referentenentwurf, insbesondere zur geschlechtsneutralen Eingliederungsbilanz und Eingliederungsvereinbarung, zum vagen Vermittlungsbudget der Bundesagentur für Arbeit, zu fehlenden Kinderbetreuungskosten sowie zur geringeren Reisekostenerstattung.

Stellungnahme des Weibernetz
Schutz vor Diskriminierung für alle!

Weibernetz unterstützt Forderung nach umfassendem Europäischen Antidiskriminierungsschutz

Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. spricht sich deutlich für eine Erweiterung der Europäischen Antidiskriminierungspolitik aus. Derzeit fehlt es an Schutz vor Diskriminierung in den Bereichen Gesundheit, Bildung und beim Zugang von Gütern und Dienstleistungen.

Aus Sicht des Weibernetz muss dieser Diskriminierungsschutz wie beim deutschen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) für alle Merkmale (Alter, Behinderung, Geschlecht, ethnische Herkunft, Religion oder Weltanschauung, sexuelle Orientierung) gelten. „Wenn nur bestimmte Gruppen geschützt werden, entsteht eine Hierarchie innerhalb der benachteiligten Gruppierungen. Dies führt zu keiner guten Antidiskriminierungskultur“ befindet Martina Puschke, Projektkoordinatorin im Weibernetz und Mitglied des Beirats der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Weibernetz e.V. unterstützt damit als Mitglied des Netzwerks von Antidiskriminierungsorganisationen die Forderung nach einer umfassenden EU-Richtlinie mit horizontalem Ansatz. Dem Netzwerk gehören der Deutsche Frauenrat, der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD), Netzwerk Artikel 3, Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. (ISL), Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD), Deutscher Juristinnenbund e.V., Antidiskriminierungsverband, BAG der Senioren-Organisationen (BAGSO) und Weibernetz e.V. an.


 

Bild Filmprojektor Copyright B. Faber Neu: Liste mit Filmen über Frauen mit Behinderung

„Wir wollen unser Seminar mit einem Film über behinderte Mütter einleiten. Welche Filme gibt es?“ „Habt Ihr einen Filmtipp für unsere Frauengruppe?“ Fragen wie diese beantworten wir ab sofort mit dem Hinweis auf unsere aktuelle Filmliste, welche die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz gemeinsam mit dem Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen erstellt und herausgegeben hat. Also, viel Spaß beim Filme-Finden!

Zur Filmliste


Europäisches Netzwerk behinderter Frauen gegründet

Am 4. Mai 2007 gründeten über 100 Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen ein Europäisches Netzwerk behinderter Frauen in Berlin. Die Gründungsfrauen aus 17 Ländern nahmen an der Konferenz "Ein Netzwerk behinderter Frauen in Europa!" teil. Zum Abschluss der Tagung verabschiedeten die Frauen eine Resolution, in der sie die Ziele des Netzwerks vorstellen sowie Forderungen für die Verwirklichung eines selbstbestimmten Lebens stellen.

Zur Resolution der Netzwerkgründung

Zu den Reden der Konferenz
UN Gebäude 2005

UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen wurde unterschrieben - speziell für Frauen mit Behinderung ein Grund zum Feiern!

Am 30. März 2007 war es endlich so weit: Im Rahmen einer großen Feier wurde in New York die UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen von über 80 Staaten unterschrieben. Für Menschen mit Behinderung, aber gerade auch für Mädchen und Frauen mit Behinderung auf der ganzen Welt ist dies ein einzigartiger Grund zum Feiern!


Mehr zur UN-Konvention

Weibernetz fordert geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung

Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. setzt sich für eine geschlechtergerechte und barrierefreie Gesundheitsversorgung ein und lehnt große Teile des derzeit diskutierten Entwurfs für ein Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) ab.

Stellungnahme des Weibernetz zur GKV-WSG

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) aus Sicht von Frauen mit Behinderung

Foto JustitiaSeit 18. August 2006 soll das AGG vor Benachteiligungen im Bereich der Arbeit, bei Massengeschäften und privaten Versicherungsverträgen schützen. Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. hat nun die wichtigsten Paragrafen mit Beispielen für behinderte Frauen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen zusammengestellt.

