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Audre Lorde wurde 1934 geboren und ist 1992 gestorben.
Audre Lorde war eine Außenseiterin
und kämpfte für die Rechte von Frauen.
Ihr ganzer Name ist: Audre Geraldine Lorde.
Sie wurde am 18. Februar 1934 in New York geboren.
New York ist eine Stadt in Amerika.
Audre hatte zwei ältere Schwestern.
Die Mutter war stark und sehr streng.
Die Kinder mussten immer gehorchen,
sie durften nicht nein sagen.
In dieser Zeit waren schwarze Menschen
in Amerika benachteiligt.
Sie wurden wegen ihrer dunklen Haut-Farbe abgelehnt.
Das nennt man Rassen-Diskriminierung.
Die Eltern dachten,
die Kinder sollen nicht auffallen.
Dann werden sie nicht schlechter behandelt als weiße Menschen.
Zuhause bei Audre
wurde nicht über Rassen-Diskriminierung gesprochen.
Audre war aber ein auffälliges Mädchen.
Sie hatte eine Seh-Behinderung.
Sie kam mit 5 Jahren in eine Schule für Seh-Behinderte.
Sie bekam auch ihre erste Brille.
Nun konnte sie zum Beispiel zum ersten Mal
Bäume richtig sehen.
Sie konnte bis zu dieser Zeit auch nicht sprechen.
Sie wurde an der Zunge operiert.
Dann lernte sie zur gleichen Zeit sprechen und lesen.
Audre las dann sehr gerne und viel.
Sie wunderte sich, weil die Menschen in den Büchern
anders waren als sie.
Sie waren weiß und hatten blondes Haar.
Sie lebten in Häusern.
Drum herum standen Bäume und sie hatten Hunde.
Audre lebte anders.
Sie wurde ein schwieriges Kind.
In der Schule unterrichteten Nonnen.
Sie behandelten Audre nicht gut.
Als erwachsene Frau schrieb Audre ein Buch.
In dem Buch wollte Audre
ihre Erlebnisse aus der Kindheit verarbeiten.
Als junge Frau schrieb sie ihre ersten Gedichte.
Sie wollte dadurch zeigen was sie fühlte.
Und zeigen, dass sie einsam war.
Dass sie anders war.
Nach der Schule studierte sie in New York.
Ein Jahr lang studierte Audre in Mexiko.
In diesem Jahr merkte sie,
dass sie Dichterin sein möchte.
Sie merkte auch, dass sie lesbisch ist.
Lesbisch nennt man Frauen, die Frauen lieben.
Sie zog zurück nach New York.
Da lernte sie viele Schwule und Lesben kennen.
Dort lebten auch viele Künstler.
Es gab da mehr weiße als schwarze Menschen.
Sie fühlte sich wieder als Außenseiterin.
Nach dem Studium heiratete sie einen Rechtsanwalt
und bekam zwei Kinder.
Die Ehe wurde nach ein paar Jahren wieder geschieden.
Ab 1970 hatte sie eine Partnerin.
Die beiden Frauen erzogen zusammen die beiden Kinder.
Audre und ihre Partnerin lebten 22 Jahre zusammen.
In dieser Zeit schrieb Audre Gedichte.
1978 wurde an der rechten Brust Krebs gefunden.
Die rechte Brust musste weg operiert werden.
5 Jahre später wurde wieder Krebs gefunden.
Die Ärzte sagten, sie soll sich noch mal operieren lassen.
Audre wollte keine Operation mehr.
Audre hat acht Jahre mit dem Leber-Krebs gelebt.
Sie hat über ihre Wut, Verzweiflung
und das Aufgeben berichtet.
Bis zuletzt hat sie für Selbst-Bestimmung gekämpft.
Gegen die Unterdrückung von:
schwarzen Frauen, lesbischen Frauen, behinderten Frauen.
Die letzten Jahre ihres Lebens war Audre Lorde in St.Croix.
Da wurden ihre Eltern geboren.
Da hatte sie sich einen neuen Namen gegeben,
den afrikanischen Namen: Gamba Adisa, das heißt
„Kriegerin: Sie die ihre Meinung sagt.“
Sie starb da am 17.11.1992.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Sabine Martini.
Anneliese Meyer schreibt seit vielen Jahren
über das Leben behinderter Frauen.
Manchmal schreibt sie über behinderte Frauen,
die schon vor sehr langer Zeit gelebt haben.
In diesem Heft schreibt Anneliese Meyer über eine Frau,
die heute noch sehr bekannt ist.
Der Name dieser Frau ist Maxie Wander.
Sie hat von 1933 bis 1977 gelebt.
Maxie Wander hat in dem Teil Deutschlands gelebt,
der früher DDR hieß.
Seit ihrer Kindheit hatte sie eine Sprach-Behinderung.
Sobald sie aufgeregt war
oder vor vielen Menschen geredet hat, fing sie an zu stottern.
Stottern heißt,
Wörter manchmal nicht ganz
oder mehrmals hintereinander zu sagen.
Sie schämte sich dafür.
Maxie Wander hatte in ihrem Leben viele Berufe.
Sie hatte keinen Schul-Abschluss.
Sie arbeitete an der Kasse am Theater,
als Sekretärin und in einer Fabrik.
Später hat sie viel für ihren Mann gearbeitet.
Maxie Wander hat selbst ein Buch geschrieben.
Das Buch heißt: „Guten Morgen, du Schöne“.
Für dieses Buch hat sie 17 Frauen aus der DDR befragt.
Die Frauen erzählen in diesem Buch über sich,
ihre Familie und ihren Beruf.
Durch dieses Buch ist sie sehr bekannt geworden.
Kurz danach bekommt Maxie Wander Krebs.
Sie hat eine harte feste Stelle
wie ein dicker Knoten in der Brust.
So wird der Krebs festgestellt.
Maxie Wander hat über ihre Krankheit
ein Tage-Buch geschrieben.
Sie erzählt in diesem Buch über ihre Angst vor dem Krebs
und über ihre Schmerzen.
Und sie erzählt in diesem Buch von ihrer Hoffnung,
den Krebs zu besiegen.
Maxie Wander ist an diesem Krebs gestorben.
Maxie Wander ist nur 44 Jahre alt geworden.
Nachdem sie wusste, dass sie Krebs hat, lebte sie nur noch ein Jahr.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz.
Viele Menschen gehen gern schwimmen.
Es ist ein schönes Hobby.
Andere schwimmen so gern,
dass sie an Wett-Kämpfen teilnehmen.
Es gibt Frauen für die das Schwimmen
das Wichtigste in ihrem Leben ist.
Von einer dieser Frauen wollen wir heute berichten.
Ihr Name ist Gertrude Caroline Ederle.
Sie ist 1905 geboren worden.
Schon als Kind ist sie sehr viel geschwommen.
Sie konnte sehr schnell und sehr gut schwimmen.
Sie hat viele Preise bekommen.
Sie konnte auch sehr lange Strecken schwimmen.
So ist sie über 14 Stunden durch die Nord-See geschwommen.
Sie ist in diesen 14 Stunden schneller geschwommen
als jeder andere vorher.
Damals war sie gerade 20 Jahre alt.
Sie ist 23 Jahre alt, als sie ihre Behinderung bekommt.
Gertrude Ederle hat schon immer Probleme mit dem Hören.
Die Ärzte stellen fest,
dass sie in ein paar Jahren gar nichts mehr hören wird.
Die Ärzte glauben,
dass Gertrude zu oft im Salzwasser geschwommen ist.
Das Salzwasser und die Anstrengung beim langen Schwimmen
sind die Gründe, warum Gertrude bald nichts mehr hören kann.
Gertrude ist verzweifelt.
Vier Jahre später hat sie auch noch einen Unfall.
Ihr Rücken wird dabei verletzt.
Sie muss ein halbes Jahr lang
einen Gips für den Oberkörper tragen.
Doch sie läßt sich nicht unterkriegen.
Sie will wieder schwimmen können.
Bald kann sie gar nichts mehr hören.
Früher hätten alle gesagt, sie ist taub.
Heute werden Menschen, die nicht hören können,
taub oder gehörlos genannt.
Gertrude findet eine gute Lösung.
Sie arbeitet mit gehörlosen Kindern.
Sie bringt den gehörlosen Kindern das Schwimmen bei.
Erst als sie 70 Jahre alt ist
und ihre Augen auch noch schlechter werden,
hört sie mit dem Schwimmen auf.
Erst am Ende ihres Lebens zieht sie in ein Pflege-Heim.
Dort stirbt Gertrude im Alter von 94 Jahren.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz.
Alison Lapper wird am 7. April 1965 geboren.
Sie kommt in einem Krankenhaus in England auf die Welt.
Ihre Mutter sieht ihre Tochter in den ersten Tagen nicht.
Die Ärzte erzählen ihr, dass sie ein Mädchen
mit „schweren Miss-Bildungen“ auf die Welt gebracht hat.
Das Kind hat keine Arme
und an den Beinen fehlen die Knie und die Unter-Schenkel.
Die Mutter will das Kind nicht haben.
Als Alison sechs Wochen alt ist,
kommt sie in ein Behinderten-Heim.
In diesem Behinderten-Heim
leben noch etwa 250 andere Kinder.
Dort leben Babys, kleine Kinder und Jugendliche.
Im Heim bekommt Allison zu essen,
wird gewaschen und versorgt.
Alison lebt 17 Jahre lang in dem Behinderten-Heim.
In dieser Zeit geht sie zur Schule für Lern-Behinderte.
Die Ärzte geben ihr Prothesen.
Diese Prothesen sollen Arme und Beine ersetzen.
Arme und Beine heißen auch Glied-Maßen.
Heute sagt Alison dazu:
„Man dachte, man müsste den Kindern Glied-Maßen geben,
damit sie irgendwann normal funktionierten
und in der Gesellschaft verkehren können.
Damit sie normal aussehen, was auch immer das bedeutet.
Schon als kleines Kind musste ich
Arm- und Bein-Prothesen tragen.
Ich hasste sie, aber ich musste sie anbehalten,
bis man mich wieder davon befreite.“
Mit 5 Jahren lernt Alison eine junge Familie kennen.
Diese Familie möchte Alison gern zu sich nehmen.
Alison könnte dann bei dieser Familie leben.
Alisons Mutter will nicht,
dass ihre Tochter zu dieser Familie zieht.
So muss Alison im Heim bleiben.
Zum ersten Mal meldet sich die Mutter bei ihrer Tochter
und möchte sie kennen-lernen.
Die beiden verstehen sich nicht gut.
Das wird auch immer so bleiben.
Der Mutter von Alison ist es sehr wichtig,
wie sie aussieht.
Die Mutter ist nicht sehr herzlich,
wenn Alison sie in den Ferien besucht.
Die Mutter sagt oft Dinge, die Alison traurig machen
und ihr zeigen, dass ihre Mutter sie immer noch ablehnt.
Ihre Schwester Vanessa ist die einzige aus der Familie,
die sich gut mit Alison versteht.
Alison zieht mit 17 Jahren aus dem Behinderten-Heim aus.
Sie verlässt ihre Heimat und ihre Freunde.
Sie zieht in ein Wohn-Heim in London.
Dort soll sie auf ein Leben
außerhalb des Heimes vorbereitet werden.
Dort hat sie ein eigenes Zimmer,
in dem schon Möbel stehen.
Sie hat es mit einem Freund zusammen so eingerichtet,
dass sie ohne Probleme allein zurecht-kommt.
Alison macht den Führerschein und besitzt ein eigenes Auto.
Das Auto wird extra für sie hergestellt.
In dieser Zeit lernt sie einen Mann kennen,
den sie bald heiratet.
Alison merkt bald, dass ihr Mann ausnutzt,
dass sie auf ihn angewiesen ist.
Die beiden trennen sich wieder.
Die fröhliche junge Allison
freut sich über ihr neues Leben.
Endlich kann sie machen, was sie will.
Sie besucht verschiedene Kunst-Kurse.
Und sie malt viele Bilder.
Mit 24 Jahren beginnt sie, Kunst zu studieren.
Sie denkt viel über sich und ihren Körper nach.
Sie lässt sich nackt fotografieren.
Sie gestaltet mit diesen Fotos große Plakate.
Sie möchte ihren schönen Körper zeigen.
Ihr großes Vorbild ist eine berühmte Figur
einer sehr schönen Frau.
Diese Figur gibt es schon seit sehr langer Zeit.
Diese Figur heißt „Venus von Milo“.
Dieser Figur fehlt ein Arm
und vom anderen Arm fehlt fast alles.
Alison gefällt diese Figur sehr gut.
1999 wird Alison schwanger.
Der Vater will das Kind nicht.
Alison ist aber fest entschlossen,
das Kind zu bekommen.
Alison trennt sich von ihm.
Die letzten Wochen der Schwangerschaft
sind sehr schwierig.
Ihr Sohn Parys kommt zu früh auf die Welt.
Mit der Hilfe von verschiedenen Kinder-Mädchen
versorgt sie das Kind in ihrem eigenen Haus.
Während der Schwangerschaft
dreht ein Fernseh-Sender einen Film über Alison.
Viele Menschen erfahren durch diesen Film
von Alison und ihrem Leben.
Außerdem arbeitet ein Künstler an einer Figur,
die Alison als nackte schwangere Frau zeigt.
Diese Figur steht mitten in der Stadt London in England
auf einem großen Platz.
Sie wird für 18 Monate auf diesem Platz stehen bleiben.
Viele Menschen schauen sich diese Figur an.
Sie reden und streiten über die Figur.
Die Meinungen sind sehr verschieden.
Einige sagen, dass es keine gute Kunst ist.
Andere finden, dass es eine gute Sache ist,
auf behinderte Frauen aufmerksam zu machen.
Es gibt auch ein Buch über ihr Leben.
Sie hat dieses Buch selbst geschrieben.
Dieses Buch gibt es auch in deutscher Sprache.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz.
Dies ist die Geschichte von Harriet Tubman,
von ihrer Flucht aus der Sklaverei und wie sie danach
vielen anderen schwarzen Menschen geholfen hat.
Vor etwa 200 Jahren wurden Millionen
von Menschen mit schwarzer Haut-Farbe
von Afrika nach Amerika verschleppt.
Sie wurden wie Vieh auf große Schiffe getrieben.
Sie wurden auf dem Schiff sehr schlecht behandelt.
Sie bekamen wenig zu essen und zu trinken.
Sie wurden mit schweren Ketten gefesselt.
