Sexismus fängt bei Anmache und Sprüchen auf der Straße an und endet schlimmstenfalls mit einem Femizid tödlich. Caroline Bird hat 1968 in einer Rede formuliert: „Sexismus heißt, Menschen aufgrund ihres Geschlechts zu beurteilen, wenn ihr Geschlecht keine Rolle spielt.“ Hier taucht zum ersten Mal der Begriff Sexismus auf. Heute kennt ein Großteil der Bevölkerung insbesondere die Hashtags #Metoo oder #aufschrei, die oft bei öffentlich bekannt gewordenen sexuellen Übergriffen und Skandalen im Internet auftauchen, um bestehende Diskriminierungsformen zu verdeutlichen und sich solidarisch gegen Sexismus zu positionieren.
Sexismus hat viele Gesichter. Zum Beispiel zwischenmenschlich, durch Äußerungen von sexistischen Einstellungen mit Worten oder Handlungen. Beispiele hierfür sind:
„Die hat sich bestimmt hochgeschlafen!“
„Bei dem knappen Rock braucht sie sich aber auch nicht wundern, wenn sie angemacht wird.“
„Mal wieder eine Frau die nicht einparken kann – typisch!“
Diese Form des Sexismus lässt sich sehr leicht erkennen, zum Beispiel durch die Ablehnung von Gleichberechtigung und der Zuschreibung von meist traditionellen Rollenbildern in der die Frau zu Haus und Herd gehöre. Es kann aber auch durch unpassende anzügliche Bemerkungen deutlich werden, in der Frauen primär der Männerwelt als Sexualobjekte dienen. Beispiele hierfür finden sich immer wieder auch in der Werbung.
Die strukturelle und gesellschaftliche Dimension von Sexismus wird insbesondere bei Benachteiligungen von Frauen, Inter- und Trans*personen im Kontext Erwerbs- und Care-Arbeit deutlich. Beispiele hierfür sind die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen, der höhere Anteil von Teilzeitjobs und schlechter bezahlten Berufen, das fehlende Zutrauen als Frau die Rolle der Führungskraft zu übernehmen (Stichwort „gläserne Decke“) sowie die Annahme, (Cis-)Frauen könnten sich am besten um Familie und Haushalt kümmern.
Neben diesen beiden Erscheinungsformen gibt es noch den „Alltagssexismus“, damit ist Sexismus gemeint, welcher fast beiläufig das Verhalten vieler Menschen in Familien und Beziehungen prägt. Ein Beispiel hierfür sind eigentlich gut gemeinte Ratschläge wie „Pass gut auf dich auf“ oder „Zieh dich nicht so freizügig an“. Diese Ratschläge richten sich fast ausnahmslos an Mädchen und Frauen vor dem Hintergrund des hohen Risikos von sexualisierter Gewalt. Damit wird – ganz nebenbei – sexualisierte Gewalt individualisiert und als problematisches „Frauenthema“ gelabelt statt es als das zu benennen, was es ist: Ein gesamtgesellschaftliches Thema, welches uns alle angeht!
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Bündnis gegen Sexismus: