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Weibernetz e.V. - Politische Interessenvertretung behinderte Frauen

Pressemeldungen von 2007

5. November 2007: Recht auf Wahl der Pflegeperson zusichern!

4. Mai 2007: "Nichts über behinderte Mädchen und Frauen ohne behinderte Mädchen und Frauen!"

7. März 2007: Gleiche Rechte statt Blumen für die Frauen!

Weibernetz e.V. - Politische Interessenvertretung behinderter Frauen
Presseinformation
5. November 2007

Recht auf Wahl der Pflegeperson zusichern!

Auf der diesjährigen Vollversammlung des Weibernetz e.V. am 3. November 2007 in München bekräftigten die Mitfrauen und Mitgliedsorganisationen ihre Forderung nach einem Recht der Wahl der Pflegeperson. Gerade vor dem Hintergrund der Gefahr von (sexualisierter) Gewalt in der Pflege wünschen sich viele Frauen mit Behinderung eine Frau als Pflegeperson für die (Intim-)Pflege.

Der im Oktober im Kabinett eingebrachte Gesetzentwurf zum Pflege-Weiterentwicklungsgesetz sieht im § 2 vor, "Wünsche nach gleichgeschlechtlicher Pflege nach Möglichkeit" zu berücksichtigen. Nach Ansicht von Jutta Harbusch vom Vorstand des Weibernetz e.V. ist diese Formulierung "viel zu schwammig", denn "mit dieser Formulierung wäre es Pflegediensten nach wie vor möglich, einen Mann in die Pflegesituation zu schicken, wenn der Dienstplan es nicht anders ermöglicht."

In Deutschland leben ca. 4 Mio. Frauen mit Behinderung. Man kann davon ausgehen, dass jede dritte Frau mit Behinderung mindestens einmal in ihrem Leben sexualisierte Gewalt erfahren hat. Behinderte Frauen sind somit besonders von Gewalt betroffen. Gerade den gewalterfahrenen Frauen ist nicht zuzumuten, sich von Männern bei der Intimpflege helfen zu lassen.

Der Verein Weibernetz e.V. - Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung ist 1998 als bundesweites, behinderungsübergreifendes Netzwerk gegründet worden und vertritt seither die Interessen behinderter Frauen in bundesweiten Gremien. Weibernetz ist Gründungsmitglied des Deutschen Behindertenrates und Mitglied im Deutschen Frauenrat.


Berlin, 4.5.2007

"Nichts über behinderte Mädchen und Frauen ohne behinderte Mädchen und Frauen!"

(Berlin) 105 Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen aus 17 europäischen Ländern haben Freitag zum Abschluss einer Konferenz ein europäisches Netzwerk behinderter Frauen gegründet. Von Schweden bis Griechenland, von Großbritannien bis zur Ukraine sind sie sich darin einig, dass sie nur gemeinsam der mehrfachen Diskriminierung aufgrund ihres Frau- und Behindert-Seins wirkungsvoll begegnen können.

Bisher wurden die Belange der rund 60 Millionen Frauen mit Behinderungen in Europa weder in der Frauenpolitik noch in der Behindertenpolitik auf nationaler und europäischer Ebene ausreichend berücksichtigt. "Behinderte Frauen sind in allen Staaten stärker als behinderte Männer von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen; Mütter mit Behinderung sind gesellschaftlich nicht vorgesehen und erhalten nicht die notwen-digen Unterstützungen", erläuterte Dinah Radtke, Vizevorsitzende von Disabled Peoples´ International (DPI). Darüber hinaus seien Frauen mit Behinderung doppelt so häufig Opfer sexualisierter Gewalt wie nicht behinderte Frauen.

Aufgabe des neuen Netzwerks ist es, sich in nationale und europäische Behinderten- und Frauenpolitik einzumischen. So soll die Gründung von nationalen Netzwerken behinderter Frauen unterstützt werden. Ziel ist es, die Lebenssituation von Frauen mit Behinderungen zu verbessern. "Derzeit hat auch die neue UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen eine hohe Priorität für uns Netzwerkfrauen", sagte die Niederländerin Lydia la Rivière-Zijdel, International Training Advice Research. Darin verpflichten sich die Vertragsstaaten zu Maßnahmen, um die volle Teilhabe behinderter Frauen sicherzustellen. Das Netzwerk will die Ratifikation und Umsetzung der UN-Konvention in den europäischen Staaten vorantreiben und begleiten. So könne ihr Wunsch "Nichts über behinderte Mädchen und Frauen ohne behinderte Mädchen und Frauen" endlich Realität werden, hofft Lydia la Rivière-Zijdel.

Vorläufig ist das Netzwerk über folgende Kontaktadresse zu erreichen:

Europäisches Netzwerk behinderter Frauen
c/o Weibernetz e.V.
Kölnische Straße 99
D-34119 Kassel
Tel.: +49(0)561/72885-85
Fax: +49(0)561/72885-53
Email: info@weibernetz.de

(circa 2.150 Zeichen)

V.i.S.d.P. Dr. Sigrid Arnade

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Weibernetz e.V.
Presseinformation
Kassel, 7. März 2007

Gleiche Rechte statt Blumen für die Frauen!

In vielen Innenstädten werden am 8. März anlässlich des Internationalen Frauentages wieder Blumen an vorbeischlendernde Frauen verteilt werden. Dörte Gregorschewski, Vorstandsfrau im Weibernetz e.V. kommentiert hierzu: "Wir brauchen keine Blumen, die uns den Tag versüßen sollen! Wir Frauen mit Behinderung wollen endlich die gleichen Chancen und Rechte in dieser Gesellschaft bekommen!"

Im europäischen Jahr der Chancengleichheit haben Frauen mit Behinderung noch einen weiten Weg zur echten Chancengleichheit. "Während familienpolitisch derzeit über die Einrichtung von Kinderkrippen gestritten wird, haben behinderte Mütter ganz andere Probleme. Ihnen fehlt häufig gerade in den ersten Lebensjahren des Kindes die finanziell abgesicherte Assistenzperson, die sie unterstützt. Auch der Weg in den Arbeitsmarkt bleibt vielen von uns versperrt. Viel zu viele Frauen landen in einer Werkstatt für behinderte Menschen, obwohl sie auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten könnten" erklärt Gregorschewski.

Weibernetz vertritt als bundesweite Interessenvertretung behinderter Frauen als einzige Bundesorganisation von behinderten Frauen für behinderte Frauen mit 11 angeschlossenen Landesnetzwerken die Belange von Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen. Weibernetz fordert gerade im Europäischen Jahr der Chancengleichheit und in Zeiten der Antidiskriminierungsgesetzgebung die Beseitigung der doppelten Diskriminierung als Frau und behinderter Mensch.

V.i.S.d.P.:
Martina Puschke
Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V.
Kölnische Str. 99
34119 Kassel
Tel.: 0561/72 885-86
e-mail: Martina.Puschke@weibernetz.de
www.weibernetz.de


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