Die Fahrt mit dem Schiff dauerte viele Wochen.
Viele starben schon auf dem Weg nach Amerika.
In Amerika angekommen, mussten die meisten
als Sklaven auf den Feldern oder in den Häusern
ihrer weißen Besitzer arbeiten.
Die Sklaven-Besitzer waren reiche Amerikaner.
Die Amerikaner nannten die schwarzen Menschen Nigger.
Es war als Schimpfwort gemeint.
Nigger heißt übersetzt Neger.
Neger ist also ein Schimpf-Wort
und niemand sollte das Wort mehr benutzen.
Die Arbeit in der Sklaverei war sehr hart.
Eine Sklavin oder ein Sklave hatte keine Freiheiten.
Sklave zu sein, heißt, im Besitz eines
weißen Menschen zu sein und keine Rechte zu haben.
Die weißen Menschen durften mit den schwarzen Menschen
machen, was sie wollten.
Die weißen Besitzer bestraften
die Sklavinnen und Sklaven oft.
Sie peitschten sie schon bei kleinen Fehlern aus.
Die Sklavinnen und Sklaven wurden
von ihren Besitzern manchmal sogar absichtlich gequält.
Die weißen Besitzer hatten auf ihren Feldern Aufseher.
Diese Aufseher waren oft brutal und gemein.
Die Sklavinnen und Sklaven
mussten in schäbigen Hütten leben.
Schwarze Ehe-Leute wurden voneinander getrennt,
weil ihre Besitzer den Ehe-Mann oder die Ehe-Frau
einfach weiter verkauft haben.
Auch die Eltern von Harriet waren Sklaven.
Harriet wurde schon mit 6 Jahren
von ihren Eltern getrennt und musste als Sklavin arbeiten.
Egal wie es ihr ging und wie sie sich fühlte,
sie musste arbeiten wie ein Mann.
Ansonsten schlug ihr Besitzer sie mit der Peitsche.
Sie erlebte Gewalt und Unterdrückung.
Mit 18 Jahren verletzte ein Aufseher sie schwer am Kopf.
Danach hatte sie eine Behinderung, die Narkolepsie heißt.
Narkolepsie ist eine Erkrankung,
bei der Schlafen und Wachsein durcheinander geraten sind.
Menschen mit dieser Behinderung schlafen am Tag
manchmal einfach ein, auch wenn sie das gar nicht wollen.
Wie oft Menschen mit dieser Krankheit am Tag einschlafen
und wie lange sie schlafen ist bei jedem Menschen anders.
Harriet heiratete mit 24 Jahren John Tubman.
Als sie 5 Jahre später an
einen anderen Besitzer verkauft werden sollte,
beschloß sie zu fliehen.
Mit 28 Jahren gelang Harriet Tubman die Flucht in die Freiheit.
Schon während ihrer Flucht
hatte sie eine geheime Gruppe kennen gelernt.
Dieser Gruppe gehörten viele Menschen an.
Diese Menschen halfen Sklavinnen und Sklaven bei der Flucht.
Die Flucht ging aus dem Süden der USA in den Norden.
Der Weg aus dem Süden nach Norden war weit.
Im Norden Amerikas waren sie frei.
Dort gab es keine Sklaverei.
Harriet wurde die bekannteste Helferin.
Sie rettete das Leben von über
300 Männern, Frauen und Kindern.
Ihr geheimer Name war „Moses“.
Weil der Moses aus der Bibel
auch ganz viele Menschen gerettet hat.
Es gibt auch ein Lied über Harriet
und dass sie schwarze Menschen gerettet hat.
Das Lied ist in der ganzen Welt bekannt.
Die Amerikaner im Norden waren gegen die Sklaverei.
Sie kämpften im amerikanischen Bürger-Krieg
auch gegen die Sklaverei im Süden.
In diesem Krieg arbeitete Harriet als Köchin,
Krankenschwester und Spionin für den Norden.
Als der Krieg zu Ende war, richtet Harriet
ein Alters-Heim für schwarze Menschen in ihrem Haus ein.
Sie kämpfte dafür, dass schwarze Menschen
zur Schule gehen dürfen
und dass sie an Wahlen teilnehmen dürfen.
Sie forderte die Regierung auf,
sie für ihre Arbeit während des Krieges zu bezahlen.
Ihre Forderungen wurden erst kurz vor ihrem Tod erfüllt.
Das Geld gab sie weiter an andere,
die weniger hatten.
Harriet Tubman starb in ihrem Haus
an einer Lungen-Entzündung.
Sie war 93 Jahre alt geworden.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz.
Die Geschichte von Perla Ovici
und ihren Schwestern.
Perla Ovici überlebte die schrecklichen
Verbrechen der National-Sozialisten.
Vor 60 Jahren regierten in Deutschland
die National-Sozialisten.
Sie waren von 1933 bis 1945
Allein-Herrscher in Deutschland.
Sie bestimmten über die Politik.
Der Führer der National-Sozialisten war Adolf Hitler.
Viele Menschen in Deutschland waren
in der Partei der National-Sozialisten.
Die National-Sozialisten haben viele
schreckliche und grausame Verbrechen begangen.
Sie haben den 2. Welt-Krieg angefangen
und viele Menschen verfolgt, gequält und ermordet.
Auch Perla wurde von den National-Sozialisten gequält.
Perla Ovici war eine Frau mit Klein-Wuchs.
Klein-Wüchsige Menschen sind auch als Erwachsene
nicht größer als ein Kind mit etwa 9 oder 10 Jahren.
Dies ist ihre Geschichte:
Perlas Vater war klein-wüchsig.
Und er war Jude.
Perla wurde 1921 geboren.
Sie hatte noch 9 Geschwister
und war das jüngste Kind der Familie.
Von den 9 Geschwistern waren 6 auch klein-wüchsig.
Als Perla noch ein Kind war,
starben ihre Eltern.
Perlas große Geschwister
kümmerten sich um die kleineren Geschwister.
Perla fühlte sich nie als Außenseiterin,
weil sie eine Behinderung hat.
Die Familie half ihr,
ihren Klein-Wuchs als das zu sehen, was er war.
Nämlich als einen Teil ihrer Person.
Später verdienten die Geschwister
ihr Geld als Künstler-Gruppe.
Sie hatten viel Erfolg mit ihren Auftritten
mit Liedern, Theater und ihren Späßen.
Immer mehr Menschen wurden in diesen Jahren
von den National-Sozialisten verfolgt
und in Konzentrations-Lager gebracht.
Ein Konzentrations-Lager ist
eine besondere Art Gefängnis.
Dort war es ganz schlimm.
Viele Menschen wurden in Konzentrations-Lager gebracht,
weil sie den jüdischen Glauben hatten.
Oder weil sie gegen die Politik
der National-Sozialisten waren.
Oder weil sie behindert waren.
In Konzentrations-Lagern haben die National-Sozialisten
viele Menschen mit Gas ermordetet oder erschossen.
Perla und ihre Schwestern in Auschwitz
Eines Morgens wurde Perla mit vielen anderen zusammen
in einen Vieh-Waggon der Eisen-Bahn
eingesperrt und abtransportiert.
Die Fahrt dauerte 5 Tage.
Im Konzentrations-Lager „Auschwitz-Birkenau“
mussten alle aussteigen.
Dort wurden Perla und ihre Familie
zu einem Arzt gebracht.
Dieser Arzt hieß Dr. Mengele.
Mengele war bekannt
für seine grausamen Versuche an Zwillingen.
Jetzt wollte er auch Forschungen
mit Menschen mit Klein-Wuchs machen.
Lange schreckliche Tage, Wochen und Monate
für Perla in Auschwitz
Im Konzentrations-Lager wurden Perla
und ihre Schwestern fast jeden Tag in ein Labor gebracht.
Dort machte der Arzt Mengele grausame Untersuchungen.
Einmal wurden alle sieben klein-wüchsigen Geschwister
in einen großen Raum geholt.
In diesem Raum
hatte sich eine Gruppe Soldaten versammelt.
Die Geschwister mussten sich nackt ausziehen
und Mengele zeigte mit einem Stab auf ihre Körper-Teile
und gab Erklärungen dazu ab.
Für Perla und ihre Schwestern
war diese Vorführung sehr peinlich.
Sie schämten sich für das,
was mit ihnen gemacht wurde.
9 Monate lang mussten sie
diese schrecklichen Quälereien ertragen.
1945 war der Krieg zu Ende.
Die Menschen,
die im Konzentrations-Lager Auschwitz überlebt hatten,
wurden befreit.
Auch Perla und ihre Geschwister waren unter diesen Menschen.
1949 wanderten sie
wie viele andere Jüdinnen und Juden nach Israel aus.
Erst 40 Jahre nach dem Kriegs-Ende interessierten sich
Menschen für die Erlebnisse von Perla und ihren Schwestern.
Fast alle Geschwister waren schon gestorben.
Nur Perla und ihre Schwester Elisabeth lebten noch.
Erst jetzt erzählten Perla und ihre Schwester Elisabeth
von den langen schrecklichen Monaten in Auschwitz.
Perla hat dann auch oft Schülerinnen und Schüler
in Israel von ihren Erlebnissen berichtet.
Eine deutsche Frau, Hannelore Witkofski,
hat einen Film über Perla gedreht.
Dadurch ist das Leben von Perlas Familie
auch in Deutschland bekannt geworden.
Die beiden Frauen wurden gute Freundinnen.
Perla starb im Alter von 80 Jahren im September 2001.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von: Anneliese Mayer
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz.
Ursula Eggli ist eine bekannte Buch-Schreiberin.
Viele kennen sie auch,
weil sie für behinderte Menschen aktiv ist.
Als Ursula Eggli ein kleines Kind war,
haben die Ärzte bei ihr eine Muskel-Krankheit festgestellt.
Die Ärzte haben gesagt,
dass Ursula nicht älter als 20 Jahre wird.
Doch Ursula hat in 2004 ihren 60. Geburtstag gefeiert.
Sie hat Urlaub in Venedig gemacht
und ein großes Fest gefeiert.
Das ist Ursulas Lebensgeschichte:
Ursula wird am 16. November 1944 in der Schweiz geboren.
Ihre Familie wohnt in einem kleinen Dorf.
Ursula hat noch 2 jüngere Brüder.
Ihr jüngster Bruder hat die gleiche Krankheit wie Ursula.
Ursulas Vater war Arbeiter.
Die Mutter von Ursula war Haus-Hälterin und Schneiderin.
Die Mutter hat wegen einer Kinder-Lähmung
Probleme beim Gehen.
Als Ursula ein Baby ist, wissen die Eltern noch nicht,
dass sie eine Behinderung hat.
Erst als Ursula nicht richtig Laufen lernt,
stellt ein Arzt fest, dass Ursula eine Muskel-Krankheit hat.
Die Eltern behalten Ursula bei sich zu Hause.
Ursula wächst mit den Kindern im Dorf auf.
Beim Spielen schieben die anderen Kinder
Ursula im Kinderwagen.
Wenn Ursula alleine ist, liest sie gerne.
Es macht ihr auch Spaß,
sich eigene Geschichten aus zu denken.
Ursula geht 3 Jahre in die Schule im Dorf.
Sie ist das einzige Mädchen in der Klasse.
Die Eltern bringen Ursula jeden Tag in die Schule
und holen sie wieder ab.
Mit 9 Jahren kommt Ursula
in ein Heim für behinderte Kinder.
In dem Heim macht Ursula ihren Schul-Abschluss.
Danach lebt sie wieder eine Zeit lang bei ihren Eltern.
Anfang der 70er Jahre wird in der Schweiz
ein Club Behinderter und ihrer Freunde (abgekürzt CeBeeF) gegründet.
Ursula ist von Anfang an mit dabei.
Ursula ist ein offener Mensch.
Sie hat viele behinderte
und nicht-behinderte Freunde und Bekannte.
Zusammen mit einigen Freundinnen und Freunden
zieht sie in eine Wohn-Gemeinschaft.
1977 schreibt Ursula ein Buch über das Leben
in der Wohn-Gemeinschaft.
Das Buch heißt „Herz im Korsett“ und ist Ursulas erstes Buch.
Sie schreibt in dem Buch über ihre Gefühle,
Liebe und Sexualität.
Ursula ist damit eine der ersten behinderten Frauen,
die über Liebe und Sexualität von behinderten Frauen schreibt.
Viele Menschen haben damals geglaubt,
dass behinderte Frauen keine richtigen Frauen sind
und deshalb keine Sexualität haben.
Ursula macht auch bei einem Film mit,
bei dem es um die Sexualität von behinderten Menschen geht.
Der Film heißt „Behinderte Liebe“.
Ursula kämpft zusammen mit anderen
für die Rechte behinderter Menschen.
Sie hält zum Beispiel Vorträge
und schreibt Artikel für Zeitschriften.
Ursula schreibt auch weiter Bücher.
Sie schreibt Kinder-Bücher und Märchen, in denen
zum Beispiel Schnee-Wittchen und Rot-Käppchen behindert sind.
Ursula verliebt sich in eine Frau
und ist 6 Jahre mit ihr zusammen.
Ursula trifft sich mit anderen
behinderten Lesben und Schwulen.
Sie sprechen darüber,
dass behinderte Lesben und Schwule schlecht behandelt werden.
Die Gruppe kämpft dafür,
dass auch behinderte Frauen mit Frauen
und behinderte Männer mit Männern zusammen sein können.
Ursula lebte in einem großen Haus in Bern.
Ein Pflege-Dienst unterstützt sie 4 Stunden am Tag.
Freunde und Nachbarn helfen ihr.
Wegen ihrer Behinderung
kann Ursula kaum noch am Computer arbeiten.
Sie schreibt trotzdem noch regelmäßig Bücher.
Ursula war immer viel unterwegs.
Man trifft sie auf Veranstaltungen,
bei denen es um Behinderung geht
oder wenn sie aus ihren Büchern vorliest.
Ursula Eggli ist im Mai im Jahr 2008 im Alter von 63 Jahren gestorben.
Wir vermissen sie sehr
und werden ihre Bücher zur Erinnerung immer wieder lesen.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Christina Dick.
Die Paralympics sind eine große Sport-Veranstaltung,
die alle 4 Jahre stattfindet.
Sportlerinnen und Sportler mit verschiedenen Behinderungen
kämpfen bei den Paralympics
in sehr vielen Sport-Arten gegeneinander.
Die behinderten Sportlerinnen und Sportler
kommen aus der ganzen Welt.
