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Weibernetz e.V. - Politische Interessenvertretung behinderte Frauen

Pressemeldungen von 2003

Behinderten Frauen droht Heimeinweisung, vom 24.11.2003

Behinderte Frauen beschließen Eckpfeiler für ihr zukünftiges Engagement, 31. Oktober 2003

Blick in die Zukunft behinderter Frauen, vom 24.10.2003

Medikamente wirken bei Frauen anders, vom 24.06.2003

Bundesministerium finanziert Politische Interessenvertretung für behinderte Frauen, vom 8.05.2003

Neues Projekt will behinderte Frauen ins Licht der Politik rücken, vom 16.03.2003

Recht auf Frauenpflege zum Schutz vor sexualisierter Gewalt verankern, vom 7.03.2003


Behinderten Frauen droht Heimeinweisung, vom 24.11.2003

Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen des Weibernetz e.V. warnt anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen am 25. November vor gravierenden Auswirkungen der politischen Sparwelle für behinderte Frauen.

Wie sich die aktuelle Spardiskussion auf eine zunehmende strukturelle Gewalt gegen behinderte Frauen auswirken kann, zeigt der aktuelle Fall von Monika Bach aus Würzburg. Monika Bach vom Vorstand des Weibernetz e.V. ist seit heute verstärkt von einer Heimeinweisung bedroht. Die 37jährige Rollstuhlfahrerin streitet derzeit vor dem Würzburger Verwaltungsgericht um die Übernahme der Assistenzkosten für ihr tägliches Leben. Mit dem heutigen Bescheid des Bayerischen Verwaltungshofes ist ihr die gesamte Prozesskostenhilfe gestrichen worden. Damit ist der erfolgreiche Verlauf ihrer Klage gefährdet, denn sie muss nun die erforderlichen Kosten für den Rechtsstreit selber aufbringen.

Monika Bach organisiert derzeit ihren Tagesablauf mit Hilfe von weiblichen Assistenzkräften in ihrer eigenen Wohnung. Da die Stadt Würzburg die Kosten nicht weiter übernehmen will, droht Monika Bach noch in diesem Jahr die Heimeinweisung. Hier kann sie nicht mehr davon ausgehen, durchgängig weibliche Pflege- und Assistenzkräfte zu bekommen. Dies ist kein Einzelfall. Die Gefahr vor sexualisierter Gewalt in einer Einrichtung steigt. Verschiedene Studien belegen, dass ca. 60% behinderter Frauen in Einrichtungen von sexualisierter Gewalt betroffen sind.

"Monika Bach ist eine unserer engagierten Vorstandsfrauen im Weibernetz. Dass sie als Streiterin der des selbstbestimmten Lebens gezwungen werden soll, sich der strukturellen Gewalt eines Behindertenheimes auszuliefern, ist ungeheuerlich. Wenn dies das Fazit des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen ist, dann sieht es schlecht um die Zukunft der Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter Menschen aus" kommentiert Martina Puschke, Projektkoordinatorin im Weibernetz den aktuellen Vorfall.

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Behinderte Frauen beschließen Eckpfeiler für ihr zukünftiges Engagement, 31. Oktober 2003

Das Projekt "Politische Interessenvertretung behinderter Frauen" des Weibernetz e.V. hat Frauen mit und ohne Behinderung für den 31. Oktober 2003 zur Tagung "Behinderte Frauen auf dem Weg in eine selbstbestimmte Zukunft" nach Bonn eingeladen. Eröffnet wird die bundesweite Tagung heute von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Christel Riemann-Hanewinckel. Ihr Ministerium finanziert den Tag gemeinsam mit der Nationalen Koordinierungsstelle des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen. Mit ca. 100 Teilnehmerinnen ist dies wohl die größte Tagung zum Thema Frau und Behinderung im Europäischen Jahr.

Die Tagung des Weibernetz e.V. soll wegweisend für die Arbeit behinderter Frauen der nächsten Jahre sein. Nach einem Rückblick über die Erfolge der behinderten Frauenbewegung der letzten 20 Jahre werden behinderte Expertinnen in eigener Sache in Arbeitsgruppen thematische Eckpfeiler für ihr zukünftiges Engagement legen. Dazu gehören Fragen des Wohnens im Alter genauso wie die Frage der Einbeziehung behinderter Mädchen und der Zusammenarbeit mit nichtbehinderten Frauen oder das Nutzen behindertenpolitischer Gesetze aus Frauensicht. "Für behinderte Frauen sehen Zukunftspläne einfach anders aus" weiß Rosi Probst, Vorstand im Weibernetz e.V. und selber Assistenznehmerin "Wenn wir uns über Wohnkonzepte im Alter unterhalten, geht es nicht nur um die Frage, ob wir alleine, altersgemischt, auf dem Land oder in der Stadt wohnen wollen. Es geht immer auch um die Frage der Assistenzsicherung. Das von vielen favorisierte ArbeitgeberInnenmodell wird im Alter nämlich nicht mehr bezahlt. Wir müssen uns heute bereits Gedanken machen, wie wir unser selbstbestimmtes Leben im Alter garantieren" erklärt Probst. Auch um solche Überlegungen wird es in Bonn gehen.

