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Weibernetz e.V. - Politische Interessenvertretung behinderte Frauen

Behinderte Frauen weltweit

 

Diese Seite wird derzeit überarbeitet! (Januar 2017)

Auch wenn es auf Grund fehlender Erhebung nur wenige statistische Daten gibt, lassen sich doch einige Zahlen festhalten. (1)

Rund 300 Millionen - und somit 10% der Frauen auf der Welt leben mit einer Körper- oder so genannten geistigen Behinderung. In Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen liegt der Anteil von Frauen an den Menschen mit Behinderung bei 75%. Und dies obwohl bei Männern in verstärktem Maße Behinderungen durch Kriege vorkommen. Ursachen für diesen hohen Frauenanteil liegen in der im Vergleich zu Männern schlechteren Versorgung mit Lebensmitteln, Fehlbehandlung während der Schwangerschaft, einem schlechteren Zugang zur Gesundheitsversorgung, kombiniert mit einer größeren Armut und schlechterer oder fehlender Bildung von Frauen. Liegt erst eine Behinderung vor, verschlechtert sich die Situation weiter. Mädchen und Frauen mit Behinderung erfahren in erhöhtem Maß sexualisierte Gewalt, durch Familienangehörige oder durch Pflege- oder anderes Personal. Insbesondere in Institutionen ist die Gewalterfahrung im Vergleich zu nichtbehinderten Frauen doppelt so hoch. Hinzu kommt die "Sitte" von Männern in einigen afrikanischen Staaten, als "Heilmittel" gegen Aids eine Jungfrau zu vergewaltigen. Da bei Mädchen und Frauen mit Behinderung oftmals davon ausgegangen wird, dass sie noch Jungfrauen sind (da sie ja sowieso kein Mann haben will), sind sie besonders häufig Opfer dieser Praktiken. Sie haben nicht die gleichen Rechte, zu heiraten oder eine Familie zu gründen. Ihre Rechte in Bezug auf Sexualität sowie Mutterschaft sind oftmals eingeschränkt. Sie erfahren nach wie vor erzwungene Sterilisation sowie erzwungene Abtreibung. Nach Berichten der UN sind lediglich ¼ der Frauen mit Behinderung erwerbstätig. Vergleich zu Männern mit Behinderung verdienen sie zum Teil die Hälfte weniger. In der Asia-Pacific-Region wird von 80% erwerbslosen Frauen mit Behinderung ausgegangen. Frauen mit Behinderung sind dadurch in erhöhtem Maß von der Unterstützung durch andere abhängig. Nach Schätzungen der UNESCO können weltweit lediglich 3% der Menschen mit Behinderung Lesen und Schreiben, die Rate für Mädchen und Frauen mit Behinderung wird weltweit auf 1% geschätzt. Mädchen mit Behinderung besuchen seltener eine Schule als Jungs mit Behinderung oder gar nichtbehinderte Kinder. Damit bleibt ihnen der Zugang zu wichtigen Informationen sowie zu einer Berufsausbildung versperrt. Sie haben noch seltener als Frauen insgesamt Zugang zu einer Gesundheitsversorgung. Darüber hinaus liegen kaum Kenntnisse über Wechselwirkungen von Behinderung und anderen Erkrankungen, aber auch z.B. einer Schwangerschaft vor. Auch gehen lediglich 20% der weltweiten Rehabilitationsleistungen an Frauen mit Behinderung.

(1) Zahlen überwiegend von Human Rights Watch - Women Watch;)

Vertreterinnen vom Weibernetz e.V. nehmen immer wieder an europäischen oder internationalen Konferenzen teil, um sich mit anderen Frauen auszutauschen, für gleiche Rechte zu kämpfen und sich gegenseitig zu stärken.

Auf dieser Seite finden Sie einige Dokumente, die über die weltweite Situation behinderter Mädchen und Frauen berichten.

UN-Konvention für Menschen mit Behinderung - Frauen und Mädchen müssen benannt werden!
Seit 2001 wird in den Vereinten Nationen an einer Konvention zur Förderung und dem Schutz des Rechtes und der Würde von Menschen mit Behinderung gearbeitet.
Bis Anfang des Jahres 2005 blieb die spezifische Situation von Frauen und Mädchen jedoch unberücksichtigt. Dies ändert sich nun langsam. Wir berichten, was bisher erreicht wurde und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Peking + 10
Vor zehn Jahren fand in Peking die größte internationale Frauentagung statt. Auf ihr wurden Grundsätze und Maßnahmen für eine weltweite Gleichberechtigung formuliert. Dieses Jahr wird Bilanz gezogen - bei den Vereinten Nationen sowie bei Frauenorganisationen. Wir geben einen Überblick - aus Sicht von Frauen mit Behinderung.

Weltgipfel 2004
Im September 2004 trafen sich in Winnipeg, Kanada ca. 800 Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen zum internationalen Kongress von Disabled Peoples International. Dabei waren auch vier Vertreterinnen vom Weibernetz.

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