In diesem Jahr dürfen Menschen mit Lern-Schwierigkeiten
bei den Paralympics nicht dabei sein.
Vor 4 Jahren haben Sportler aus Spanien behauptet,
sie sind „geistig behindert“.
Aber sie waren es gar nicht!
Deshalb dürfen Menschen mit „geistiger Behinderung“
nicht mehr mitmachen.
Das ist nicht gerecht!
Es gibt sehr gute
Sportlerinnen und Sportler mit Lern-Schwierigkeiten.
Eine sehr gute Sportlerin ist Lisa Llorens.
Lisa Llorens ist eine Frau mit Autismus.
Sie hat bei den letzten 2 Paralympics
mehrere Gold- und Silber-Medaillen gewonnen.
Diese bekam sie,
weil sie beim Laufen und Springen die Beste war.
Lisa Llorens sagt,
dass Autismus für viele fremd ist.
Weil Autisten anders sprechen, denken manche,
sie sind blöd.
Aber das stimmt nicht.
Viele Autisten sind genauso schlau
wie „normale“ Menschen.
Manchmal sogar schlauer.
Lisa Llorens sagt,
ihr Kopf arbeitet einfach anders.
Sie sieht die Welt einfach anders.
Lisa Llorens nennt sich selbst eine Gepardin.
Der Gepard ist das schnellste Tier der Welt.
Sie hat sich für einen Kalender
sogar schon einmal wie eine Gepardin bemalen lassen.
Auch sie darf dieses Jahr
bei den Paralympics nicht mitmachen.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz.
Dorothy Hodgkin-Crowfoot war Nobel-Preisträgerin für Chemie.
Der Nobelpreis für Chemie ist ein ganz besonderer Preis.
Diesen Nobel-Preis bekommen Chemiker und Chemikerinnen nur,
wenn sie ganz wichtige Dinge herausfinden.
Chemiker und Chemikerinnen sind Forscher.
Sie machen Versuche und wollen wissen,
woraus etwas besteht und warum es so ist wie es ist.
Zum Beispiel darüber, woraus Vitamine oder Luft bestehen
oder wie man das herausfinden kann.
Bis heute haben nur acht Frauen
einen Nobel-Preis für Chemie bekommen.
Eine von ihnen war Dorothy.
Dorothy wurde 1910 in Ägypten geboren.
Kurz vor dem ersten Welt-Krieg zogen ihre Eltern mit ihr
und ihren 3 Schwestern nach England.
Dorothy interessierte sich schon als Mädchen für Chemie.![]()
In der Schule durften damals nur Jungen
am Chemie-Unterricht teilnehmen.
Doch Dorothy war so gut,
dass sie zusammen mit einer Mitschülerin
am Chemie-Unterricht teilnehmen durfte.
Sogar zu Hause auf dem Dach-Boden
richtete sich Dorothy ein eigenes Labor ein.
Das ist ein Raum, in dem Versuche gemacht werden,
durch die etwas entdeckt werden kann.
Später studierte Dorothy Chemie.
Damals studierten nur ganz wenige Frauen dieses Fach.
Nachdem sie das Studium abgeschlossen hatte,
forschte sie sehr viel.
Schon mit 27 Jahren bekam Dorothy
für ihre Arbeit einen Doktor-Titel.
Dann heiratete sie.
Ein Jahr später, nach der Geburt ihres ersten Sohnes Luke,
erkrankte sie an Rheuma.
Rheuma ist eine sehr schmerzhafte Krankheit.
Gelenke, Muskeln und die Sehnen
verändern sich durch Rheuma.
So kommt es, dass Menschen mit Rheuma
steife Gelenke bekommen
und ihnen auch leichte Hand-Griffe schwer-fallen.
Auch bei Dorothy war das so.
Sie konnte bald den Schalter eines wichtigen Gerätes
nicht mehr selbst herunter-drücken.
Dorothy war aber eine praktische Frau.
Sie ließ einfach einen langen Hebel anbringen
und konnte so selbständig weiter-arbeiten.
Nach ihrem Sohn Luke brachte sie noch eine Tochter
und einen weiteren Sohn auf die Welt.
Sie und ihr Mann hatten viel Geld.
So konnten sie ein Kinder-Mädchen, einen Koch
und eine Reinigungs-Frau anstellen und bezahlen.
Dorothy hatte dadurch genug Zeit für ihre Arbeit
und auch für ihre Kinder.
Dorothy war eine sehr erfolgreiche Frau.
Sie entdeckte wie ein wichtiges Medikament, das Penicillin.
Sie unterrichtete Studentinnen.
Sie wurde Mitglied in einer wichtigen Vereinigung für Forscher.
Und sie bekam von der Königin von England einen Orden.
Es war der höchste englische Orden überhaupt.
Die letzten Jahre arbeitete sie als Professorin
an einer Universität in England.
Aber Dorothy war auch an vielen anderen Dingen interessiert,
die das Zusammen-Leben in einem Land regeln.
Zum Beispiel kämpfte sie für den Frieden
und arbeitete mit vielen anderen Menschen
gegen die Forschung für neue Waffen zusammen.
1977 hörte sie auf, zu arbeiten
und am 29. Juli 1994 starb sie mit 84 Jahren.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz.
Vor vier Jahren schrieb Pascale Noa Bercovitch
ihr erstes Buch.
Es heißt „Das Lächeln des Delphins“.
Es ist die wahre Geschichte einer Freundschaft
zwischen einem tauben Jungen und einem Delphin.
Beim Spiel mit dem freundlichen Tier
findet der Junge seine Sprache, dann sein Gehör wieder.
Viele Menschen haben dieses Buch schon gelesen.
Es ist ein sehr bekanntes Buch.
Pascale Noa Bercovitch, so heißt die Frau auf dem Foto,
hat als Kind in Frankreich gelebt.
Mit siebzehn Jahren hat sie beide Beine
bei einem Zugunglück verloren.
Damals war sie auf dem Weg zur Schule
und hatte es sehr eilig:
Der Zug, der Pascale zur Schule bringen sollte,
fuhr gerade los.
Pascale wollte ihn nicht verpassen.
Sie rutschte aber auf einer gefrorenen Pfütze aus.
Die immer schneller werdende Bahn
zog Pascale unter den vorletzten Wagen.
Erst nach 50 Metern kam der Zug zum Stehen.
Sie lag zwischen den Gleisen und hatte keine Beine mehr.
Ein halbes Jahr nach dem Unfall
machte sie im Krankenhaus ihren Schul-Abschluss.
Schon lange vor dem Unfall hatte sie den Wunsch,
nach Israel zu ziehen.
Und nichts konnte sie von diesem Wunsch abbringen.
Auch nicht der Verlust beider Beine.
Sie benutzte Prothesen.
Das ist ein künstlicher Ersatz für ihre Beine.
So zog sie nach Israel
und machte eine Ausbildung als Soldatin.
Später arbeitete sie mit verwundeten Soldaten,
um ihnen neuen Lebensmut zu geben.
Pascale Noa Bercovitch ist eine Frau,
die weiß, was sie will:
Sie hat an einer Universität in Israel studiert
und macht Filme und Berichte für das Fernsehen.
Sie ist Mitglied in der Partei der Grünen in Israel.
Mittlerweile benutzt sie einen Roll-Stuhl.
Sie hat einen Freund und eine kleine Tochter.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz
In einer Bücherei in Hamburg
ist ein Raum mit Computern für
blinde und sehbehinderte Menschen.
Dieser Raum heißt Betty-Hirsch-Raum.
Heute kennt keiner mehr diesen Namen.
Wer war also diese Frau?
Betty Hirsch wird vor 130 Jahren geboren.
Ihr Vater ist ein sehr strenger Mann.
Betty und ihre sieben Geschwister
müssen immer gehorchen.
Betty fällt das sehr schwer
und so ist sie nicht sehr traurig als ihr Vater stirbt.
Da ist sie acht Jahre alt.
Mit 11 Jahren verändert sich ihr Leben.
Sie stürzt im Garten
und ein paar Tage später
entzünden sich ihre Augen.
Sie geht zu vielen Augen-Ärzten,
aber niemand kann ihr helfen.
Sie sieht immer schlechter
und nach sechs Jahren ist sie völlig blind.
Betty Hirsch wohnt dann noch
ein paar Jahre bei ihrer Mutter.
Sie will einfach nicht glauben,
dass sie für immer hilflos und abhängig ist.
Sie entschließt sich ihren eigenen Weg zu gehen.
Mit 21 Jahren geht sie noch einmal zur Schule,
dieses Mal auf eine Schule für Blinde.
Viele Berufe die sie danach anfängt
sind nicht das Richtige für sie.
Zum Beispiel arbeitet sie als Hilfs-Lehrerin für Kinder
und auch als Sängerin.
Sie strengt sich sehr an und ist aber nie zufrieden.
Dadurch wird sie sogar einmal sehr krank
Dann besucht sie einen Kurs in England,
um Sprachen zu lernen.
Sie muss wieder nach Deutschland
als der erste Weltkrieg ausbricht.
Auf der Fahrt dorthin hört sie im Zug
zum ersten Mal das Wort „Kriegs-Blinde“.
Das sind Männer, die im Krieg durch Verletzungen blind sind.
Eine Schule für Blinde
Zusammen mit einem Augen-Arzt
eröffnet sie in Berlin eine Schule
für diese Kriegsblinden.
Sie unterrichtet die Männer.
Sie zeigt ihnen wie sie es schaffen können
wieder in einem Beruf, zum Beispiel in einer Fabrik
oder auf einem Bauernhof, zu arbeiten.
Nach dem Krieg bildet sie blinde Männer
und auch blinde Frauen für Büro-Berufe aus.
Später unternimmt sie viele Reisen ins Ausland
und erzählt von ihrer Arbeit.
Mit 80 Jahren schreibt sie in einem Buch auf,
was sie alles erlebt hat.
Sie stirbt mit 84 Jahren.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Angelika Reitz.
Helga Königsdorf war eine Schriftstellerin.
Sie hat viele Bücher über das Leben von Frauen in der DDR geschrieben.
Helga Königsdorf wurde im Juli 1938 geboren.
Sie ist in einem Dorf in Thüringen in der DDR aufgewachsen.
Ihre Eltern hatten einen sehr großen Bauernhof.
Helga ist eine sehr gute Schülerin.
Schreiben und Lesen machen ihr besonders viel Spaß.
Als Helga 15 Jahre alt ist, zieht sie mit ihren Eltern nach Jena.
Helga ist ein neugieriges Mädchen.
Sie wohnt gerne in einer größeren Stadt.
In der Stadt kann sie viele kleine Abenteuer ausprobieren:
Segel-Fliegen oder Treffen mit jungen Männern.
Nach der Schule geht Helga zur Universität.
Sie studiert Physik.
In der Physik wird viel geforscht.
Zum Beispiel:
Ihr Vater hatte Helga empfohlen Physik zu studieren.
Später ziehen Helgas Eltern nach Berlin.
Helga zieht mit nach Berlin um und studiert dort weiter.
Das Studium ist schwer.
Aber Helga gibt nicht auf und studiert weiter.
Auf einer Urlaubs-Fahrt für Studentinnen und Studenten
verliebt sich Helga in Olaf Bunke.
1958 heiraten die Beiden.
Helga und Olaf haben viel gemeinsam.
Nach ihrer Hochzeit studieren Beide weiter.
Und nach dem Studium arbeiten sie zusammen an der Universität.
Helga bekommt einen Sohn und eine Tochter.
Sie arbeitet weiter an der Universität.
Sie wird sogar Chefin von einer Abteilung für Mathematik an der Universität.
Helga will eine gute Mutter sein.
Und zur gleichen Zeit will sie eine gute Arbeit an der Universität machen.
Das schafft sie aber nicht.
Als Helga ungefähr 40 Jahre alt ist, wird sie krank.
Sie ist oft müde und sehr traurig.
Sie verlässt ihren Mann und beginnt ein neues Leben.
Helga fängt an, Bücher zu schreiben.
Ihre Bücher gefallen den Menschen.
Dann merkt sie, dass sie krank wird.
Die Ärzte sagen: Sie hat Parkinson.
Parkinson ist eine Krankheit, die nicht mehr weg geht.
Bei Parkinson zittern die Hände sehr stark.
Helga macht kein Geheimnis aus ihrer Krankheit.
Sie nimmt Tabletten gegen das Zittern.
Und sie schreibt weiter Bücher.
Sie wird viel eingeladen und liest aus ihren Büchern vor.
Aber sie muss immer mehr Tabletten nehmen.
Mit 75 Jahren stirbt Helga in einem Pflege-Heim in Berlin.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Martina Puschke.
Geprüft wurde der Text von Anita Kühnel.
Zelda Fitzgerald war eine Schriftstellerin und Künstlerin.
Sie hat zum Beispiel
Ein Buch von Zelda heißt: Schenk mir den Walzer.
Zelda wurde im Jahr 1900 in dem Land Amerika geboren.
Sie war ein wildes Kind.
Und sie hat viele Sachen gemacht:
Die Mädchen in der Zeit nicht machen sollten.
Ihr Vater hat dann manchmal gesagt:
Zelda muss im Haus bleiben.
Aber das wollte Zelda nicht.
Sie ist einfach aus dem Fenster geklettert.
In der Schule haben die Lehrer und Lehrerinnen gemerkt:
Dass Zelda sehr gerne liest.
Und dass sie Sprache liebt.
Zelda wurde eine schöne junge Frau.
Als sie 15 Jahre alt war,
wurde sie von 2 jungen Männern vergewaltigt.
Das bedeutet: Die Männer hatten Sex mit Zelda.
Obwohl sie das nicht wollte.
Einige Jahre später hat Zelda angefangen zu tanzen.
Die Menschen haben sie bewundert.
Und die Zeitungen haben über Zelda geschrieben.
Zelda ist gerne auf Partys gegangen.
Dort hat sie ihren Mann Francis Scott Fitzgerald kennen-gelernt.
Er war Schriftsteller.
Das bedeutet:
Er hat Geschichten und Bücher geschrieben.
Einige Bücher sind sehr bekannt geworden.
Zum Beispiel das Buch: Der große Gatsby.
Francis Scott Fitzgerald und Zelda haben sich in-einander verliebt.
Einige Jahre später haben die Beiden geheiratet.
Nach ihrer Hochzeit haben sie in der Stadt New York gelebt.
Dort haben sie viele Partys gefeiert.
Und sie haben viele verrückte Sachen gemacht.
