Die Enttäuschung bei der Politischen Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. ist groß: Die lang ersehnte und heute veröffentlichte Studie zur Gewaltbetroffenheit in Deutschland LeSuBiA (Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag) enthält keine Aussagen zu Menschen mit Beeinträchtigungen.
„Lediglich im Kontext sexualisierter Gewalt gegen Kinder wird dargelegt, dass Kinder mit Behinderungen ein besonders hohes Risiko haben, misshandelt oder missbraucht zu werden. Ansonsten kein Wort zur hohen Gewaltbetroffenheit von Frauen, Männern, LSBTIQ*-Menschen mit Beeinträchtigungen. Das enttäuscht und ärgert uns maßlos“, so Martina Puschke, Projektleiterin im Weibernetz e.V.
Weibernetz setzt sich seit fast 30 Jahren für einen besseren Gewaltschutz für Frauen und Mädchen mit Beeinträchtigungen ein. „Uns war in Bundesgremien in den letzten Jahren versichert worden, dass die groß angelegte Studie von BMBFSFJ, BMI und BKA intersektional aufgestellt sein wird und differenzierte Daten veröffentlicht werden können. Wir haben heute eine entsprechende Anfrage an das BKA gestellt und erwarten jetzt noch die Antwort, ob die weiteren Themenhefte zur Studie, die in diesem Jahr veröffentlich werden sollen, Aussagen über weitere Merkmale z.B. zu Menschen mit Beeinträchtigungen treffen werden“, so Puschke.
Die Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA) wurde vom Bundeskriminalamt (BKA) heraus gegeben im Auftrag des BKA, des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) und des Bundesministeriums des Innern (BMI).
Die bundesweite Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. streitet für die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen und Mädchen mit Beeinträchtigung. Sie setzt sich gezielt für den Schutz vor Gewalt gegen Frauen mit Behinderung, Intersektionalität und gegen Sexismus und Ableismus ein.
V.i.S.d.P. Martina Puschke
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