Am 27. Februar ist der diesjährige Equal Pay Day. Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Bundesnetzwerk Weibernetz e.V. weist erneut darauf hin, dass auch in WfbM (Werkstätten für behinderte Menschen) eine Lohnlücke zwischen den Geschlechtern besteht und fordert die Verantwortlichen auf, diese endlich zu schließen.
„Bereits 2010 hat Weibernetz auf diese gleichstellungspolitische Diskriminierung aufmerksam gemacht. Seither hat sich nichts verändert“, schildert Martina Puschke, Projektleiterin im Weibernetz und ergänzt: „Frauen erhalten in WfbM etwa 7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, diversgeschlechtliche Personen sogar etwa 21 Prozent weniger. Ganz abgesehen davon, dass das Entgelt in WfbM sowieso viel zu gering ist und wir einen inklusiven Arbeitsmarkt mit gleichen Chancen für alle brauchen, ist das ein gleichstellungspolitisches Armutszeugnis!“
Belegt wird der Gender Pay Gap in WfbM – also die ungleiche Bezahlung von Frauen, Männern und diversgeschlechtlichen Personen bei gleichwertiger Arbeit – in der bereits 2023 veröffentlichten Studie im Auftrag des Arbeitsministeriums „Studie zu einem transparenten, nachhaltigen und zukunftsfähigen Entgeltsystem für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten für behinderte Menschen und deren Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“.
Demnach erhalten weibliche Beschäftigte in WfbM mit allen Steigerungsbeträgen durchschnittlich max. 168 Euro monatlich, Männer max. 181 Euro und diversgeschlechtliche Personen sogar nur 142 Euro pro Monat.
„Das heißt für Beschäftigte in WfbM gibt es weder Inklusion noch gleichen „Lohn“ für alle! Wir brauchen beides“ fordert Puschke abschließend: „Lohngleichheit für alle Geschlechter und einen inklusiven Arbeitsmarkt für alle!“
Die bundesweite Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. streitet für die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen mit Beeinträchtigung. Sie setzt sich gezielt für den Schutz vor Gewalt gegen Frauen mit Behinderung, Intersektionalität und gegen Sexismus und Ableismus ein.
V.i.S.d.P. Martina Puschke
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