Zum Beispiel:
Sie haben im Abendkleid und im Anzug in einem Brunnen gebadet.
Im Jahr 1920 sollten Frauen viele Sachen nicht machen.
Zelda hat diese Sachen trotzdem gemacht.
Zum Beispiel:
Im Jahr 1921 hat Zelda eine Tochter bekommen.
In der Zeit hat Francis Scott Fitzgerald sehr viel Geld verdient.
Denn er hat viele Bücher verkauft.
Aber nicht alle Ideen in den Büchern waren von ihm.
Manche Ideen hatte er zum Beispiel aus Zeldas Tagebuch.
Aber er hat sie vorher nicht gefragt:
Ob er ihre Ideen auf-schreiben darf.
Auch Zelda hat angefangen Geschichten zu schreiben.
In den Geschichten ging es oft um Frauen.
Und sie hat Bilder gemalt.
Die Menschen sollten sehen: Was sie alles kann.
Und sie wollte selber Geld verdienen.
In schwerer Sprache heißt das:
Zelda wollte eigenständig sein.
Aber ihr Mann Francis Scott Fitzgerald wollte das nicht.
Zelda ging es bald sehr schlecht.
Sie hatte sehr viel Angst.
Dann hat sie versucht sich selber zu töten.
Deshalb ist sie in ein Kranken-Haus
für seelisch kranke Menschen gekommen.
Dort war sie nur für kurze Zeit.
Aber zu Hause ging es ihr auch nicht besser.
Deshalb musste sie wieder in ein Kranken-Haus.
In den Kranken-Häusern für seelische kranke Menschen
wurden die Menschen oft sehr schlecht behandelt.
Zum Beispiel:
Oft ging es den Menschen danach noch viel schlechter.
Bei Zelda war das auch so.
Sie hat gesagt: Ich habe große Angst.
Und ich fühle mich sehr schlecht.
In einem Brief hat sie geschrieben:
Es gibt nichts Schlimmeres,
als ein-gesperrt zu sein.
Aber Zelda musste 4 Jahre lang im Kranken-Haus bleiben.
In 1 Kranken-Haus ging es Zelda besonders schlecht.
Denn dort hatte 1 Arzt Sex mit den kranken Frauen.
Obwohl die Frauen das nicht wollten.
Vielleicht ist das Zelda auch passiert.
Und vielleicht wollte sie sich deshalb immer wieder selber töten.
Aber kein Mensch weiß das so genau.
Später wohnte sie bei ihrer Mutter.
In der Zeit hat sie viele Bilder für eine Ausstellung gemalt.
Aber Zelda ging es immer noch sehr schlecht.
Deshalb musste sie wieder ins Kranken-Haus.
Dort gab es im Jahr 1948 ein Feuer.
Dabei sind viele Menschen gestorben:
Weil die Zimmertüren und Fenster zu-geschlossen waren.
Auch Zelda Fitzgerald ist bei dem Feuer gestorben.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt und geprüft von:
leicht ist klar – Büro für Leichte Sprache.
Alma Karlin war Schriftstellerin.
Sie hat viel über ihre langen Reisen geschrieben.
Sie ist am 12. Oktober 1889 geboren.
Ihre Eltern lebten in Slowenien.
Alma kommt mit einer Behinderung zur Welt.
Ihr Körper ist auf der linken Seite gelähmt.
Ihr Kopf ist groß und sie schielt auf einem Auge.
Die Ärzte sagen: Sie wird nicht lange leben.
Ihre Mutter kann nur schwer akzeptieren, dass ihre Tochter behindert ist.
Sie geht mit Alma zu sehr vielen Ärzten.
Alma muss schon als kleines Kind
sehr viele Übungen zu Hause machen.
Und sie muss ein Tuch über den Ohren tragen.
Damit ihre Ohren nicht mehr ab stehen.
Deshalb mag Alma ihre Mutter nicht.
Im Haus wohnt auch eine Köchin und ein Dienst-Mädchen.
Alma mag das Dienst-Mädchen Mimi sehr gern.
Zu Mimi und zu ihrem Vater hat Alma ein gutes Verhältnis.
Als Alma 8 Jahre alt ist, stirbt aber ihr Vater.
Danach beginnt für Alma eine schwere Zeit mit ihrer Mutter.
Als Alma 13 Jahre alt ist, wird ihr Rücken krumm.
Sie muss wieder sehr viele Übungen machen
und auf einem harten Brett schlafen.
Sie wird am Kopf auf gehängt und hat viele Schmerzen.
Alma liest gerne.
Sie darf aber nur lesen, wenn sie gleichzeitig beim Lesen läuft.
Das will ihre Mutter so.
Alma wird sehr traurig und redet kaum.
Mimi versucht aber immer, sie abzulenken.
Alma entdeckt, dass sie Sprachen mag.
Sie lernt bei einem Privat-Lehrer Französisch und Englisch.
Mit 18 macht sie ihre Prüfung in Sprachen.
Sie will so schnell wie möglich von zu Hause ausziehen.
Mit 19 zieht Alma alleine nach London.
Dort arbeitet sie als Übersetzerin.
Sie lernt noch sehr viel mehr Sprachen:
Dänisch, schwedisch, russisch, italienisch und noch mehr.
Manchmal gibt sie einem Mann aus Japan
und einem Mann aus China Unterricht in Englisch.
Der chinesische Mann macht Alma einen Heirats-Antrag.
Die Beiden verloben sich.
Doch bald verlässt sie ihn wieder und lebt alleine.
Dann fängt der 1. Welt-Krieg an.
Sie verliert ihre Arbeit in London und muss weg ziehen.
Alma hat Bekannte in Norwegen und Schweden.
Sie wird einige Jahre dort leben.
In Norwegen und Schweden verdient sie ihr Geld wieder
mit Sprach-Unterricht.
Und sie liest viel über andere Länder.
Eine kurze Zeit lebt sie mal wieder bei ihrer Mutter.
Aber die Beiden verstehen sich immer noch nicht gut.
Als der 1. Welt-Krieg vorbei ist, kann Alma endlich reisen.
Sie ist 30 Jahre alt und geht allein auf Welt-Reise.
Mit dem Schiff fährt sie erst nach Peru in Süd-Amerika.
Später reist sie weiter nach Mittel-Amerika und nach Mexiko.
Alma macht völlig neue Erfahrungen auf dieser Reise.
Damals reisen Frauen meistens nicht alleine.
Sie muss sich oft gegen Männer-Gewalt wehren.
Aber das kann sie!
Wenn es sein muss, wehrt sie sich mit einem Messer
oder mit einer Eisen-Stange!
Alma schreibt viele Artikel über ihre lange Reise.
Die Artikel schickt sie nach Deutschland.
Dort werden sie in Zeitungen abgedruckt.
Und sie schreibt ihre ersten Bücher.
Deshalb ist sie bald bekannt als Schriftstellerin.
Nach 2 Jahren in Amerika reist sie weiter nach Japan, China und Korea.
In Japan gefällt es ihr besonders gut.
Sie trifft sich oft mit japanischen Künstlern.
Auch hier schreibt sie wieder ihre Reise-Erfahrungen auf.
Ihr letztes Reise-Ziel sind Inseln in der Süd-See
und später noch Indien und afrikanische Länder.
Ihre lange Welt-Reise dauert 8 Jahre.
Dann fährt sie wieder nach Hause, weil ihre Mutter sehr krank ist.
Inzwischen ist Alma berühmt geworden.
Viele Menschen lesen ihre Reise-Berichte und ihre Bücher.
Und Alma hält viele Vorträge, zum Beispiel bei Frauen-Vereinen.
Alma lernt die Malerin Thea Schreiber Gamelin kennen.
Die Beiden mögen sich sehr und ziehen zusammen.
Inzwischen sind in Deutschland die National-Sozialisten an der Macht.
Die beiden Frauen sind gemeinsam gegen die National-Sozialisten.
Die National-Sozialisten schicken Juden in Arbeits-Lager.
Dort werden sie später getötet.
Alma und Thea lassen jüdische Schreiber bei sich wohnen und schützen sie.
Als der 2. Welt-Krieg beginnt, werden Almas Bücher verboten.
Weil sie gegen die National-Sozialisten ist.
Alma wird verhaftet und soll getötet werden.
Aber Theas Freunde können Alma helfen.
Alma kommt wieder frei und kämpft weiter gegen die National-Sozialisten.
Sie überlebt den 2. Welt-Krieg und schreibt weiter Geschichten.
Aber ihre Geschichten werden nicht mehr abgedruckt.
Als Alma Brust-Krebs bekommt, pflegt Thea sie.
Alma stirbt am 14. Januar 1950 im Alter von 61 Jahren.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Martina Puschke.
Anita Kühnel hat den Text geprüft.
Helene Schjerfbeck war eine Malerin.
Sie ist am 10. Juli 1862 geboren.
Ihre Familie lebte in Helsinki.
Das ist die Haupt-Stadt von Finnland.
Helene hatte 4 Geschwister.
Aber nur Helene und ihr Bruder Magnus überlebten.
Helene sagte später:
Die Stimmung im Eltern-Haus war ernst.
Und die Stimmung war traurig.
Mit 4 Jahren hatte Helene einen Unfall:
Sie stürzte eine steile Treppe hinunter.
Sie verletzte sich die Hüfte.
Aber die Familie hatte kein Geld für einen Arzt.
Also konnte Helene nicht behandelt werden.
Aber die Mutter holte eine Frau ins Haus.
Diese pflegte Helene.
Für viele Monate.
Helene sollte ruhig im Bett liegen.
Ihre Hüfte sollte richtig zusammen-wachsen.
Aber es klappte nicht.
Deshalb hinkte Helene später.
Dann kam die Schul-Zeit.
Magnus durfte in die Schule.
Helene durfte nicht in die Schule.
Sie bekam Privat-Unterricht.
Helenes Lehrerin merkte:
Helene kann besonders gut zeichnen.
Deshalb durfte Helene schon mit 11 Jahren in eine Zeichen-Schule.
Dort lernte sie Helena Westermarck kennen.
Die beiden wurden enge Freundinnen.
Helena Westermarck sagte über Helene:
Sie ist still.
Aber sie will viel lernen.
Und sie kann sehr gut zeichnen.
Als Helene 13 Jahre alt war starb ihr Vater.
Helene und ihr Vater waren sich sehr nah.
Er verstand Helene.
Jetzt war Helene mit der Mutter und dem Bruder allein.
Die Mutter unterstützte Helene nicht.
Die Mutter dachte:
Trotzdem konnte Helene weiter lernen:
Ein Freund vom Vater bezahlte ihre private Zeichen-Schule.
Dort lernte sie noch besser Zeichnen.
Und Helene traf Ada Thilén.
Ada war auch Malerin.
Die beiden wurden sehr gute Freundinnen.
Sie wurden Mal-Schwestern.
Diese Zeichen-Schule war wichtig für Helene.
Sie malte sehr gute Bilder.
Sie durfte ihre Bilder in einer Ausstellung zeigen.
Und sie bekam einen Preis.
Da war Helene erst 17 Jahre alt.
Mit 18 Jahren malte sie dieses Bild: Verwundete Krieger im Schnee.
Auf dem Bild sieht man einsame und verletzte Soldaten.
Dieses Bild war damals etwas Besonderes:
Ein Kunstverein kaufte das Bild.
Und Helene bekam noch extra Geld dazu.
Endlich konnte sie sich ihren Traum erfüllen:
Mit 18 Jahren ging sie nach Paris.
Für Helene Schjerfbeck begann die glücklichste Zeit ihres Lebens:
Finnland unterstützte Helene weiter mit Geld.
Also konnte sie reisen.
Man merkte: Helene Schjerfbeck war eine besondere Malerin.
Das war damals für eine Frau ungewöhnlich.
Die nächsten Lebens-Jahre von Helene waren bewegt:
Mit 21 Jahren verlobte sich Helene mit einem Maler.
Später löste der Mann die Verlobung wieder.
Wegen ihrer Krankheit: dem Hinken.
Das war für Helene schlimm.
Sie war sehr enttäuscht.
Und sie ging nach Süd-England.
Zu ihre Maler-Freundin Marianne Preindlsberger.
Dort malte Helene ihr Bild Die Genesende.
Man sieht ein kleines Mädchen.
Das Mädchen war krank.
Aber die Krankheit wird langsam besser.
Vielleicht hat Helene ihre eigene Kindheit gemalt.
Das weiß man nicht genau.
Als Helene Schjerfbeck über 30 war, reiste sie weniger.
Die Mutter wollte Helene bei sich haben.
Also lebte Helene wieder in Helsinki.
Trotzdem malte sie weiter.
Und sie arbeitete als Zeichen-Lehrerin.
Mit 40 Jahre wurde Helene wieder krank.
Sie merkte:
In Helsinki war zu viel los.Die Mutter zog mit um.
Es gab viele Spannungen.
Die Mutter herrschte über Helene.
Helene sollte vor allem Haus-Arbeiten machen.
Trotzdem malte Helene Schjerfbeck weiter.
Als sie ungefähr 50 Jahre alt war, kam ein Kunst-Händler zu ihr.
Er zeigte ihr wie man ihre Kunst gut verkaufen konnte.
Ab da musste sich Helene keine Sorgen mehr machen.
Sie verdiente mit ihrer Kunst genug Geld.
Helene war 55 Jahre, als die Mutter starb.
Helene blieb auf dem Land.
Und malte weiter.
Im Zweiten Welt-Krieg zog Helene Schjerfbeck nach Schweden.
Sie kehrte nicht mehr nach Finnland zurück.
Sie starb am 24. Januar 1946.
Helene Schjerfbeck hat uns besondere Bilder hinterlassen.
Zum Beispiel hat sie sich 36 Mal selbst gemalt.
Auf diesen Bilder sieht man sehr gut:
Helene hatte viele Seiten.
Sie war eine selbstbewusste Frau.
Und sie war eine nachdenkliche Frau.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Susanne Göbel.
Geprüft wurde der Text von Anita Kühnel.
Jane Bowles war eine Schriftstellerin aus Amerika.
Sie wurde am 22. Februar 1917 in New York geboren.
Sie hatte eine Behinderung und humpelte beim Laufen.
Als Kind hat sie sich darüber sehr geärgert.
Als Jane 13 Jahre alt ist, stirbt ihr Vater.
Danach lebt sie alleine mit ihrer Mutter.
Janes Mutter verwöhnt ihre Tochter sehr.
Die Familie hat viel Geld.