Hinter dem Verein Weibernetz e.V. - Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung verbirgt sich die bundesweit anerkannte politische Interessenvertretung behinderter Frauen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert die Interessenvertretung mit einem dreijährigen Projekt zur Umsetzung behindertenpolitischer Gesetze, wie dem Sozialgesetzbuch Neuntes Buch und dem Bundesgleichstellungsgesetz. Dies sind die ersten Gesetze in Deutschland, die spezielle Regelungen zum Abbau der Benachteiligung der ca. 4 Mio. behinderten Frauen, die in Deutschland leben, vorsehen. Dazu gehören z.B. wohnortnahe und in Teilzeit auszuführende Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation sowie die Möglichkeit von Frauenfördermaßnahmen.

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Blick in die Zukunft behinderter Frauen, vom 24.10.2003

Das Projekt "Politische Interessenvertretung behinderter Frauen" des Weibernetz e.V. veranstaltet am 31. Oktober 2003 eine bundesweite Frauentagung in Bonn. Die Veranstaltung mit dem Titel "Behinderte Frauen auf dem Weg in eine selbstbestimmte Zukunft" ist mit ca. 100 Teilnehmerinnen die wohl größte Tagung im Rahmen des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderung, die sich mit dem Thema Behinderung und Geschlecht befasst. Finanziert wird sie durch die Nationale Koordinierungsstelle des EU Jahres und durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

"Wir wollen die Tagung nutzen, um einerseits in die Geschichte der behinderten Frauenbewegung zurück zu blicken, aber auch Konzepte und Themen beleuchten, die behinderte Frauen verstärkt in den nächsten Jahren angehen werden" erläutert Brigitte Faber vom Weibernetz e.V.. Entsprechend wird es Workshops zu Themen wie Zusammenarbeit mit nichtbehinderten Frauen, Einbindung von Mädchen mit Behinderungen, Wohnen im Alter und Nutzung behindertenpolitischer Gesetze geben. Das gesamte Tagungsprogramm ist unter www.weibernetz.de einsehbar.

Wir laden Sie hiermit herzlich zur Eröffnung der Tagung am 31. Oktober 2003 um 11.00 Uhr im Gustav-Stresemann-Institut, Langer Grabenweg 68, Bonn ein.

Im Eröffnungsprogramm sind vorgesehen:

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Medikamente wirken bei Frauen anders, vom 24.06.2003

Das Projekt "Politische Interessenvertretung behinderter Frauen" des Weibernetz e.V. fordert anlässlich der aktuell diskutierten Gesundheitsreform die Politikerinnen und Politiker auf, wissenschaftliche Erkenntnisse und Qualitätssicherungs-maßnahmen geschlechtsspezifisch auszuwerten.

"Es ist inzwischen wissenschaftlich anerkannt, dass Medikamente bei Frauen anders wirken. Die Nebenwirkungsrate bei 20-39-jährigen Frauen ist z.B. doppelt so hoch wie bei Männern gleichen Alters. Deshalb ist es wichtig, dass Medikamente bei beiden Geschlechtern erprobt sein müssen, bevor sie zugelassen werden" fordert Brigitte Faber, Projektkoordinatorin im Weibernetz.

Zusätzlich muss die Gruppe der behinderten und chronisch kranken Frauen berücksichtigt werden. In Deutschland leben derzeit ca. vier Millionen behinderte Frauen. Wie spezielle Medikamente in Wechselwirkung mit z.B. Hormonpräparaten wirken, ist nur ungenügend erforscht.

"Hier besteht dringender Handlungsbedarf" erklärt Faber weiter. "Es kann doch nicht angehen, dass Medikamente in erster Linie an Männern erprobt werden. Und spezielle Medikamente für chronisch kranke Menschen müssen von Frauen doch auch in der Schwangerschaft eingenommen werden können!"

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Bundesministerium finanziert Politische Interessenvertretung für behinderte Frauen, vom 8.05.2003

Weibernetz e.V. - das Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung präsentiert am Freitag, den 16. Mai 2003 das neue Projekt "Politische Interessenvertretung behinderter Frauen". Das Projekt wird seit diesem Jahr vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für drei Jahre finanziert.

