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Weibernetz e.V. - Politische Interessenvertretung behinderte Frauen

Pressemeldungen von 2006

25 Jahre Bewegung behinderter Frauen - Feierstunde und Tagung in Duderstadt - vom 14. September 2006

Behinderte Frauen fordern ein Antidiskriminierungsgesetz "mit Biss" vom 22. März 2006

Behinderte Frauen fordern: Benachteiligung beim Aufsuchen von Frauenberatungsstellen beseitigen, vom 6. März 2006

25 Jahre Bewegung behinderter Frauen - Feierstunde und Tagung in Duderstadt - vom 14. September 2006

Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. hat Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Duderstadt eingeladen, um das 25-jährige Jubiläum der Bewegung behinderter Frauen zu feiern.
Vom 15.-17. September 2006 werden die Gründerinnen der Bewegung auf Erfolge und Erfahrungen zurück- und die derzeit aktiven Frauen nach vorne blicken.

"1981 gingen behinderte Frauen das erste Mal mit ihren Themen an die Öffentlichkeit. Wir prangerten damals Praktiken wie die Zwangssterilisation und sexualisierte Gewalt gegen behinderte Frauen, das gängige Schönheitsideal und einiges mehr an" erinnert sich Theresia Degener, die heute Professorin an der Evangelischen Fachhochschule Bochum ist. Die Aktivistin der ersten Stunde organisierte vor 25 Jahren im Rahmen des damaligen UNO-Jahres der Behinderten das sogenannte "Krüppeltribunal" und blieb bis heute der Bewegung treu.

Im Anschluss an das Tribunal bildeten sich in vielen westdeutschen Städten sogenannte Krüppelfrauengruppen. "Das war eine spannende Zeit" blickt auch Gisela Hermes, heutige Lehrstuhlinhaberin an der Uni Hildesheim zurück. "Wir waren wahnsinnig kreativ. Fotoausstellungen wurden erstellt, Artikel geschrieben und es wurden immer wieder Treffen zum Austausch organisiert. Und wir haben mit basisdemokratischen Strukturen das erste Buch von behinderten Frauen über die Lebenssituation behinderter Frauen geschrieben. Das Buch "Geschlecht behindert besonderes Merkmal Frau" erschien 1985 und wird bis heute neu aufgelegt und verkauft" so Hermes weiter.

"Inzwischen hat sich die Bewegung behinderter Frauen sehr gut etabliert. Es gibt in 11 Bundesländern Netzwerke und Koordinierungsstellen für behinderte Frauen. Frauen mit Behinderung vertreten ihre Interessen in verschiedenen Gremien und sind als anerkannte Interessenvertretung in bundesweiten Gesetzen benannt" erklärt Magdalene Ossege vom Vorstand des Weibernetz e.V.

Hinter dem Verein Weibernetz e.V. - Bundesnetzwerk von FrauenLesben und Mädchen mit Beeinträchtigung verbirgt sich die bundesweit anerkannte politische Interessenvertretung behinderter Frauen. In Deutschland leben ca. 4 Mio. Frauen mit Behinderung. (Infos: www.weibernetz.de)

Die Tagung des Weibernetz e.V. wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.

In der Gesprächsrunde am 16. September über das 25-jährige Jubiläum stehen uns folgende Gesprächspartnerinnen zur Verfügung:
Prof. Dr. Theresia Degener, Dr. Gisela Hermes, Katharina Marks, Christine Rothe, und Birgit Schopmans

Für Rückfragen steht Ihnen die Projektkoordinatorin Martina Puschke gerne unter 0561/72 885-86 oder auch mobil unter 0177 / 685 39 29 zur Verfügung.

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Behinderte Frauen fordern ein Antidiskriminierungsgesetz "mit Biss" vom 22. März 2006

Die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. fordert die Bundesregierung auf, zügig ein umfassendes und wirkungsvolles Antidiskriminierungsgesetz vorzulegen und zu verabschieden. Unterstützt wird der Aufruf von einer Reihe von Landesnetzwerken und Koordinierungsstellen behinderter Frauen, Behindertenorganisationen sowie von Einzelfrauen.

"Derzeit wird in der Öffentlichkeit viel über die Zielgruppenbestimmung des Gesetzes berichtet. Nach wie vor ist unklar, ob ein Gesetz für behinderte und alte Menschen gelten wird. Dass es auch für Lesben und Schwule gelten wird, ist sehr unwahrscheinlich. Wir werden jedoch kein Gesetz bejubeln, dass Benachteiligungen für bestimmte Gruppierungen zulässt" erklärt Martina Puschke, Projektkoordinatorin im Weibernetz-Projekt.

Der Interessenvertretung behinderter Frauen ist jedoch nicht nur die Zielgruppenbestimmung wichtig. Insbesondere der Schutz vor Benachteiligungen bei (privatrechtlichen) Versicherungsabschlüssen, bei der Anmietung von Wohnraum, bei der Aufnahme von Krediten, Antritt von Reisen, etc. seien wichtige Grundlagen für ein Antidiskriminierungsgesetz. Denn es gibt genügend Beispiele, dass behinderte Menschen keine Haftpflichtversicherung oder keine Lebensversicherung abschließen können oder vor dem Antritt einer Reise diskriminierende Fragen beantworten müssen.

"Es kommt auf den Inhalt an. Wir brauche ein Gesetz mit Biss!" fordert Puschke abschließend.

Der Aufruf "Behinderte Frauen fordern ein Antidiskriminierungsgesetz mit Biss" kann unter www.weibernetz.de eingesehen werden.

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Behinderte Frauen fordern: Benachteiligung beim Aufsuchen von Frauenberatungsstellen beseitigen, vom 6. März 2006

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März fordert die Politische Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. die Kommunen und Landesregierungen auf, wichtige Frauenprojekte zu erhalten und die Barrierefreiheit von öffentlich bezuschussten Frauenprojekten zu fördern. Derzeit sind behinderte Frauen beim Aufsuchen von Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern gegenüber Frauen ohne Beeinträchtigung benachteiligt.

"Behinderte Frauen setzen sich seit mehr als 20 Jahren dafür ein, in erster Linie als Frau und nicht als `geschlechtslose Behinderte` gesehen zu werden. Für Frauen mit Behinderung ist es genauso wichtig wie für andere Frauen, bei Bedarf spezielle Frauenberatungsstellen aufzusuchen oder bei Gewalterfahrungen Schutz im Frauenhaus zu finden. Doch sind die meisten Frauenprojekte in Deutschland nicht barrierefrei zugänglich. Das muss sich ändern!" fordert Jutta Harbusch vom Vorstand des Weibernetz e.V.

In Deutschland gibt es ca. 380 Frauenhäuser. Lediglich 10% aller Frauenhäuser sind für behinderte Frauen im Rollstuhl oder mit anderen Beeinträchtigungen zugänglich. Bei den Frauennotrufen gegen Gewalt sieht es ähnlich aus. Von 113 Beratungsstellen sind 18 teilweise barrierefrei zugänglich.

"In den nächsten Wochen und Monaten sind in drei Bundesländern Landtagswahlen, in diversen Städten Kommunalwahlen. Viele Kommunen und Landesregierungen haben Frauenprojekten die Gelder stark gekürzt oder gestrichen. Fragen des barrierefreien Zugangs für behinderte Frauen sind völlig hinten angestellt, da eine Vielzahl von Frauenprojekten derzeit schlicht ums Überleben kämpft. Die Länder und Kommunen müssen sich der Benachteiligung von behinderten Frauen stellen und Abhilfe schaffen" fordert Harbusch abschließend.

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