Wichtige Regelungen für Frauen mit Behinderung im AGG als Download

Häufig gestellte Fragen zum AGG (FAQ´s)


Pressemitteilung: 25 Jahre Bewegung behinderter Frauen
- Feierstunde und Tagung in Duderstadt -

Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. hat Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Duderstadt eingeladen, um das 25-jährige Jubiläum der Bewegung behinderter Frauen zu feiern. Vom 15.-17. September 2006 werden die Gründerinnen der Bewegung auf Erfolge und Erfahrungen zurück- und die derzeit aktiven Frauen nach vorne blicken.

zur Pressemeldung

Mutter mit Kindern auf dem Spielplatz

Rechtsgutachten zur Unterstützung behinderter Eltern vorgelegt

Am 8. Februar wurde im Berliner Kleisthaus das Rechtsgutachten zur staatlichen Unterstützung behinderter Mütter und Väter vorgestellt. Aus diesem geht u.a. hervor, dass es zur Verbesserung der Situation behinderter Eltern keiner neuen Gesetze bedarf. Vielmehr schlägt Dr. Julia Zinsmeister eine Klarstellung vor allen Dingen im SGB IX und dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) vor. Karin Evers-Meyer, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, sagte in der Pressekonferenz ihre Unterstützung für das Vorhaben zu.

Zum Rechtsgutachten (Download als Pdf-Dokument)

Übungen zur Stärkung des Selbstbewusstseins für behinderte Frauen flächendeckend zur Verfügung stellen!

AusrufezeichenNach dem SGB IX haben behinderte und von Behinderung bedrohte Frauen und Mädchen in der Rehabilitation bei Bedarf das Recht auf so genannte Übungen zur Stärkung des Selbstbewusstseins. Eine Umfrage des Weibernetz hat ergeben, dass diese z.Zt. jedoch nur in Berlin und NRW angeboten werden. Es gibt derzeit verschiedene Unklarheiten bei den Anbietern und Kostenträgern bzgl. dieser Übungen. Da derzeit alle Beteiligten an einem Tisch sitzen, um erneut über die zuständige Rahmenvereinbarung zu verhandeln, ist der Zeitpunkt günstig, wieder ins Gespräch zu kommen und ggf. Übergangslösungen zu finden, damit behinderte Frauen und Mädchen nach vier Jahren ihren Rechtsanspruch einlösen können.

Aktuelle Einschätzungen und Forderungen des Weibernetz zur Umsetzung der Übungen zur Stärkung des Selbstbewusstseins

Peking + 10

Poster Beijing

Vor zehn Jahren fand in Peking die größte internationale Frauentagung statt. Auf ihr wurden Grundsätze und Maßnahmen für eine weltweite Gleichberechtigung formuliert. Dieses Jahr wird Bilanz gezogen - bei den Vereinten Nationen sowie bei Frauenorganisationen. Für Frauen mit Behinderung waren Dinah Radtke und Brigitte Faber in New York dabei. Wir geben einen Überblick - aus Sicht von Frauen mit Behinderung.
Hier finden Sie den Peking Bericht.



 

Persönliches Budget

Bild Frau mit Rucksack

Seit 1. Juli 2004 gibt es mit der Budgetverordnung einheitliche Regelungen für die Nutzung des persönlichen Budgets. Die Erwartungen an das persönliche Budget sind groß. Inwieweit sie behinderten Frauen und Männern zu mehr Selbstbestimmung verhelfen, muss die Realität zeigen. Eine Übersicht über die Regelungen und den Text der Budgetverordnung.

Erklärung des "Rucksackprinzips" in einfacher Sprache.


Ab 1. Juli: geänderte Heilmittelrichtlinie tritt in Kraft

Die Anfang diesen Jahres heftig in die Kritik geratene Heilmittelrichtlinie wurde geändert und tritt mit 1. Juli in Kraft. Danach sind längerfristige Verordnungen von Therapien wie Krankengymnastik oder Logopädie deutlicher als zuvor geregelt, bleiben aber weiterhin die "Ausnahme". Heilmittelrichtlinie


Neue Heilmittelrichtlinie und OTC-Liste

Nach großer Empörung in den ersten Wochen der Gesundheitsreform hat der Gemeinsame Bundesausschuss die Heilmittelrichtlinie, in der Langzeitverordnungen von Therapien geregelt werden, überarbeitet. Auch die Arzneimittelrichtlinie mit der OTC-Liste von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten, die trotzdem von der Kasse übernommen werden, ist im März überarbeitet worden.

Gesundheitsrichtlinien


Gesundheitsreform: Wer ist nach der Reform "chronisch krank" und wessen Fahrtkosten werden übernommen?

Nachdem in den ersten Wochen des Jahres grosse Verwirrungen anlässlich der Gesundheitsreform bestanden, hat der Bundesausschuss am 22. Januar 2004 festgelegt, wer als chronisch krank gilt und wer die Fahrtkosten zu Ärzten und Ärztinnen erstattet bekommt. Die wichtigen neuen Regelungen können Sie hier nachlesen.

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