Deshalb soll Jane auf ein teures Internat gehen.
Im Internat gehen die Kinder zur Schule und wohnen dort auch.
Aber Jane ist nicht lange auf dem Internat.
Sie stürzt von einem Pferd und bricht sich das Knie.
Sie wird mehrere Male am Knie operiert.
Damit das Knie besser heilen kann,
lebt Jane 2 Jahre lang mit ihrer Mutter in der Schweiz.
Dort ist sie in einem Kranken-Haus.
Sie darf nicht laufen.
Aber das Knie bleibt ihr Leben lang steif.
Im Kranken-Haus liest Jane sehr viel.
Damals hatte Jane das erste Mal die Idee:
Sie möchte Schriftstellerin werden.
Mit 17 Jahren schreibt Jane schließlich ihr 1. Buch.
Am liebsten ist sie jedoch auf Partys.
Jane ist eine schöne junge Frau und sie hat gerne Spaß.
Sie liebt Frauen und geht sehr gerne in Kneipen nur für Frauen.
Das gefällt ihrer Mutter gar nicht.
Ihre Mutter möchte, dass sie sich einen Mann sucht und heiratet.
Aber das ist Jane egal.
Als Jane 20 Jahre alt ist, lernt sie doch einen Mann kennen,
der ihr gefällt.
Er heißt Paul und ist ein ruhiger Mann.
Ein Jahr später heiraten die beiden und fahren auf eine lange Reise.
Erst geht die Reise nach Mittel-Amerika und danach nach Paris.
Die lange Reise ist ein großes Abenteuer.
Jane schreibt später in einem Buch die vielen Erlebnisse auf.
Das Zusammen-Leben mit Jane ist für Paul nicht so leicht.
Jane trinkt sehr viel Alkohol.
Sie ist jeden Abend bis spät in die Nacht auf Partys.
Und sie ist sehr unordentlich.
Irgendwann schlägt Paul Jane.
Das darf Paul natürlich nicht.
Aber Jane verzeiht ihm.
6 Monate später fahren die beiden wieder zurück nach New York.
Jane geht weiterhin auf viele Partys und trinkt viel Alkohol.
Sie verliebt sich in eine Frau, die oft bei ihr ist.
Das führt zu einem Streit bei Paul und Jane.
Paul schlägt Jane wieder.
Danach wohnen die Beiden noch zusammen.
Sie sind auch noch verheiratet.
Aber sie sind kein Paar mehr.
Trotzdem verreisen Jane und Paul noch oft zusammen in andere Länder.
Jane verliebt sich auf den Reisen immer wieder in Frauen.
Und sie schreibt Bücher und Geschichten.
Aber Jane geht es nicht gut.
Einmal will sie sich selber töten.
Aber sie überlebt.
Paul soll davon nichts wissen.
Als Jane 30 Jahre alt ist, zieht Paul nach Marokko.
Jane zieht mit ihm nach Marokko und lebt dort 20 Jahre lang.
Die Beiden kennen viele Künstlerinnen und Künstler.
Jane hat wechselnde Beziehungen mit Frauen.
Ihr Leben ist sehr aufregend.
Jane ist inzwischen jedoch krank vom Alkohol.
Sie bekommt Blut-Hochdruck und muss Medikamente nehmen.
Im Alter von 40 Jahren bekommt sie einen Schlag-Anfall.
Danach kann sie nur noch wenig sehen und hat Epilepsie.
Paul begleitet Jane nach England.
Dort ist sie in verschiedenen Kranken-Häusern.
Bald geht es ihr etwas besser.
Aber Jane ist jetzt oft traurig.
Sie hat eine Depression und macht eine Therapie.
Und sie muss Medikamente nehmen.
Die Medikamente vergisst sie aber oft, weil sie wieder Alkohol trinkt.
Es geht Jane immer schlechter.
Als Jane 50 Jahre alt ist, bringt Paul sie in ein Kranken-Haus
für Menschen, die psychisch krank sind.Dort will Jane aber nicht sein.
Sie wird sehr wütend und möchte wieder nach Hause.
Jane lebt aber noch 6 Jahre lang in verschiedenen Kranken-Häusern.
Es geht ihr schlecht und sie kommt nicht mehr nach Hause.
Mit 56 Jahren stirbt Jane im Kranken-Haus.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Martina Puschke.
Anita Kühnel hat den Text geprüft.
Virginia Woolf war eine berühmte und bekannte Schriftstellerin aus England.
Sie lebte von 1882 bis 1941.
Sie hat Bücher und Erzählungen geschrieben,
aber auch viele Briefe und Tage-Bücher.
Oft ging es dabei um ihr Leben, ihre Familie und ihre Gefühle.
Virginia wurde am 25. Januar 1882 geboren.
Ihre Mutter war eine sehr schöne Frau
und kümmerte sich viel um andere Menschen.
Ihr Vater war ein kluger Mann, der aber schnell wütend wurde.
Im Alter wurde er schwer krank und immer schwieriger.
Virginia hatte viele Geschwister und Halb-Geschwister:
Ihren Bruder Thoby und ihre Schwester Vanessa mochte sie sehr gern.
Zu ihren älteren Halb-Geschwistern hatte sie keine gute Beziehung.
Von den beiden großen Halb-Brüdern
wurde Virginia als Mädchen sexuell missbraucht.
Darüber schrieb sie später auch in ihren Büchern.
Virginia hatte auch eine Halb-Schwester mit Lern-Schwierigkeiten,
die sie aber nicht besonders mochte.
In der Kindheit und Jugend gab es aber auch viele schöne Erlebnisse:
Im Sommer waren die Kinder viel draußen auf dem Land.
Wenn die Familie in London war, kamen viele berühmte Gäste.
Als Virginia 13 Jahre alt war, starb ihre Mutter.
Virginia und ihre Schwester Vanessa
mussten sich um ihren kranken Vater kümmern.
Nach seinem Tod konnten die beiden Mädchen
dann in ein neues Haus in London umziehen und Reisen machen.
Aber in dieser Zeit wurde Virginia das erste Mal krank.
Sie hörte Stimmen, die nicht da waren und wollte nicht mehr essen.
Sie stürzte sich sogar aus einem Fenster.
Erst nach einem halben Jahr ging es ihr besser.
Mit 20 Jahren schrieb Virginia Texte für Zeitungen und hielt Vorträge.
In dem neuen Haus von Virginia und ihrer Schwester trafen sich viele junge Leute: Maler, Schrift-Steller und Wissenschaftler.
Dieses Leben gefiel den beiden jungen Frauen.
Aber im Jahr 1906 starb ihr Bruder Thoby
und die Schwester Vanessa hat geheiratet.
Virginia und ihr Bruder Adrian zogen um in ein kleineres Haus.
Im Jahr 1912 heiratete Virginia Leonard Woolf.
Kurz danach ging es Virginia wieder schlechter
und sie musste in eine Klinik für geistes-kranke Frauen.
So nannte man früher Frauen, die psychische oder seelische Probleme hatten.
Auch dort ging es ihr nicht besser.
Als ihr Mann sie wieder nach Hause geholt hatte,
wollte sie sich mit Tabletten umbringen.
4 Kranken-Schwestern blieben Tag und Nacht bei Virginia,
um auf sie aufzupassen.
Erst nach 2 Jahren ging es Virginia langsam besser.
Leonard achtete genau darauf,
dass Virginia einen geregelten Tages-Ablauf hatte:
Am Vormittag schrieb sie ihre Bücher und Texte.
Am Nachmittag druckte sie zusammen mit ihrem Mann Bücher.
Am Abend hatten die beiden oft Gäste.
Virginia Woolf wurde als Schriftstellerin immer erfolgreicher.
Das Schreiben half ihr auch gegen ihre Traurigkeit.
Virginia lernte in dieser Zeit viele Menschen kennen.
Für eine kurze Zeit verliebte sie sich auch
in die Schriftstellerin Vita Sackville-West.
Aber immer wieder ging es Virginia auch schlecht:
Sie hatte schlimme Kopf-Schmerzen,
konnte nicht schlafen und war traurig.
Als im Krieg in London viele Bomben fielen,
zog sie mit ihrem Mann in ihr Sommer-Haus auf dem Land.
Der Krieg machte den beiden große Angst.
Denn Leonard war Jude
und die Deutschen wollten die Juden vernichten.
Auch ihr Leben wurde immer schwieriger:
Es gab nicht mehr genug zu Essen und es kamen kaum noch Besucher.
In dieser Zeit ging es Virginia wieder sehr schlecht.
Am 28. März 1941 schrieb sie einen Abschieds-Brief
und hat sich in einem Fluss in der Nähe ihres Hauses umgebracht.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Ricarda Kluge.
Anita Kühnel hat den Text geprüft.
Frances Eliza Hodgson Burnett war eine bekannte Schriftstellerin.
Sie wurde in England geboren.
Aber sie lebte auch viel in den USA.
Frances Eliza Hodgson Burnett schrieb Romane
und Theater-Stücke für Erwachsene.
Aber ihre Kinder-Bücher waren bekannter.
Zum Beispiel diese beiden Bücher:
Frances Eliza wurde im November 1849 geboren.
Erst lebte sie in England.
Als ihr Vater starb, änderte sich ihr Leben:
Die Familie zog nach Tennessee, in die USA.
Frances Eliza war 16 Jahre alt.
Frances Eliza ging nur wenig in die Schule.
Aber sie liebte Lesen und Schreiben.
Und das half der Familie.
Denn Frances Eliza musste Geld verdienen.
Und ihre Familie mit unterstützen.
Also schrieb sie Geschichten für Frauen-Zeitschriften.
Meistens ging es in diesen Geschichten darum:
Arme Arbeiterinnen und schöne Liebes-Geschichten.
1873 heiratete Frances Eliza den Arzt Dr. Burnett.
Sie bekam 2 Söhne: Lionel und Vivian.
Mit 11 Jahren wurde ihr Sohn Lionel sehr krank.
Er bekam die Lungen-Krankheit Tuberkulose.
Niemand konnte ihm helfen.
Als Lionel 15 Jahre alt war, starb er.
Das war für Eliza Hodgson Burnett sehr, sehr schlimm.
Und sie wurde selbst schwer krank.
Sie hatte viele traurige und schlimme Gedanken.
In schwerer Sprache heißt diese Krankheit: Depression.
Eliza Hodgson Burnett suchte Hilfe.
Dabei half ihr die Religion Christliche Wissenschaft.
Eliza Hodgson Burnett war sehr viele Jahre krank.
Trotzdem schrieb sie weiter Bücher und Geschichten.
1898 ließ sich Burnett von ihrem Mann scheiden.
Sie zog zurück nach England.
Und lebte 7 Jahre in einem sehr großen, vornehmen Land-Haus.
Dort gab es besonders schöne und wilde Gärten.
Diese Gärten waren für Eliza Hodgson Burnett sehr wichtig.
Zum Beispiel für ihr sehr beliebtes Kinder-Buch: Der geheime Garten.
Darum geht es in dem Buch:
Das Mädchen Mary, ihren Cousin Colin und einen geheimen Garten.
Mary ist ein ungewolltes Kind.
Deshalb schieben ihre Eltern sie ab.
Aber die Kinder-Frau behandelt Mary schlecht.
Als die Eltern von Mary sterben, kommt Mary zu ihrem reichen Onkel.
Dort lernt sie ihren kranken und gemeinen Cousin Colin kennen.
Und sie findet einen Freund: den Arbeiter-Sohn Dickon.
Alle 3 Kinder haben ein schweres Leben.
Aber bald entdeckt Mary einen geheimen Garten.
In dem Garten gibt es geheimnis-volle Kräfte.
Die Kräfte können heilen.
Deshalb bringen Mary und ihr Freund Dickon
den kranken Colin in den Garten.
Colin soll wieder Mut und Kraft bekommen.
Und es klappt: Colin wird wieder gesund.
Diese Kinder-Geschichte hat viel mit Burnetts Glauben zu tun.
Sie glaubt: Gott spürt man in der Natur.
Aber die Kinder-Geschichte zeigt noch etwas ganz Wichtiges:
Die 3 Kinder lassen sich nicht unter-kriegen.
Die Kinder helfen sich selbst.
Und sie helfen sich gegenseitig.
Denn: Mary und ihr Freund Dickon sind für den kranken Colin da.
Als es ihm schlecht geht.
Heute würde man sagen: Das war Selbst-Hilfe von Kindern für Kinder.
Das Buch Der geheime Garten erschien 1911.
Da lebte Eliza Hodgson Bernett schon wieder in den USA.
Bis zu ihrem Tod schrieb sie Bücher und Geschichten.
Eliza Hodgson Burnett starb mit 74 Jahren.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Heike Oldenburg.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Susanne Göbel.
Geprüft wurde der Text von Anita Kühnel.
Harriet Martineau kennt heute in Deutschland kaum jemand.
Ihre Bücher und Texte gibt es nicht auf Deutsch.
Dabei war Harriet Martineau eine wichtige Wissenschaftlerin.
Und sie war die erste Frau, die als Soziologin geforscht hat.
In der Soziologie geht es darum:
Wie leben Menschen zusammen?
Welche Regeln gibt es für das Zusammen-Leben von Menschen?
Harriet Martineau wurde 1802 in einer Klein-Stadt in England geboren.
Ihre Familie hatte viel Geld.
Harriet hatte noch 7 Geschwister.
Schon als Kind konnte sie immer schlechter hören.
Als Hilfs-Mittel hat sie ein Hör-Rohr benutzt.
Harriet selbst hat später aufgeschrieben,
dass ihre Kindheit sehr schwer war.
Ihre Mutter war sehr streng zu den Kindern.
Harriet war ein kluges Mädchen.
Sie lernte 5 Sprachen und hat viel gelesen.
Aber sie durfte nicht zur Höheren Schule gehen,
sondern sollte lieber Hand-Arbeiten lernen.
Aber Harriet wollte immer Forscherin werden und Bücher schreiben.
Ihr Bruder James hat sie dabei immer unterstützt.
Schon mit 19 Jahren hat sie Texte für eine Wissenschafts-Zeitung geschrieben.
Mit 24 Jahren hat sie überlegt, ob sie heiratet und Kinder bekommt.
Aber sie war nicht sicher, ob dieses Leben das richtige für sie ist.
Als ihr Verlobter noch vor der Hochzeit stirbt, hat sie entschieden:
Sie will lieber allein bleiben und arbeiten.
1832 fängt sie mit einer Buch-Reihe über Politik und Wirtschaft an.
