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Weibernetz e.V. - Politische Interessenvertretung behinderte Frauen

Veröffentlichungen

Artikel aus: Ruppiner Anzeiger, 4. Oktober 2004

Artikel aus: Ruppiner Anzeiger, 2./3. Oktober 2004

Artikel aus: Ruppiner Anzeiger, 1. Oktober 2004

Artikel aus: Märkische Allgemeine, 30. September 2004

Pro und Contra Interview zum ersten Modelcontest für behinderte Frauen aus der Zeitschrift EMMA Nr. 5, 2004 als PDF-Dokument zum Herunterladen

Pro und Contra Interview zum ersten Modelcontest für behinderte Frauen aus der Zeitschrift EMMA Nr. 5, 2004 als Word-Dokument zum Herunterladen

Behinderte Frauen verabschieden Agenda

Jahrestagung von Weibernetz in Rheinsberg beendet / Elf-Punkte-Plan mit Forderungen für die kommenden Jahre

Rheinsberg (RA) Mit einer verabschiedeten Agenda ging gestern die Jahrestagung des Vereins Weibernetz mit dem Projekt "Politische Interessenvertretung" in Rheinsberg zu Ende. Etwa 100 Frauen nahmen an dem Treffen teil, dass vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert wurde. Sie verabschiedeten eine Agenda für die kommenden Jahre. "Wir wollen die Agenda der derzeitigen Sozialpolitik entgegensetzen", sagte Magdalene Ossege vom Vorstand des Weibernetz. In dem Elf-Punkte-Plan geht es unter anderem darum, dass barrierefreie Freizeiteinrichtungen und Frauenangebote, zum Beispiel in Schwimmbädern, geschaffen werden. Außerdem fordern die Frauen, dass Behindertenbeauftragte in den ländlichen Regionen eingesetzt werden. Keine Frau soll gegen ihren Willen in bestimmten Einrichtungen leben müssen. Neben der Einlösung der sozialen Verantwortung der Wirtschaft fordern die Frauen Nachteilsausgleiche und die Möglichkeit, alle sozialen Leistungen nutzen zu können.

Artikel aus: Ruppiner Anzeiger, 2./3. Oktober 2004

Mehr als schöne Sonntagsreden gefordert

Frauen mit Behinderung treffen sich in Rheinsberg / Konkrete Auswirkungen von Hartz IV diskutieren

Rheinsberg (hr) Seit gestern und noch bis heute Nachmittag tagen im Rheinsberger Hotel der Fürst-Donnersmarck-Stiftung für Menschen mit Behinderungen knapp 100 behinderte Frauen aus ganz Deutschland. Sie gehören dem Verein „Weibernetz“ an, der bundesweit rund 600 Mitglieder hat. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit der Thematik „Zwischen Anpassung und Protest. Wege behinderter Frauen“.

Martina Puschke, Koordinatorin des vom Bundes-Frauenministeriums finanzierten Projektes „Politische Interessenvertretung behinderter Frauen“, sagte im Gespräch mit dem RA, dass mit dem zweitägigen Treffen der aktiven Frauen vor allem der vielfältige Meinungsaustausch angeregt werden soll. Die Teilnehmerinnen wollen Strategien entwickeln, ihre Kritik an der Sozialgesetzgebung und an verschiedenen anderen Aspekten im Leben der betroffenen Frauen zielgerichtet anzubringen. Dies habe sich bereits beim Sozialgesetzbuch IX bewährt. Schon während der Erarbeitungsphase hätten die behinderten Frauen aktiv ihre Kritik eingebracht.

In den Foren sollte es auch um die Auswirkungen von Hartz IV auf Frauen mit Beeinträchtigungen gehen. Die Bandbreite des Erfahrungsaustauschs ist groß. So sollte erlittene sexuelle Gewalt ebenso eine Rolle spielen wie der Umgang mit dem Behindert-Sein. Eine sich dabei stellende Frage sei zum Beispiel, ob behinderte Mädchen und Frauen an Schönheitswettbewerben teilnehmen sollten, sagte Brandenburgs Behindertenbeauftragter Rainer Kluge in seinem Grußwort zum Beginn des Treffens. Er überbrachte herzliche Grüße von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Wünschenswert findet Kluge, dass das vom Bund auf zunächst drei Jahre angelegte Projekt eine Verlängerung erfährt. Ein gutes Zeichen nannte der selbst im Rollstuhl Sitzende die Tatsache, dass ein solches Treffen erstmals im Land Brandenburg stattfindet. Das Land könne auf diesem Gebiet noch mehr Power vertragen. Er stellte fest: „Ich höre von brandenburgischen Politikern, wenn es um Behinderte geht, sehr viele schöne Sonntagsreden. Wenn es aber ganz konkret darum geht, die Interessen in die Tat umzusetzen, sieht es oft schlecht aus.“