"Jetzt gibt es endlich eine Finanzierung, um bundesweit die spezifischen Belange behinderter Frauen zu vertreten" freut sich Bärbel Mickler, Vorstandsfrau des Weibernetz e.V. Diese Arbeit ist dringend notwendig, um Benachteiligungen behinderter Frauen öffentlich, z.B. in frauen- und behindertenpolitischen Gremien darzustellen. "Es ist beispielsweise nach wie vor so, dass Mädchen und Frauen mit Behinderung im besonders hohen Maße von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Mehr als 60% der Frauen, die in Einrichtungen leben, haben Gewalterfahrungen. Hier muss sich dringend etwas ändern" fordert Mickler.

Wir laden Sie hiermit herzlich zur Präsentation des Projektes "Politische Interessenvertretung behinderter Frauen" am 16. Mai 2003 ab 12.00 Uhr im Zentrum für selbstbestimmtes Leben, Kölnische Str. 99 ein.

Für das Programm ist vorgesehen:
Begrüßung durch die Vorstandsfrauen Monika Bach und Magdalene Ossege
Grußwort von Dr. Angela Icken, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Vorstellung des Projektes durch die Mitarbeiterinnen Brigitte Faber und Martina Puschke

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Neues Projekt will behinderte Frauen ins Licht der Politik rücken, vom 16.03.2003

Weibernetz e.V. - das Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung präsentiert heute, am 16. Mai 2003 das neu eingerichtete und für drei Jahre durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanzierte Projekt "Politische Interessenvertretung behinderter Frauen". Der Verein Weibernetz e.V. fungiert seit 1998 als ehrenamtlich arbeitende Interessenvertretung. Er vertritt die Belange behinderter Frauen bundesweit und behinderungsübergreifend.

Das seit Anfang des Jahres finanzierte Projekt mit Sitz in Kassel will verschiedene Politikbereiche aus dem Blickwinkel behinderter Frauen betrachten und entsprechend Stellung beziehen. "Nehmen wir zum Beispiel die derzeit diskutierten Vorschläge zur Gesundheitsreform. Wenn es zu einem Wegfall des Krankengeldes und zur vermehrten Zuzahlung der Patientinnen und Patienten kommt, wird dies alle Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung hart treffen. Behinderte Frauen haben durchschnittlich jedoch wesentlich weniger Geld zur Verfügung als (behinderte) Männer. Daher werden behinderte Frauen Einschneidungen im Gesundheitssystem besonders treffen" erläutert Magdalene Ossege, Vorstandsfrau des Weibernetz e.V.

Neben dem Einmischen in die Tagespolitik werden die selber behinderten Mitarbeiterinnen die Umsetzung des Sozialgesetzbuch IX und des Behindertengleichstellungsgesetzes begleiten, behinderten Frauen beim Aufbau von Landesnetzwerken unterstützen und als bundesweite Kontakt- und Informationsstelle fungieren. Das Büro befindet sich in Kassel, Kölnische Str. 99, 34119 Kassel, Tel. 0561/72 885-85, Fax: 0561/72 885-53, e-mail: weibernetz@aol.com

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Recht auf Frauenpflege zum Schutz vor sexualisierter Gewalt verankern, vom 7.03.2003

Weibernetz e.V. - das Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung fordert die Bundesregierung anlässlich des Internationalen Frauentages auf, das Recht auf gleichgeschlechtliche Pflege gesetzlich zu regeln. Derzeit ist es so, dass behinderte Frauen mit Pflegebedarf zwar den Wunsch äußern können, von einer Frau gepflegt zu werden. Sie haben jedoch keinen rechtlichen Anspruch auf die gleichgeschlechtliche Pflege.

"Gerade bei der Pflege im Intimbereich ist es nicht nur unangenehm von einem fremden Mann Assistenz zu bekommen. Die Gefahr von sexuellen Übergriffen ist enorm hoch" erläutert Brigitte Faber, Projektkoordinatorin im Weibernetz.

Der Rechtsanspruch auf gleichgeschlechtliche Pflege ist als Präventionsmaßnahme zum Schutz behinderter und pflegebedürftiger Frauen vor sexualisierter Gewalt zu sehen. Insbesondere Frauen, die einen hohen Unterstützungsbedarf haben, sind in hohem Maße von sexualisierter Gewalt betroffen. Eine Studie aus Österreich belegt, dass mehr als 60% der Frauen, die in Einrichtungen leben, sexualisierte Gewalt erlebt haben.

"Wir sprechen in diesem Zusammenhang von Frauen, die ihr ganzes Leben lang auf Assistenz und Pflege angewiesen sind. Es muss für alle Frauen selbstverständlich sein, für die Pflege im Intimbereich Personen ihres Vertrauens auszuwählen" so Faber abschließend.

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