Dabei ist ihr sehr wichtig, dass viele Menschen ihre Texte verstehen.
Deshalb schreibt sie in einer verständlichen Sprache.
Ab 1834 fährt sie für 2 Jahre nach Amerika und forscht dort.
Sie spricht mit vielen Menschen.
In ihren Büchern vergleicht Harriet Martineau:
Welche Regeln und Vorschriften gibt es in Amerika
für das Zusammen-Leben?
Und wie leben die Menschen wirklich?
Harriet macht die Amerika-Reise nicht allein.
Ihre Kollegin Louisa Jeffrey hilft ihr,
besonders wegen ihrer Schwer-Hörigkeit.
Schon 1832 ist Harriet nach London gezogen.
Dort hat sie viel mit anderen Forscherinnen und Forschern zu tun.
Sie setzt sich für die Rechte von Frauen ein.
Zum Beispiel dafür, dass Mädchen zur Schule gehen dürfen.
1839 wird Harriet schwer krank.
Sie hat Krebs.
Der Arzt sagt, dass sie nur noch 5 Jahre leben wird.
Sie hat schlimme Schmerzen und muss gepflegt werden.
Aber trotzdem arbeitet Harriet in dieser Zeit weiter.
Sie schreibt Kinder-Bücher
und ein wichtiges Buch über das Leben mit einer schweren Krankheit.
Nach einiger Zeit geht es Harriet wieder besser.
Sie glaubt fest daran,
dass ihr eine besondere Heil-Methode geholfen hat.
Dabei geht es um Hand-Auflegen und um Hypnose.
Viele Ärzte haben gesagt, das kann bei Krankheiten nicht helfen.
Nach ihrer Krankheit reist Harriet sehr viel,
obwohl sie inzwischen nicht mehr hören kann.
Zum Beispiel in England und Irland, aber auch in Syrien und Ägypten.
Dort forscht Harriet über die verschiedenen Religionen.
In dieser Zeit schreibt sie viele Bücher:
Romane, Reise-Berichte, wissenschaftliche Übersetzungen und Texte für Zeitungen.
Sie schreibt zum Beispiel über Frauen und über Menschen mit Behinderungen.
Und sie übersetzt Bücher und Artikel.
Außerdem lässt sie ein Haus für sich auf dem Land bauen.
Dort gibt sie Kurse für Arbeiter und hat eine kleine Land-Wirtschaft.
1856 wird Harriet wieder krank.
Sie muss gepflegt werden
und das Schreiben fällt ihr immer schwerer.
Aber ihre Lebens-Geschichte kann sie noch aufschreiben.
Und sie macht sich weiter für die Frauen-Rechte stark.
1876 stirbt Harriet Martineau in ihrem Haus.
Sie wurde 74 Jahre alt.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Ricarda Kluge.
Geprüft wurde der Text von Anita Kühnel.
Elisabeth Barrett Browning war eine berühmte Dichterin aus England.
Viele andere Dichterinnen haben später über sie geschrieben.
Sie war ein Vorbild für viele Dichterinnen.
Elisabeth Barrett wurde am 6. März 1806 geboren.
Sie hatte noch 10 jüngere Geschwister.
Schon als kleines Mädchen wusste Elisabeth genau, was sie will.
Sie war ein kluges und lustiges Kind.
Damals sollten Mädchen noch nicht viel lernen.
Elisabeth hatte aber Glück:
Sie konnte beim Unterricht für ihren Bruder mitmachen.
Sie lernte viele Sprachen und schrieb Gedichte und Geschichten.
Als junges Mädchen hatte Elisabeth einen schlimmen Reit-Unfall.
Dabei hat sie sich schwer verletzt.
Und es blieb eine Folge von dem Unfall zurück:
Ihr ganzes Leben wurde sie immer schnell müde.
Außerdem bekam sie eine Lungen-Krankheit.
Bei einem Erholungs-Urlaub mit ihrem Lieblings-Bruder Bro
gab es noch ein schlimmes Unglück:
Bro hatte einen Unfall beim Segeln und starb.
Elisabeth glaubte, sie war schuld am Tod von Bro.
Sie bekam eine schlimme Depression.
Sie war so traurig, dass sie nicht mehr aufstehen konnte.
Und sie wurde abhängig vom Schlaf-Mittel Morphium.
Zur gleichen Zeit wurde Elisabeth aber als Dichterin immer bekannter.
Trotzdem wollte sie nicht mehr aus dem Haus gehen
und es ging ihr sehr schlecht.
Besser wurde es erst, als Elisabeth Robert Browning kennen lernte.
Robert Browning war auch ein Dichter.
Er wollte Elisabeth treffen, weil er ihre Gedichte bewunderte.
Die beiden verliebten sich ineinander.
Robert kam jede Woche zu Besuch und sie schrieben sich viele Briefe.
Aber Elisabeths Familie durfte nichts von der Liebe erfahren.
Der Vater hatte allen seinen Kindern verboten zu heiraten.
Trotzdem haben Elisabeth und Robert heimlich geheiratet.
Danach sind die beiden nach Italien gefahren und lebten dort.
Nach 3 Fehl-Geburten bekam Elisabeth einen Sohn.
Die Familie war viel unterwegs.
Elisabeth hat weiter Gedichte geschrieben und wurde immer bekannter.
Die Ehe von Elisabeth und Robert war glücklich.
Aber es gab auch Streit.
Zum Beispiel:
Elisabeth glaubte an Geister.
Sie machte bei Sitzungen mit,
in denen die Geister von toten Menschen gerufen wurden.
Robert fand das nicht gut.
Die beiden haben auch über die Erziehung von ihrem Sohn gestritten.
Elisabeth ließ den kleinen Sohn viel ausprobieren
und wollte ihm nichts vorschreiben.
Er sollte auch nicht wie ein Junge erzogen werden.
Vielleicht weil sie selbst als Mädchen ungerecht behandelt wurde.
Elisabeths Gesundheit wurde immer schlechter.
Die Familie musste immer wieder umziehen,
wenn das Wetter an einem Ort nicht gut für Elisabeth war.
Im Jahr 1861 fühlte sie sich immer schwächer
und ihre Lungen-Erkrankung wurde immer schlimmer.
Im Sommer bekam sie eine schwere Erkältung
und hatte Wasser in der Lunge.
Die Ärzte konnten ihr nicht mehr helfen.
Am 29. Juni 1861 starb Elisabeth Barrett-Browning.
Sie war 55 Jahre alt.
Elisabeth wurde in Florenz in Italien begraben.
Ihr Mann Robert ging mit ihrem Sohn zurück nach London.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Ricarda Kluge.
Geprüft wurde der Text von Anita Kühnel.
Unica Zürn war eine Schriftstellerin und Zeichnerin.
Sie lebte von 1916 bis 1970.
Wie viele andere Frauen in dieser Zeit
wurde Unica Zürn als Künstlerin nicht sehr berühmt.
Unica wurde als Nora Berta Ruth Zürn mitten im 1. Welt-Krieg geboren.
Sie lebte mit ihre Mutter und ihrem älteren Bruder zusammen.
Der Vater war wenig zuhause.
Als Kind hat Ruth schlimme Dinge erlebt:
Ihr Bruder hat sie vergewaltigt.
Und ihre Mutter hat dem Mädchen Angst gemacht.
Die kleine Ruth war oft allein und hat in ihrer eigenen Fantasie-Welt gespielt.
Ruth hat mit 16 Jahren die Schule abgebrochen
und hat später als Schreiberin für Werbe-Filme gearbeitet.
Mit 26 Jahren hat Ruth geheiratet und 2 Kinder bekommen.
Aber nach 7 Jahren wurde die Ehe geschieden
und die Kinder kamen zum Vater.
In dieser Zeit musste Ruth wieder selbst Geld verdienen:
Sie schrieb Geschichten und Hör-Spiele.
Sie zeichnete in dieser Zeit ihre ersten Bilder.
In dieser Zeit veränderte sich viel in ihrem Leben.
Sie änderte ihren Namen Ruth in Unica.
Und sie lernte den Künstler Hans Bellmer kennen.
Er lebte in Paris und war ein bekannter Künstler.
Hans Bellmer machte Unica Mut, damit sie weiter Texte schreibt:
Ihre ersten Erzählungen und viele kurze Gedichte.
Die beiden haben sich gegenseitig in ihrer Arbeit unterstützt.
Sie lebten zusammen in Paris und hatten wenig Geld.
Die Beziehung war nicht einfach:
Unica wollte sich immer wieder trennen.
In dieser Zeit wurde Unica auch psychisch krank.
In ihrem Buch „Der Mann im Jasmin“
hat sie sehr genau über ihre Krankheiten geschrieben.
Im Jahr 1960 hatte sich Unica wieder einmal von Hans Bellmer getrennt.
Sie war in Berlin und es ging ihr sehr schlecht.
Deshalb wurde sie in eine psychiatrische Klinik gebracht.
Dort musste sie ein halbes Jahr bleiben.
Im Frühling 1961 kam sie nach Paris zurück,
aber sie musste dort auch wieder in eine Klinik.
In dieser Klinik hat Unica viele Bilder gezeichnet.
In den Jahren danach war Unica abwechselnd
bei Hans Bellmer in Frankreich und in verschiedenen Kliniken.
Es ging ihr immer schlechter:
Sie war sehr traurig und musste starke Medikamente nehmen.
In den Jahren 1969 und 1970 ging es Unica
mal besser und mal schlechter.
Hans Bellmer und sie hatten sich getrennt.
Unica wurde aus der Klinik entlassen, als es ihr besser ging.
Aber am 19. Oktober 1970 hat sich Unica umgebracht.
Unicas bekanntestes Buch ist
„Der Mann im Jasmin. Eindrücke aus einer Geisteskrankheit“.
In diesem Buch schreibt sie sehr genau über sich und ihre Krankheit.
Aber auch über die Abläufe in der Psychiatrie
und über die anderen Patientinnen.
Hier ist ein kleiner Text von Unica Zürn:
Ich weiss nicht, wie man die Liebe macht
Wie ich weiss, „macht“ man die Liebe nicht.
Sie weint bei einem Wachslicht im Dach.
Ach, sie wachst im Lichten, im Winde bei
Nacht. Sie wacht im weichen Bilde, im Eis
Des Niemals, im Bitten wache wie ich.
Ich weiss, wie ich macht man die Liebe nicht.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Ricarda Kluge.
Anita Kühnel hat den Text geprüft.
Die Familie Kennedy lebt in Amerika.
Sie ist sehr berühmt.
Und sie ist sehr reich.
Am 13.September 1918 wird Rosemary Kennedy geboren.
Rosemary hat noch 4 Brüder und 4 Schwestern.
Rosemary lernt viele Dinge langsamer als ihre Schwestern und Brüder.
Rosemary hat Lern-Schwierigkeiten.
Die Eltern von Rosemary wollen das nicht verstehen.
Sie sagen:
Niemand in unserer Familie ist schwach.
Wir sind eine starke Familie.
Ein Bruder von Rosemary wird sogar Präsident von Amerika.
Das war John F. Kennedy.
Die Mutter behandelt Rosemary wie ein Kind ohne Behinderung.
Der Vater beachtet Rosemary nicht.
Rosemary muss viel lernen.
Sie bekommt extra Schul-Stunden.
Damit sie lesen und schreiben lernt.
Denn andere Menschen sollen nicht merken, dass Rosemary eine Behinderung hat.
Für Rosemary ist das alles sehr schwer.
Später geht Rosemary in eine Schule für Menschen mit Behinderung.
Dort wohnt sie auch.
Sie schreibt viele Briefe an ihre Familie.
Dabei unterstützen sie die Lehrerinnen.
Denn Rosemary kann alleine keine Briefe schreiben.
In einem Brief bedankt sich Rosemary bei Ihrem Vater.
Sie schreibt:
Ich bin froh, dass du mich hier in der Schule besucht hast.
Ich bin so traurig, wenn ich dich enttäusche.
Weil ich nicht so stark bin, wie meine Brüder und Schwerstern.
Im Jahr 1937 wird der Vater von Rosemary Botschafter in England.
Das bedeutet:
Er soll das Land Amerika in England vertreten.
Er soll viel über Amerika erzählen.
Deshalb zieht die Familie Kennedy nach England.
In England besucht die Familie Kennedy viele berühmte Menschen.
Zum Beispiel die englische Königin.
Rosemary ist immer dabei.
Niemand soll merken, dass Rosemary eine Behinderung hat.
Deshalb erzählt die Familie Kennedy:
Rosemary arbeitet an einer Schule.
Sie ist Lehrerin.
1939 fängt der 2. Welt-Krieg an.
Die Familie Kennedy zieht wieder zurück nach Amerika.
Nur Rosemary bleibt mit Ihrem Vater in England.
Rosemary hat große Angst.
Sie bekommt Wut-Anfälle.
Und sie streitet oft.
Nun können andere Menschen sehen:
Rosemary hat eine Behinderung.
Deshalb geht Rosemarys Vater mit ihr zu einem Arzt.
Er soll Rosemary am Kopf operieren.
Damit sie keine Wut-Anfälle mehr bekommt.
Nach der Operation geht es Rosemarie sehr schlecht.
Sie kann nicht mehr sprechen.
Und sie braucht viel Pflege.
Sie hat eine schwere Behinderung.
Rosemarie kommt in ein Pflege-Heim.
Die Familie kümmert sich jetzt nicht mehr um sie.
Über Rosemarys Operation und die Behinderung redet die Familie nicht.
Die Familie Kennedy erzählt anderen Menschen wieder:
Rosemary ist Lehrerin.
Sie arbeitet in einer Schule.
Am 7. Januar 2005 stirbt Rosemary in dem Pflege-Heim.
2 Schwestern von Rosemary machen sich für Menschen
mit Behinderung stark.
Eunice Kennedy-Shriver und Jean Kennedy-Smith
sind Schwestern von Rosemary.
Sie finden nicht gut, was die Eltern mit Rosemary gemacht haben.
Deshalb haben sie verschiedene Sachen
für Menschen mit Behinderung gemacht.
Zum Beispiel:
Seit dem Jahr 1968 gibt es Sport-Spiele
für Menschen mit Lern-Schwierigkeiten auf der ganzen Welt.
Für diese Spiele hat sich Eunice Kennedy-Shriver stark gemacht.
Und Jean Kennedy-Smith hat eine Organisation
für Menschen mit Behinderung gegründet.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt und geprüft von
leicht ist klar – Büro für Leichte Sprache.