In ihrer Eröffnungsansprache würdigte Weibernetz-Vorstandsfrau Magdalene Ossege die Bedeutung ihres Netzwerks: „Weibernetz ist eine Größe, an der so schnell niemand mehr vorbei kommt.“ Dabei ist die Geschichte der Interessenvertretung noch jung. Erst 1998 wurde es von einigen Frauen in Kassel gegründet.

Wichtig sei es, so Ossege, zum Beispiel die konkreten Auswirkungen von Hartz IV zu diskutieren: „Denn es gibt bei vielen Frauen Befürchtungen, dass sich ihre soziale Situation unter den neuen Bedingungen verschlechtern könnte.“

Noch befindet sich das brandenburgische Netz in den Anfängen. Erst 2003 gegründet, läuft es noch auf gänzliche ehrenamtlicher Basis ohne staatliche Unterstützung.

Am Ende der Tagung soll eine Agenda stehen, in der die Teilnehmerinnen konkrete Ziele formulieren. Mit diesen treten sie an die Öffentlichkeit. Welche Wege dabei beschritten werden, sollte sich erst im Verlauf der Veranstaltung unter der aktiven und kreativen Mitwirkung der Frauen ergeben.

Artikel aus: Ruppiner Anzeiger, 1. Oktober 2004

Perspektiven für Behinderte

Rheinsberg (hr) Eine Tagung „Behinderte Frauen entwickeln sozialpolitische Perspektiven“ beginnt heute Vormittag im Behinderten-Hotel „Haus Rheinsberg“ der Fürst-Donnersmarck-Stiftung. 83 Frauen aus allen Teilen Deutschlands wollen an einer Erklärung arbeiten. Das Ergebnis soll zum Abschluss der Konferenz der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Artikel aus: Märkische Allgemeine, 30. September 2004

Behinderte Frauen tagen

Rheinsberg Zu einer bundesweiten Tagung über die sozialpolitischen Perspektiven für behinderte Frauen treffen sich morgen und übermorgen rund 100 Frauen aus Selbsthilfegruppen und Behindertenverbänden in Rheinsberg. Unter dem Titel „Zwischen Anpassung und Protest – Wege behinderter Frauen“ wollen die Teilnehmerinnen am 1. und 2. Oktober ihre Erfahrungen austauschen und eine „Agenda behinderte Frauen“ verabschieden.

„In Zeiten der Sozialreformen, der angespannten Arbeitsmarktpolitik und des Gender-Mainstreamings stehen nach 20-jährigem Bestehen neue Diskussionen an“, sagt Martina Puschke vom deutschlandweiten Verein Weibernetz, der die Tagung im Hotel „Haus Rheinsberg“ veranstaltet. Behinderte Frauen würden das „Schlusslicht auf dem Arbeitsmarkt“ bilden, so Puschke. Die Sozialpolitik habe besonders für diese Gruppe vielfältige Auswirkungen. Während der Tagung, die der in Kassel beheimatete Verein bereits zum 4. Mal, allerdings erstmals in Ostdeutschland, organisiert, sollen in mehreren Arbeitsgruppen die verschiedenen Aspekte des Themas erörtert werden. Neben den Vorstellungen zu einer „sozial gerechten Politik“ soll beispielsweise auch die Frage geklärt werden, wie sich die Bewegung behinderter Frauen in der Öffentlichkeit präsentieren will. Eine Arbeitsgruppe wird sich mit einer für den 8. März 2005 geplanten Plakatkampagne beschäftigen. In Vorträgen werden die ausschließlich weiblichen Tagungsgäste auf die Themen eingestimmt. Auch wenn die Verabschiedung einer Agenda angekündigt ist, würden die inhaltlichen Forderungen letztendlich erst während der Diskussion formuliert werden, so Puschke.

Abgesehen von den optimalen Voraussetzungen in dem behindertengerechten Hotel, sei die schwache Interessenvertretung für behinderte Frauen in den neuen Bundesländern ausschlaggebend für die Wahl des Veranstaltungsortes gewesen, erklärt die Organisatorin. „In diesem Bereich gibt es nach wie vor Nachholbedarf in Ostdeutschland.“ mg



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