Im Sommer 2012 waren die Paralympischen Spiele in London.
Bei den Paralympischen Spielen machen behinderte Sportlerinnen
und Sportler aus der ganzen Welt mit.
In diesem Jahr waren diese Wettkämpfe besonders gut:
Viele Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt haben zugeschaut,
wie behinderte Sportlerinnen und Sportler um den Sieg gekämpft haben.
Genau wie die Sportlerinnen und Sportler ohne Behinderungen.
Aber schon vor mehr als 50 Jahren gab es eine Frau mit Behinderung,
die eine erfolgreiche Sportlerin war.
Das war Wilma Rudolph.
Wilma Rudolph wurde am 23. Juni 1940
in einer kleinen Stadt in den USA geboren.
Sie hatte noch 21 Brüder und Schwestern.
Die Familie hatte nicht viel Geld.
Die kleine Wilma kam als Früh-Geburt auf die Welt
und war als Kind immer wieder krank.
Als kleines Mädchen hatte Wilma Kinder-Lähmung.
Die Ärzte glaubten, dass Wilma nie wieder ohne Krücken laufen kann.
In dieser Zeit gab es in den USA noch die Rassen-Trennung.
Das heißt:
Damals wurden Menschen mit schwarzer Haut-Farbe
sehr ungerecht behandelt.
Sie hatten weniger Rechte als Menschen mit weißer Haut-Farbe.
Sie duften nicht die gleichen Sachen benutzen,
wie Menschen mit weißer Haut-Farbe.
Zum Beispiel:
Die Kinder mussten in andere Schulen gehen.
Schwarze Menschen dürften in vielen Läden nicht einkaufen.
Deshalb gab es auch keinen guten Arzt für Wilma in ihrer Stadt.
Die Mutter ist deshalb mit Wilma 2 mal in der Woche
weit weg in eine größere Stadt gefahren.
Dort wurden auch schwarze Kinder mit Kinder-Lähmung behandelt.
Auch die Familie hat viele Übungen mit dem Mädchen gemacht.
Die Mühe hatte Erfolg.
Mit 9 Jahren brauchte Wilma keine Krücken mehr.
2 Jahre später konnte Wilma schon wieder Basket-Ball spielen.
Wilmas war eine sehr gute Basket-Ball-Spielerin.
Sie spielte in der Schul-Mannschaft mit.
Als Wilma 15 Jahre alt war,
hat ein Trainer für Leicht-Athletik das Mädchen spielen sehen.
Er wollte mit Wilma trainieren und sie wurde eine tolle Läuferin.
Schon nach einem Jahr machte Wilma Rudolph
bei den Olympischen Spielen in Australien mit.
Dann machte Wilma erstmal 2 Jahre Pause mit dem Sport,
weil sie ein Baby bekommen hat.
Aber schon bald hat sie wieder trainiert
und wird immer besser und erfolgreicher.
Sie hat bei vielen Wettkämpfen mitgemacht.
1960 war Wilma Rudolph wieder bei den Olympischen Spielen dabei.
Dort hat sie 3 mal Gold gewonnen.
Ihre Fans haben Wilma „die schwarze Gazelle“ genannt.
Weil sie so schnell rennen konnte wie dieses Tier.
Und weil sie eine schwarze Haut-Farbe hatte.
Wilma Rudolph war eine berühmte Sportlerin.
Aber sie hat sich auch für andere Menschen eingesetzt.
Ein Beispiel:
Nach den Olympischen Spielen
wollte der Regierungs-Chef von Wilmas Heimat
eine Feier für sie machen.
Wilma Rudolph hat gesagt:
Sie kommt nur zu der Feier,
wenn Menschen mit allen Haut-Farben dabei sein können.
Dann haben schwarze und weiße Menschen zusammen gefeiert.
So hat sich Wilma für die Gleich-Berechtigung eingesetzt.
Wilma hatte danach noch viele Erfolge im Sport.
Aber 1962 hörte sie mit dem Leistungs-Sport auf.
Weil sie operiert werden musste
und weil sie mit ihrem 2. Baby schwanger war.
Später bekam sie noch mehr Kinder.
Nach ihrer Zeit als Sportlerin wurde Wilma Lehrerin.
Sie war außerdem Trainerin für Basket-Ball und Leicht-Athletik.
Und sie hat im Fernsehen Sport-Sendungen und Werbung gemacht.
Sie hat 2 Bücher geschrieben und viele Vorträge gehalten.
Und Wilma Rudolph hat einen Verein gegründet.
In diesem Verein wollte sie schwarze Kinder
aus armen Familien für den Sport begeistern.
Eins von diesen Kindern war Florence Griffith Joyner.
Sie wurde später selbst eine erfolgreiche und berühmte Sportlerin.
1977 hat Wilma ein Buch über ihr Leben geschrieben.
Aus dem Buch wurde auch ein Film für das Fernsehen gemacht.
1994 starb Wilma Rudolph.
Sie war die erste berühmte Sportlerin in den USA
mit schwarzer Haut-Farbe.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Ricarda Kluge.
Geprüft wurde der Text von Anita Kühnel.
Kurz vor Weihnachten 2011 gab es eine traurige Nachricht:
Aiha Zemp ist tot.
Aiha Zemp war eine wichtige Frau
für die Behinderten-Bewegung in der Schweiz.
Sie hat vielen Menschen Mut gemacht.
Nicht nur in der Schweiz.
Für viele kam die Nachricht von ihrem Tod überraschend.
Nur wenige Menschen wussten,
dass es ihr in der letzten Zeit nicht gut ging.
Aiha Zemp wurde am 26. August 1953
in einem kleinen Dorf in der Schweiz geboren.
Aiha kommt ohne Arme und Beine auf die Welt.
Schon früh erlebt sie,
dass Menschen mit Behinderung ungerecht behandelt werden.
Der Pfarrer will das Mädchen nicht taufen.
Weil ein behindertes Kind Unglück bringt.
Er sagt auch: das Kind darf nicht Maria heißen.
Denn dieser Name bedeutet: „die Kinder bekommt“.
Er glaubt ein behindertes Mädchen wird nie Kinder bekommen.
Die Eltern müssen einen neuen Namen für das Mädchen finden.
Es soll Therese heißen.
Als erwachsene Frau sucht sie sich selbst einen Namen aus:
Sie nennt sich Aiha.
In ihrem Dorf geht Aiha zum Kinder-Garten und in die Grund-Schule.
Damit man ihre Behinderung nicht so sieht,
bekommt das Mädchen Bein-Prothesen.
Schon als Kind soll sie lernen:
Der behinderte Körper ist nicht schön.
Aiha soll versuchen, normal auszusehen.
Aber Aiha kann sich mit den Prothesen nicht gut bewegen.
Nach der Grund-Schule geht Aiha auf ein Internat.
Aber dort geht es ihr nicht gut.
Die Lehrer wollen keine behinderten Kinder an der Schule.
Und eine Heim-Leiterin missbraucht Aiha sexuell.
Wegen diesen schlimmen Erlebnisse wird sexuelle Gewalt
später ein wichtiges Thema für die Arbeit von Aiha Zemp.
Als Aiha Zemp an eine andere Schule kommt, wird es besser für sie.
Sie macht ihren Schul-Abschluss
und danach wirft sie ihre Prothesen weg.
Sie lernt ihren Mann Wolfgang kennen und heiratet.
Außerdem fängt sie an zu studieren.
Auch die Behinderten-Politik wird in dieser Zeit wichtig für Aiha Zemp.
Sie arbeitet mit im Club Behinderter und ihrer Freunde.
Und sie arbeitet an dem Film Behinderte Liebe mit.
In dem Film geht es um Behinderung und Sexualität.
Über dieses Thema wurde damals fast nicht gesprochen.
Aiha Zemp arbeitet in vielen Frauen-Gruppen mit.
Nach dem 1. Studium studiert Aiha Zemp noch Psychologie.
Sie arbeitet danach als Psycho-Therapeutin.
Sie hilft Menschen mit psychischen Problemen.
Bei dieser Arbeit hört Aiha Zemp immer wieder
von sexueller Gewalt gegen Menschen mit Behinderung.
Sie macht immer wieder Schulungen und Weiter-Bildungen
über dieses Thema.
Für das Familien-Ministerium von Österreich
macht Aiha Zemp eine große Untersuchung.
Es geht um das Thema
Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen mit Behinderung.
Diese Untersuchung heißt: Weil alles weh tut mit Gewalt.
Aiha Zemp zeigt in dieser Untersuchung,
dass Frauen mit Behinderungen sehr oft Gewalt erleben.
Besonders viele Frauen in Einrichtungen.
Später macht Aiha Zemp noch eine Untersuchung
über Jungen und Männer mit Behinderung.
Aber diese Untersuchung ist nicht gedruckt worden.
Nach diesen Forschungs-Projekten zieht Aiha Zemp nach Ecuador.
Ecuador ist ein Land in Süd-Amerika.
Dort lebt sie in ihrem eigenen barriere-freien Haus.
Aber im Jahr 2003 geht Aiha Zemp wieder zurück in die Schweiz.
Sie leitet die Fach-Beratungs-Stelle für Behinderung und Sexualität.
Wegen einer schweren Knochen-Krankheit bekommt Aiha Zemp
sehr starke Schmerzen.
Auch Schmerz-Mittel helfen nicht mehr.
Deshalb muss sie mit ihrer Arbeit aufhören.
Aiha Zemp hat bis zum Schluss selbst über ihr Leben bestimmt.
Sie sich immer gewehrt,
wenn sie als Frau mit Behinderung ungerecht behandelt wurde.
Sie hat immer wieder neue Sachen ausprobiert.
So hat sie vielen Menschen Mut gemacht.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Ricarda Kluge.
Geprüft wurde der Text von Anita Kühnel.
Dorothea Buck ist 1917 geboren worden.
Als Dorothea geboren wurde war vieles noch ganz anders als heute.
Es gab erst sehr wenig Autos.
Auf den Straßen fuhren noch Pferde-Kutschen.
Der Vater von Dorothea war Pfarrer.
In ihrem langen Leben hat Dorothea viel erlebt.
Es gab viel, das Dorothea weh getan hat.
Mit 18 Jahren wurde Dorothea krank.
Sie bekam das erste Mal eine Psychose.
Eine Psychose ist eine Krankheit im Kopf.
Dorothea hat während der Krankheit
zum Beispiel andere Menschen gehört.
Die Menschen waren aber gar nicht da.
Aber Dorothea hat sie ganz deutlich gehört.
Die Krankheit dauert unterschiedlich lange.
Die Krankheit geht wieder weg
und manchmal kommt sie später nochmal wieder.
Bei Dorothea kam die Krankheit 5 mal wieder.
Während der Krankheiten hat man Dorothea in eine Klinik geschickt.
Eine besondere Klinik für Psychosen.
In der Klinik hat man schlimme Sachen mit Dorothea gemacht:
Niemand hat mit Dorothea geredet.
Sie hat Spritzen bekommen.
Sie wurde operiert damit sie keine Kinder mehr bekommen kann.
Aber man hat sie nicht gefragt ob sie das will.
Das ging viele Jahre so.
Dorothea wurde immer wieder krank.
Und sie wurde immer wieder in Kliniken geschickt.
Dort konnte sie nie selbst-bestimmt leben.
Aber irgendwann hörte die Krankheit auf.
Dorothea sagt:
Ich habe mich selber geheilt.
Da war Dorothea schon 42 Jahre alt.
Eigentlich wollte Dorothea Kindergärtnerin werden.
Aber das durfte sie nicht wegen ihrer Krankheit.
Also wurde Dorothea Künstlerin.
Sie macht große Figuren aus Stein.
Später arbeitet sie als Lehrerin für Kunst.
Irgendwann hat Dorothea über ihre Geschichte ein Buch geschrieben.
Viele Menschen haben das Buch gelesen.
Später wurde auch ein Film über das Buch gemacht.
Der Film heißt: Himmel und mehr.
Der Film läuft in Kinos.
Und es gibt den Film auch für zuhause als DVD.
Dorothea macht auch Seminare mit Menschen
die die gleiche Krankheit haben.
Sie will den Menschen helfen.
Sie macht auch Seminare mit Ärztinnen und Ärzten.
Und sie macht Seminare mit den Familien
von psychisch kranken Menschen.
Diese Seminare sind wichtig für alle.
Denn in diesen Seminaren reden alle endlich miteinander.
Dorothea hat auch einen wichtigen Verein gegründet.
Es ist ein Verein von Menschen die psychisch krank sind.
Der Verein will das Gleiche das behinderte Menschen auch wollen:
Der Verein sagt: Redet nicht über uns!
Redet mit uns!
Den Ärzten und Ärztinnen sagt Dorothea:
Redet mit den kranken Menschen!
Sie sagt:
Oft wissen die kranken Menschen
viel besser Bescheid als Ärztinnen und Ärzte.
Sie sagt:
Ihr müsst mit den psychisch kranken Menschen zusammen arbeiten.
Dorothea lebte bis 2019 in Hamburg und machte Kunst.
Sie ist 102 Jahre alt geworden.
Dann ist sie gestorben.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Heike Oldenburg.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Ricarda Kluge.
Anita Kühnel hat den Text geprüft.
Clara Haskil lebte von 1895 - 1960.
Sie konnte sehr gut Klavier spielen.
Sie war eine gute Pianistin.
Clara Haskil hatte noch 2 Schwestern.
Sie lebte mit ihrer Familie in Bukarest.
Bukarest ist die Hauptstadt von Rumänien.
Clara hat schon mit 3 Jahren angefangen Klavier zu spielen.
Sie hat sich ein Lied angehört,
das sie dann auf dem Klavier gespielt hat.
Es hat ihr großen Spaß gemacht.
Als Clara 4 Jahre alt war, ist ihr Vater gestorben.
Für Clara war das sehr schlimm.
Ihre Familie hatte nicht viel Geld.
Und nach dem Tod von Claras Vater
brauchte die Familie Hilfe.
Ein Onkel hat der Familie Geld gegeben.
Als Clara 5 Jahre alt war, konnte sie in eine Schule gehen.
Dort hat sie viel über Musik gelernt.
Sie konnte Klavier spielen üben.
Und war bald sehr gut.
2 Jahre später ist sie nach Wien gegangen.
Das ist eine große Stadt in Österreich.
Dort hat Clara eine weitere Schule besucht.
Eine Schule für Musik.
Dort hat sie eine Aus-Bildung zur Pianistin gemacht.
Clara hat in Wien bei einem Onkel gewohnt.
Der Onkel war Arzt.
Er hat aber nicht mehr gearbeitet.
Er hat Clara Unterricht gegeben.
Zum Beispiel im Lesen, Schreiben und Rechnen.
Clara hatte kaum Freunde.
Der Onkel wollte das nicht.
Für ihn war nur wichtig,
dass sie viel Klavier spielen übt.
Clara wird sehr schüchtern
und glaubt wenig an sich selbst.
Das ist sehr schade.
Clara ist aber eine sehr gute Klavier-Spielerin.
Und viele Menschen hören ihr gerne zu.
Sie sagen:
Egal was Clara auf dem Klavier spielt, es ist sehr schön.
Später zieht Clara mit ihrem Onkel nach Paris.
Das ist eine große Stadt in Frankreich.
Dort möchte sie eine weitere Schule besuchen.
Damit sie noch besser Klavier spielen lernt.
Aber sie bekommt nicht sofort einen Platz in der Schule.
Erst 2 Jahre später kann sie die Schule besuchen.
1910 beendet sie ihre Aus-Bildung als Pianistin.
Danach spiel Clara für viele Menschen Klavier.
Sie gibt Konzerte in vielen Städten.
Aber schon als Clara noch zur Schule geht,
hat sie oft Rücken-Schmerzen.
Die Ärzte sagen: Clara hat eine krumme Wirbel-Säule.
Sie kann nicht mehr so lange Klavier spielen,
denn der Rücken tut ihr oft sehr weh.
Sie kann keine Konzerte mehr spielen.
Clara muss in ein Kranken-Haus.
Weit weg von Paris.
Dort bekommt sie ein Gips-Korsett.
Das Korsett soll helfen,
dass die Wirbel-Säule wieder gerade wird.
Das ist eine sehr schmerzhafte Behandlung.
Und sie dauert sehr lange.
Später bekommt Clara ein anderes Korsett.
Nun kann sie sich wieder besser bewegen.
Sie kann wieder Klavier spielen.
Und auch wieder verreisen.
Sie besucht ihre Mutter und ihre Schwestern in Paris.
Aber die Mutter ist sehr krank.
Sie stirbt bald.
Clara gibt wieder Konzerte.
Zum Beispiel in der Schweiz.
Sie spielt Klavier für viele andere Menschen.
Das macht ihr großen Spaß.
Aber Clara geht es nicht gut.
Sie wird immer wieder krank.
Sie ist oft erkältet und hat Kopf-Schmerzen.
Dann kommt der 2. Welt-Krieg.
Clara muss Paris verlassen.
Sie zieht mit ihrer Schwester Jeanne erst nach Marseille.
Und nach Cannes.
Das sind 2 Städte in Frankreich.
1942 wird Clara wieder sehr krank.
Sie hat immer öfter starke Kopf-Schmerzen.
Und kann nicht mehr richtig sehen.
Die Ärzte sagen:
Clara hat einen Gehirn-Tumor.
Sie wird operiert.
Und es geht ihr wieder etwas besser.
Clara kann wieder Klavier spielen.
Später muss sie auch Frankreich verlassen.
Sie zieht in die Schweiz.
Und gibt wieder Konzerte in vielen Städten.
Nicht nur in der Schweiz, sondern auf der ganzen Welt.
Viele Menschen wollen sie hören.
Die Zeitungen schreiben über sie.
Clara wird eine berühmte Pianistin.
Die Zeitungen schreiben aber
nicht nur gute Sachen über Clara.
Sondern sie schreiben auch über ihre Behinderung.
Über ihren krummen Rücken und dass ihr die Haare ausfallen.
Clara schreibt ihrer Schwester einen Brief.
Sie schreibt,
dass ihr die Worte über ihre Behinderung nicht gefallen.
Und dass sie die Menschen für Schwach-Köpfe hält.
Die so etwas schreiben.
Clara Haskil stirbt am 6 Dezember 1960.
Sie stolpert auf einer Treppe.
Und fällt mit dem Kopf auf einen Stein.
Sie stirbt im Kranken-Haus.
Clara wird in Paris beerdigt.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Andrea Tischner.
So spricht man das: Margret Börk-Weit.
Margaret Bourke-White wird am 14. Juni 1904
in der Stadt New York in Amerika geboren.
Sie hat eine Schwester und einen Bruder.
Die Kinder wachsen in einer kleinen Stadt auf.
Dort haben sie eine schöne Kindheit.
Margeret schaut gerne Tieren zu.
Ihr Vater ist Maschinen-Bauer.
Er baut vor allem Druck-Maschinen.
Er erfindet die erste Druck-Maschine für Blinden-Schrift.
Von ihrem Vater hat Margaret den Willen,
alles noch besser zu machen.
Von ihrer Mutter hat Margaret den Wunsch,
ihren eigenen Weg zu gehen.
Als Margaret 17 Jahre alt ist, stirbt ihr Vater.
Sie geht an die Uni.
Dort lernt sie viel über Pflanzen, Tiere und über Kunst.
Sie macht auch einen Foto-Kurs.
An der Uni lernt Margaret den Lehrer
Everett Chapman kennen.
Die beiden heiraten.
Aber schon nach einem Jahr sind sie wieder geschieden.
Margaret will nicht nur Ehe-Frau und Haus-Frau sein.
Nach der Scheidung muss Margaret Geld verdienen.
Sie macht Fotos von der Landschaft an der Uni.
Und sie verkauft die Fotos.
Im Jahr 1927 ist Margaret mit der Uni fertig.
Sie arbeitet als Fotografin.
Sie macht vor allem Architektur-Fotos
und Industrie-Fotos.
Das heißt: Sie macht Fotos von neuen Häusern,
Brücken, Fabriken und von Maschinen.
Und sie macht Fotos von den Menschen in den Fabriken.
Margaret hat einen starken Glauben
an die Technik und die Zukunft.
Das kann man auf den Fotos sehen.
Im Jahr 1929 ist Margaret Bourke-White
eine bekannte Fotografin.
Sie macht Fotos für die Zeitung „Fortune“.
Das ist eine berühmte Zeitung für Wirtschaft.
Sie fährt nach Russland und nach Europa.
Dort macht sie Fotos von großen Fabriken.
Sie wird eine bekannte Foto-Reporterin.
Das heißt: Sie macht Fotos
und sie schreibt Berichte für die Zeitung.
Im Jahr 1936 wird die Zeitung „Life-Magazin“ gegründet.
Das ist eine sehr bekannte Zeitung für Foto-Berichte.
Margaret Bourke-White ist sofort mit dabei
und arbeitet mehr als 20 Jahre für die Zeitung.
Im Jahr 1937 macht Margaret ein Buch
zusammen mit dem Schreiber Erskine Caldwell.
Das Buch ist über das Leben von Arbeiterinnen
auf den Feldern im Süden der USA.
Im Jahr 1939 heiraten Margaret und Erskine Caldwell.
Aber nach 3 Jahren sind sie wieder geschieden.
Margaret ist eine moderne Frau.
Sie braucht ihre Freiheit.
Im zweiten Welt-Krieg macht Margaret Fotos vom Krieg.
Sie ist die erste Frau, die so etwas macht.
Sie macht Fotos von den Luft-Angriffen auf Moskau.
Und sie macht Fotos von den Kämpfen in England,
in Nord-Afrika und in Italien.
Nach dem Krieg macht sie Fotos
von den zerstörten Städten.
Und sie macht Fotos von
dem Konzentrations-Lager in Buchenwald.
Das sind sehr schlimme Bilder.
Denn dort wurden sehr viele Menschen getötet.
Margaret Bourke-White fährt um die ganze Welt.
Sie macht viele berühmte Fotos.
Zum Beispiel Fotos von Menschen,
die schwer arbeiten.
Oder Fotos vom Krieg.
Margaret Bourke-White ist über 50 Jahre alt.
Da kommen die ersten Zeichen der Parkinson-Krankheit:
Am Anfang hat sie Schmerzen im linken Bein.
Dann fällt ihr das Aufstehen und Gehen schwer.
Erst versteckt sie die Krankheit.
Doch es wird nicht besser.
Nach einem halben Jahr geht sie zum Arzt.
Dort erfährt sie, dass sie die Parkinson-Krankheit hat.
Sie sagt:
„Da musste ich ein neues Wort lernen.
Das Wort: unheilbar.“
Doch Margaret Bourke-White ist eine Kämpferin.
Sie macht jeden Tag eisern ihre Übungen für die Beweglichkeit.
Sie hat einen starken Glauben an die Technik und die Medizin.
In den Jahren 1959 und 1961
lässt sie sich 2 Mal am Gehirn operieren.
Aber ihre Behinderung wird immer schlimmer.
Im Jahr 1963 macht sie
ihr letztes Buch über ihre Lebens-Geschichte.
Das Buch heißt „Licht und Schatten“.
Margaret Bourke-White stirbt am 27. August 1971 zu Hause.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Henrik Nolte.
Es gibt viele Frauen und Männer,
die die Krankheit Parkinson haben.
Bei dieser Krankheit fällt es den Menschen oft schwer,
sich zu bewegen.
Oder sie zittern.
Oder sie laufen gebeugt, also mit krummen Rücken.
All das und noch mehr gehört zur Krankheit Parkinson.
Manche Frauen, die diese Krankheit haben,
sind berühmt geworden.
Eine von diesen Frauen heißt Barbara Thompson.
Barbara Thompson ist eine berühmte Musikerin.
Sie ist am 27. Juli 1944 in England geboren worden.
Genauer gesagt in Oxford.
Das ist eine bekannte Stadt, die auch eine Universität hat,
an der viele junge Menschen studieren.
Die kleine Barbara wächst mit Musik auf.
Ihr Opa spielt Klavier.
Ihre Oma spielt Cello.
Mit 5 Jahren spielt Barbara Thompson
selber sehr gut Block-Flöte.
Später macht sie mit anderen Kindern in der Schule Musik.
Barbara Thompson reicht
der Musik-Unterricht in der Schule bald nicht mehr.
Sie bekommt extra Unterricht.
Mit 13 Jahren tritt sie das erste Mal
vor vielen anderen Menschen auf.
Nach der Schule studiert Barbara Thompson Musik.
Sie spielt Flöte, Klarinette und Klavier.
Später kommt noch das Saxophon dazu.
Das Saxophon mag sie später am liebsten.
Mit 23 Jahren heiratet Barbara Thompson einen Mann,
der Schlagzeug spielt.
Er heißt Jon Hiseman.
Das Paar bekommt zwei Kinder.
Die Kinder heissen Marcus und Anna.
In den ersten Jahren spielen Barbara Thompson
und ihr Mann zusammen in einer Band.
Allerdings ist Barbara Thompson
nie bei Auftritten vor vielen Menschen dabei.
Das gefällt ihr irgendwann nicht mehr.
Sie will auf der Bühne auftreten.
Deshalb gründet sie bald ihre eigene Band.
Und dann noch eine.
Ihr Mann spielt das Schlagzeug in den Bands.
Manchmal tritt Barbara Thompson auch alleine auf.
Sie gibt Konzerte in der ganzen Welt.
Barbara Thompson spielt nicht nur Musik.
Sie schreibt auch selber Stücke.
Viele ihrer Musikstücke sind sehr bekannt geworden.
Im Jahr 1997 erfährt Barbara Thompson,
dass sie Parkinson hat.
Da ist sie 53 Jahre alt.
Barbara Thompson erzählt erst
nur ihrem Mann von der Krankheit.
Niemand soll wissen, dass sie krank ist.
Aber dann lernt sie mit der Krankheit umzugehen
und erzählt davon.
Nach ein paar Jahren stellt Barbara Thompson fest,
dass das Musik machen mit der Krankheit schwer wird.
Im Jahr 2002 reist sie noch einmal herum
und gibt ihre letzten Konzerte mit der Band,
die sie vor 30 Jahren gegründet hat.
Danach schreibt sie Musikstücke zuhause.
Aber Barbara Thompson vermisst die Bühne.
Sie liebt ihr Saxophon und sie will wieder auftreten.
Sie tritt noch einige Jahre auf.
Auf der Bühne merkt man ihr die Krankheit kaum an.
Wenn sie mal einen kleinen Fehler macht,
übernehmen ihre Band-Kollegen.
Wie schafft Barbara Thompson es, mit ihrer Krankheit
auf der Bühne zu stehen und so toll Saxophon zu spielen?
Sie sagt selber, dass sie Medikamente nimmt.
Die Medikamente helfen,
ihre Muskeln unter Kontrolle zu halten.
Aber Barbara Thompson weiß, dass es gefährlich ist,
ständig diese Tabletten zu nehmen.
Aber nur so kann sie weiter Musik machen.
Barbara Thompson hat immer gehofft,
dass es bald Möglichkeiten gibt, die Parkinson-Krankheit zu heilen.
Im Juli 2022 stirbt Barbara Thompson im Alter von 77 Jahren.
Der Text in schwerer Sprache wurde geschrieben von Anneliese Mayer.
Der Text in Leichter Sprache wurde übersetzt von Martina Puschke.
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 14, 2007, S. 9-10
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 2, 2004, S. 11-12
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 04, 2004, S. 7
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 05, 2004, S. 8-9
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 06, 2005, S. 8-9
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 07, 2005, S. 8-9
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 08, 2005, S. 11-12
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 09, 2005, S. 6-7
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 10, 2006, S. 9-10
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 11, 2006, S. 10
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 12, 2006, S. 8
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 15, 2008, S. 9-10
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 16, 2009, S. 10-11
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 18, 2009, S. 9-10
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 19, 2010, S. 12-14
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 20, 2012, S. 9-10
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 21, 2012, S. 7-8
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 22, 2012, S. 6-7
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 23, 2013, S. 8-9
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 25, 2013, S. 9-10
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 26/27, 2015, S. 16-17
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 28, 2015, S. 16-18
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 29, 2015, S. 13-15
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr.
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 31, 2016, S. 10-11
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 32, 2017, S. 12-14
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 33, 2017, S. 15-17
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 36, 2019, S. 12-16
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 37, 2019, S. 14-17
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 40/41, 2021, S. 21-24
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 42/43, 2023, S. 16-19
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. Nr. 44/45, 2024, S. 24-28
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 46, 2025, S. 23-27
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 47, 2026, S. 24-28
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. 46, 2025, S. 23-27
Aus: WeiberZEIT Leicht gesagt Nr. Nr. 44/45, 2024, S. 24-28